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Ein roter Mazda sticht heraus in einem Parkhaus voller farbloser Autos.
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Welche Farbe kaufen Deutsche? Die ehrliche Antwort lautet: langweilig. Meistens.

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Grau/Silber, Schwarz, Weiß – Deutschland hat sich für die Tristesse entschieden. 77,8 Prozent aller Neuzulassungen 2025 fallen in diese drei achromatischen Kategorien. Aber in den restlichen 22,2 Prozent stecken ein paar Wahrheiten über uns, die kein Hochglanzprospekt so offen zeigt.


Stell dir vor, du stehst in einem Parkhaus. Irgendwo in Deutschland, irgendein Dienstagmorgen. Was siehst du? Richtig. Eine Sammlung fahrender Betonmischmaschinen in den Farbtönen „Grau/Silber Metallic“, „Tiefsee-Anthrazit“ und „Perlweiß Metallic“ – wobei letzteres vom Hersteller aus Marketinggründen so heißt, obwohl es einfach Weiß ist.

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat für das Jahr 2025 ausgewertet, welche Farbe jeder Neuwagen hatte, der in Deutschland zugelassen wurde. Knapp 2,86 Millionen davon. Das Ergebnis ist ein statistisches Portrait der deutschen Seele – und das ist ehrlich gesagt aufschlussreicher als jede Studie über das Kaufverhalten.

Die große Mehrheit hat sich entschieden: Grau gewinnt

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Welche Farbe kaufen Deutsche?
Neuzulassungen nach Fahrzeugfarbe · Deutschland 2025
77,8%
Grau/Silber, Schwarz & Weiß

Grau/Silber ist mit 32,4 Prozent die meistgekaufte Farbe in Deutschland. Schwarz folgt mit 26,8 Prozent, Weiß mit 18,6 Prozent. Macht zusammen 77,8 Prozent. Drei von vier Neuwagen sind also in einer Farbe lackiert, die man in der Natur eigentlich nur an Wolken, Asphalt und abgestorbenem Gestein findet.

Und das ist kein Zufall – das ist Kalkül. Grau und Schwarz halten beim Wiederverkauf den Wert besser, weil sie für möglichst viele Käufer akzeptabel sind. Deutschland kauft nicht die Farbe, die es sich wünscht. Deutschland kauft die Farbe, die der nächste Käufer nicht ablehnen wird. Das ist kein Pessimismus – das ist Volkswirtschaft.

Blau ist als einzige „echte“ Farbe noch halbwegs präsent: 10,2 Prozent. Danach fällt es steil ab. Rot kommt auf 3,9 Prozent. Grün ebenfalls 3,9 Prozent. Alles andere ist statistisches Rauschen.

Aber jetzt wird’s interessant: Die Ausreißer

Die wahre Geschichte steckt nicht im Gesamtmarkt, sondern in dem, was einzelne Marken und ihre Käufer verraten.

Ferrari: Natürlich rot. Aber nicht so sehr, wie du denkst.

28,4 Prozent aller in Deutschland neu zugelassenen Ferrari sind rot. Das klingt nach dem erwartbaren Klischee – Rosso Corsa, Cavallino Rampante, alles wie im Poster an der Kinderzimmerwand. Aber warte mal kurz: Das bedeutet gleichzeitig, dass 71,6 Prozent der deutschen Ferrari-Käufer nicht rot wollen.

28,6 Prozent entschieden sich für Schwarz. 18,7 Prozent für Grau. Selbst bei einem Auto, das ikonisch für eine Farbe steht wie kaum ein zweites, dominiert am Ende das große Grau-Schwarz-Beige. Die Deutschen kaufen sogar ihren Ferrari in Parkhaustönen.

Alfa Romeo: Schwarz ist das neue Rot

Das andere große Rot-Klischee der Automobilwelt wäre Alfa Romeo – und hier fällt das Ergebnis ernüchternd aus. 48,3 Prozent aller 2025 neu zugelassenen Alfa Romeo in Deutschland sind schwarz. Rot kommt auf 13,5 Prozent, Platz drei. Das Feuer der italianità wird in Deutschland konsequent unter einem Mantel aus Anthrazit vergraben.

Mazda: Die unerwartet Roten

Wer kauft in Deutschland am zweit-meisten Rot (gemessen am Markenanteil)? Keine Sportwagen-Marke, kein Exot. Es ist Mazda mit 16,2 Prozent. Das liegt nicht zuletzt an der Lackierung „Soul Red Crystal“, die Mazda seit Jahren als gestalterisches Statement durch seine gesamte Modellpalette zieht – und die offensichtlich funktioniert. Beim CX-5 und CX-60 ist Soul Red laut Händlerangaben konstant einer der meistverkauften Töne.

Direkt dahinter: Honda mit 17,9 Prozent Rot und Mitsubishi mit 16,6 Prozent. Japanische Marken mögen es anscheinend feuriger als die Deutschen.

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Marken-Vergleich nach Farbe
Anteil je Farbe pro Marke · Deutschland 2025 · Farbe wählen:

BYD: Die achromatischsten Autos Chinas

87,5 Prozent aller BYD-Neuzulassungen in Deutschland sind Weiß, Grau oder Schwarz – knapp unter Mercedes (88,4 Prozent) und deutlich mehr als der Gesamtmarkt. Rot spielt bei BYD in Deutschland praktisch keine Rolle: 0,1 Prozent. Das sind bei 23.306 zugelassenen Fahrzeugen rund 23 rote BYD in ganz Deutschland für das gesamte Jahr.

Ob das an der Modellpalette liegt, die eher auf sachlich-elegantes Design setzt, oder ob die Käufer – überwiegend gewerblich, wie wir wissen – schlicht keine Experimente wollen: Das Ergebnis ist eindeutig.

DS: Der grauste Franzose

DS Automobiles ist die Premium-Abspaltung von Citroën, positioniert zwischen Peugeot und den deutschen Premiummarken. Und die Käufer wissen genau, was sie wollen: 54,4 Prozent Grau. Dazu 33,0 Prozent Schwarz. Zusammen 87,4 Prozent in den beiden dunkelsten achromatischen Tönen. Weiß kommt noch auf 3,3 Prozent. Irgendwas Buntes? Zusammen unter 10 Prozent.

DS-Käufer sind statistisch gesehen die zurückhaltendsten Farbwähler in Deutschland. Ihre Autos sind der Anzug im Vergleich zum bunten Hemd.

Citroën: Orange macht Laune, aber nicht viele

Im Gegensatz zum nüchternen Konzernbruder DS fällt Citroën selbst durch einen vergleichsweise hohen Orange-Anteil auf: Die Marke kommt auf den fünfthöchsten Orange-Wert aller Marken, wenn man nach Absolut-Zahlen geht – denn bei fast 49.000 Zulassungen fällt jeder Prozentpunkt ins Gewicht. Die klassischen zweifarbigen Citroën-Modelle ziehen eben auch ein Publikum an, das sich traut.

Lynk & Co: Wenn Blau zur Markenidentität wird

45,5 Prozent aller Lynk & Co Fahrzeuge in Deutschland sind blau. Die schwedisch-chinesische Marke (Geely-Konzern) hat Blau als zentrale Markenfarbe so konsequent eingesetzt, dass es sich statistisch niederschlägt. Zum Vergleich: Der Gesamtmarkt kommt auf 10,3 Prozent Blau. Lynk & Co liegt beim 4,4-Fachen davon.

Alpine: Bleu de France in Deutschland

40 Prozent blau bei 1.046 Fahrzeugen – der französische Sportwagen-Ableger von Renault bringt seine Nationalfarbe erfolgreich auf die Straße. Wer einen Alpine A110 oder A290 kauft, kauft offensichtlich oft die ikonische Blau-Lackierung. Das ist kein Zufall, sondern Markenarbeit.

Leapmotor: Grün wie ein Anfänger

Die chinesische Marke Leapmotor fällt durch einen auffällig hohen Grün-Anteil auf: 22,2 Prozent ihrer 7.280 Neuzulassungen sind grün. Das ist mehr als fünfmal so viel wie der Marktdurchschnitt. Das liegt an der Modellpalette: Der Leapmotor T03 und C10 werden in einem frischen Mint-Grün angeboten, das sich als Erkennungsmerkmal etabliert hat – und das von den überwiegend privaten Käufern dieser Marke offenbar aktiv gewählt wird.

Volvo und Land Rover: Schwarz als Luxusstatement

Volvo kommt auf 49,8 Prozent Schwarz – fast jeder zweite neue Volvo in Deutschland ist schwarz lackiert. Land Rover schlägt mit 46,4 Prozent in dieselbe Kerbe. Beide Marken bedienen das gleiche Kundenbedürfnis: seriöser Premium-Auftritt ohne Schreien. Schwarz ist in diesem Segment nicht Tristesse, sondern Aussage.

Rolls-Royce: Der dunkelste Luxus

52,9 Prozent aller 346 in Deutschland neu zugelassenen Rolls-Royce sind schwarz. Ein Rolls-Royce in Schwarz – das ist kein Dienstwagen, das ist eine Philosophie. Bespoke-Lackierungen in Individualfarben tauchen in der KBA-Statistik unter „Sonstige“ auf und sind nicht separat ausgewiesen; die tatsächliche Farbvielfalt dürfte noch größer sein, als die Statistik zeigt.

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1
Schwarz
2
Grau / Silber
3
Weiß
4
Blau
5
Rot
6
Grün
R
Andere Farbe

FAZIT

Was sagt uns das alles?

Die Farbwahl beim Auto ist ehrlicher als viele Antworten im Fragebogen. Sie entsteht im Moment der Entscheidung, oft unbewusst, beeinflusst von Wiederverkaufsangst, Markensignal und dem, was der Nachbar sagen würde.

Deutschland wählt mehrheitlich Grau – weil Grau nichts falsch machen kann. Die 22,5 Prozent Bunt-Käufer sind diejenigen, die entweder a) eine starke Markenidentität ausdrücken wollen (Alpine, Lynk & Co), b) der Markenkommunikation vertrauen (Mazda Soul Red), oder c) einfach einen Leapmotor kaufen und Grün ganz okay finden.

Und die Ferrari-Käufer? Die kaufen zu fast drei Vierteln keinen roten Ferrari. Was entweder bedeutet, dass das Poster von der Kinderzimmerwand doch nicht so prägend war. Oder dass man in Deutschland eben auch mit einem Schwarz-Metallic-Ferrari ein Statement setzen kann.

Ein graues Statement. Aber immerhin.


Datenbasis: KBA FZ 8.7.1, Neuzulassungen von Personenkraftwagen nach Marken und Fahrzeugfarben, Jahresergebnis 2025. Alle Prozentwerte beziehen sich auf die jeweilige Marke.

Editorial

Verantwortlich: Robert Maximiuk
Automobile News liefert den ungeschminkten Blick unter die Haube. Statt nur Hochglanz-Prospekte zu zitieren, analysieren wir die Realität: Wir graben tief in TÜV-Reports, Pannenstatistiken und tausenden Nutzererfahrungen aus Fachforen. So finden wir die Schwachstellen, die im Verkaufsprospekt nicht stehen. Ehrlich, kritisch und mit der nötigen Portion Humor – erstellt mit modernster KI-Datenanalyse und persönlich kuratiert von einem echten Auto-Enthusiasten.

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