Der BMW 5er G30 und G31 ist das, was man früher einen Traumgebrauchten nennen würde: Oberklasse-Niveau, riesiger Marktpool, erstklassige Motoren. Die Realität hat 2026 ein paar Kratzer hinzugefügt. Laut aktuellem TÜV-Report zeigen vier bis sieben Jahre alte Exemplare eine erhebliche Mängelquote, die mehr als doppelt so hoch ist wie der Klassendurchschnitt. Das erzählt viel über die typische Vorgeschichte dieser Fahrzeuge: Dienstwagen-Karriere, viele Kilometer, nicht immer liebevoll gewartet. Wer das weiß und gezielt sucht, bekommt einen der besten Mittelklasse-Kombis überhaupt. Wer blind kauft, zahlt drauf.

Dieser Guide behandelt die siebte Generation des BMW 5er – Limousine G30 und Touring G31 – vom Marktstart 2017 bis zum Modellwechsel 2023/2024. Wir schauen auf Motoren, Schwachstellen, TÜV-Daten und zeigen, welche Konfiguration das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.
G30, G31 oder LCI: Welche Version ist die richtige?
Der G30 kam Anfang 2017 auf den Markt, der G31 Touring folgte kurz darauf. Beide bauen auf der modularen CLAR-Plattform auf, die BMW erstmals im 7er G11 einsetzte – ein wesentlicher Grund für die um rund 100 Kilogramm reduzierte Masse gegenüber dem Vorgänger F10. Die Karosserie dehnt sich auf 4,93 Meter (G30) bzw. nahezu identische Maße (G31), der Radstand beträgt 2.975 mm. Zum Vergleich: Mercedes E-Klasse W213 und Audi A6 C8 liegen in ähnlichen Dimensionen. Der 5er ist damit ein vollwertiger Repräsentant seiner Klasse, ohne in die Großraumlimousinen-Zone abzugleiten.

Das LCI-Facelift 2020 – ein echter Unterschied
Im Frühjahr 2020 erhielt der 5er sein Life Cycle Impulse. Optisch erkennbar an der breiteren Niere, neuen Scheinwerfern und geänderten Stoßfängern. Wichtiger für den Käufer ist die technische Seite: das aktualisierte iDrive 7 mit der Möglichkeit für kabelloses CarPlay und Android Auto sowie eine überarbeitete Motorenpalette. LCI-Fahrzeuge werden am Gebrauchtmarkt mit 5.000 bis 8.000 Euro Aufpreis gehandelt – der ist in den meisten Fällen gerechtfertigt. Frühe Pre-LCI-Modelle (2017–2019) sind günstiger, aber die Software-Basis ist älter und die Assistenzsystem-Reife ebenfalls.

Motoren: Der B57 ist eine Legende, der 530e eine Falle
Die Motorenpalette des G30/G31 ist eine der stärksten Stärken dieses Gebrauchten. BMW hat hier konsequent auf bewährte Technik gesetzt – und das zahlt sich aus.
Diesel: B47 und B57 – beides solide
Der B47-Vierzylinder im 518d, 520d und 525d ist der Brot-und-Butter-Motor dieser Baureihe. 190 PS im 520d, Realverbrauch rund 6,5 Liter auf 100 km, problemlose Langstreckenqualitäten. Lückenlose Servicehistorie vorausgesetzt, ist dieser Motor auf 200.000 Kilometer und mehr ausgelegt. Der B57-Dreiliter-Sechszylinder im 530d (265 PS/286 PS LCI) und 540d (320 PS/340 PS LCI)) ist eine andere Kategorie. Geschmeidiger Lauf, mehr als ausreichend Leistung, ähnliche Zuverlässigkeit. Wer auf Autobahn und Langstrecke unterwegs ist: ein 530d Touring mit vollständigem Serviceheft ist ein Traumgerät.
Benziner: Gut, aber teurer im Unterhalt
Der 520i und 530i nutzen den BMW-Vierzylinder-Benziner B48. Technisch ebenfalls solide, am Markt aber deutlich seltener als Diesel – was den Suchaufwand erhöht. Echter Alltagsverbrauch des 530i liegt bei 8 bis 9 Litern, die Versicherungseinstufung ist höher als beim Diesel. Für reine Stadtfahrer kein Nachteil, für Vielfahrer nicht die erste Wahl.
530e PHEV: Nur mit Lademöglichkeit sinnvoll
Der Plug-in-Hybrid 530e verspricht bis zu 66 km (real 30 bis 50 km) elektrische Reichweite und kombinierte Verbrauchswerte unter zwei Litern. Das stimmt – wenn täglich geladen wird. Ohne Ladeinfrastruktur ist der 530e ein 252 PS (LCI 292 PS) starker Benziner mit 250 Kilogramm Zusatzgewicht durch das Batteriepaket. Wartungsaufwand und Reparaturkosten bei gealterten Hochvoltsystemen können erheblich sein. Nur kaufen, wenn: tägliches Laden gesichert, lückenlose Servicehistorie vorhanden, Batteriezustand bekannt.

Schwachstellen: Was beim 5er G30 regelmäßig auffällt
Elektronik – die Achillesferse des gut ausgestatteten Fünfers
Der G30 ist vollgepackt mit Assistenzsystemen und Vernetzungstechnik. Das ist sein Verkaufsargument – und sein Risiko. Forenberichte und Praxis zeigen wiederkehrende Probleme mit dem Reifendruckkontrollsystem (RDKS), dessen Sensoren gerne ausfallen und als Ersatz nicht gerade günstig sind. Das digitale Kombiinstrument neigt bei frühen Baujahren zu Abstürzen und Fehlanzeigen. Der Spurhalte- und Abstandsassistent spinnt laut Nutzern nach Softwareänderungen oder Batteriewechseln gelegentlich – ein Neuabgleich oder Software-Update hilft meistens, kostet aber Zeit in der Werkstatt. Auch der Navigationssystem-Cache macht nach Versionsupdates manchmal Probleme. Keine dieser Störungen ist grundsätzlich gefährlich, aber alle kosten Geld und Nerven.
Ölverlust – auffällig häufig bei jungen Jahrgängen
Der aktuelle TÜV-Report beanstandet bei jüngeren G30/G31 (2–3 Jahre alt) bereits überproportional häufig Ölverlust. Das klingt nach einem Wartungsproblem – und ist es oft auch. Viele dieser Fahrzeuge hatten Dienstwagenhistorie mit langen Wechselintervallen. Vor dem Kauf Motorraum und Unterboden genau inspizieren: Ölflecken auf dem Boden, fettige Ablagerungen am Motorblock oder Getriebegehäuse sind klare Warnsignale. VANOS-Einheit und Lenkgetriebe haben im Dauertest gelegentlich Aufmerksamkeit gefordert, sind aber kein Seriendefekt.
Fahrwerk: Federn und Dämpfer ab dem sechsten Jahr
Ab der dritten Hauptuntersuchung (sechs bis sieben Jahre Fahrzeugalter) meldet der TÜV-Report überdurchschnittlichen Verschleiß an Achsfedern und Dämpfern. Bei einem Auto, das oft als Dienstwagen über Autobahnen gezogen wurde, nicht überraschend. Die Kosten für eine komplette Fahrwerkserneuerung vorn und hinten liegen bei 1.500 bis 3.000 Euro in der BMW-Werkstatt, deutlich weniger beim freien Fachbetrieb. Bremsleitungen und Schläuche sowie Auspuffanlage stehen im TÜV-Report dagegen positiv da – da gibt es nichts zu meckern.

TÜV und ADAC: Ein gespaltenes Bild
Der aktuelle TÜV-Report 2026 ist für den G30/G31 kein Schmeichler. Bei der ersten Hauptuntersuchung (zwei bis drei Jahre alt) liegt die erhebliche Mängelquote bereits bei 8,4 Prozent – der Klassendurchschnitt: 6,5 Prozent. Bei vier bis fünf Jahre alten Fahrzeugen schnellt sie auf 21,5 Prozent, während der Schnitt bei 10 Prozent liegt. Sechs bis sieben Jahre: 22,3 Prozent vs. 13,6 Prozent im Mittel. Die klare Diagnose: Der 5er fällt bei der HU bis zu mehr als doppelt so häufig, je nach Baujahr, wie seine Konkurrenten durch. Das ist kein Zufall und kein statistisches Rauschen.
Einen wichtigen Kontrapunkt setzt die ADAC-Pannenstatistik: Der G30/G31 erhält dort Bestnoten. Liegengeblieben ist dieser BMW selten. Das passt zusammen, wenn man sich die Fehlerarten anschaut: Ölverlust, Fahrwerk, Elektronik – das sind keine Pannenursachen, aber TÜV-Probleme. Ein Auto kann zuverlässig fahren und trotzdem bei der HU durchfallen, wenn Wartungsrückstände aufgelaufen sind.

BMW 5er liegt im Zeitraum 2017–2023 mit einer Mängelquote von 12,4 % ungefähr im Mittelfeld des Datensatzes. Der Vergleichswert der Modelle mit mindestens 500 Prüfungen liegt bei rund 13,8 %.
Die häufigsten Auffälligkeiten betreffen vor allem Reifen & Räder, Fahrwerk und Beleuchtung & Elektrik. Die auffälligen Bereiche enthalten mit Fahrwerk auch Punkte, die über reine Kosmetik hinausgehen können. Hier lohnt ein genauer Blick unter das Auto.
- Reifenalter, Profiltiefe und ungleichmäßigen Abrieb prüfen
- Felgen, Reifendimensionen und Mischbereifung kontrollieren
- Querlenker, Buchsen, Traggelenke und Dämpfer auf Spiel prüfen
- Probefahrt über schlechte Straße: Poltern, Knacken und Nachschwingen beachten
- Scheinwerfer, Rückleuchten und Blinker komplett durchtesten
- Feuchtigkeit in Leuchten und korrekte Licht-Einstellung prüfen
Warum weichen TÜV und UK-MOT hier voneinander ab?
Der deutsche TÜV-Report und unsere UK-MOT-Auswertung sind nicht deckungsgleich. Der TÜV bewertet deutsche HU-Ergebnisse nach Altersklassen und sieht den BMW 5er/6er im Report 2026 ausgesprochen kritisch: hohe Laufleistungen, überdurchschnittliche erhebliche Mängel und Auffälligkeiten unter anderem bei aktiver Motorhaube, Kardanwellen, Abgasprüfung sowie teils Federn und Dämpfern. Unsere UK-MOT-Daten zeigen dagegen, welche Mängel in britischen Prüfungen besonders häufig dokumentiert wurden. Dort dominieren beim 5er im ausgewählten Zeitraum vor allem Reifen, Räder, Beleuchtung und Bremsen – also stärker Wartungs- und Verschleißthemen. Das relativiert den TÜV-Report nicht, sondern ergänzt ihn: In Deutschland fällt der 5er überdurchschnittlich oft durch, während die britischen Daten zeigen, woran viele Fahrzeuge konkret scheitern.
| Modell | Prüfungen | Mängelquote | Einordnung | Häufigste Auffälligkeiten |
|---|---|---|---|---|
| Audi A6 | 69.425 | 11,5 %2,3 Pkt. besser als Median | Mittelfeld | Reifen & RäderBremsenBeleuchtung & Elektrik |
| BMW 5er | 130.786 | 12,4 %1,4 Pkt. besser als Median | Mittelfeld | Reifen & RäderFahrwerkBeleuchtung & Elektrik |
| Mercedes E-Klasse | 161.538 | 14,0 %0,2 Pkt. schlechter als Median | Mittelfeld | Reifen & RäderFahrwerkBremsen |
Rückrufaktionen: Diese musst du kennen
Der G30/G31 wurde mehrfach zurückgerufen. Die wichtigsten Aktionen: Bei frühen Dieselmodellen aus 2017 wurde eine unzureichende Abgasreinigung beanstandet. Deutlich weitreichender war der Rückruf wegen eines fehlerhaften OBD-Software-Updates bei Diesel-Vierzylindermodellen aus dem Produktionszeitraum August 2016 bis Februar 2022 – ein falsch installiertes Update konnte im schlimmsten Fall zum Motorausfall führen. Beide Rückrufe wurden kostenfrei behoben, aber nur wenn sie auch durchgeführt wurden. Dazu kommen je nach Baujahr weitere Aktionen, unter anderem AGR-, Hochvolt- oder Starter-Themen. Deshalb vor dem Kauf immer die FIN prüfen – bei BMW oder beim KBA – und sich erledigte Rückrufe schriftlich bestätigen lassen.
Euro NCAP: Fünf Sterne, aber nicht ohne kleine Kratzer
Beim Euro-NCAP-Crashtest 2017 holte der BMW 5er G30 die vollen fünf Sterne. Getestet wurde ein BMW 520d als Linkslenker-Limousine. Die Einzelwertungen fallen stark aus: 91 Prozent beim Insassenschutz für Erwachsene, 85 Prozent beim Kinderschutz, 81 Prozent beim Schutz ungeschützter Verkehrsteilnehmer und 59 Prozent bei den Sicherheitsassistenten. Letzteres klingt heute nicht mehr spektakulär, muss aber im Kontext von 2017 gelesen werden – damals waren viele Assistenzsysteme noch nicht so breit bewertet wie heute.
Besonders gut schnitt der 5er beim Seitenaufprall ab: Im seitlichen Barrierecrash gab es die volle Punktzahl, auch der härtere Pfahlaufprall wurde insgesamt ordentlich gemeistert. Ebenfalls positiv: Die Kopfstützen und Sitze boten guten Schutz vor Schleudertrauma bei einem Heckaufprall, und das serienmäßige City-Notbremssystem vermied im Euro-NCAP-Test Kollisionen bei allen getesteten niedrigen Geschwindigkeiten.
Ganz makellos war das Ergebnis aber nicht. Im Frontaltest wurde der Fahrer-Knieairbag beanstandet, weil er im Test nicht schnell genug zwischen Knie und Armaturentafel kam. Euro NCAP zog dafür Punkte ab, obwohl die Dummy-Messwerte an den Beinen grundsätzlich gut waren. Außerdem wurde der Schutz des Fahrerhalses und der Brust des Fondpassagiers im Frontaltest nur als „marginal“ bewertet. Beim Kinderschutz fiel auf, dass die Brustbelastung des sechsjährigen Dummys im Frontalaufprall ebenfalls nur „marginal“ war.
Beim Fußgängerschutz hilft dem 5er die aktive Motorhaube: Sensoren erkennen einen Aufprall und heben die Haube an, damit mehr Abstand zu harten Bauteilen im Motorraum entsteht. Die Haube selbst bot im Test überwiegend guten oder ausreichenden Schutz, der Stoßfänger erreichte bei den Beinen sogar die volle Punktzahl. Schwachpunkt war dagegen der Beckenbereich: Dort bewertete Euro NCAP den Schutz an allen Prüfpunkten als schlecht.
Einordnung für den Gebrauchtkauf: Der G30/G31 ist sicherheitstechnisch ein starkes Auto, aber Käufer sollten nicht nur auf die fünf Sterne schauen. Entscheidend ist die konkrete Ausstattung: Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Abstandstempomat, Totwinkelwarner und aktive Assistenzpakete waren je nach Baujahr, Markt und Ausstattung nicht immer gleich umfangreich an Bord. Deshalb beim Besichtigungstermin nicht nur fragen, ob „Assistenzsysteme“ vorhanden sind, sondern im iDrive und bei der Probefahrt konkret prüfen, was wirklich verbaut ist und ob alles fehlerfrei arbeitet.
Preise: Was du 2025/2026 für einen G30/G31 bezahlst
| Baujahr | Laufleistung | 520d / 520i | 530d |
|---|---|---|---|
| 2017–2018 | 120.000–180.000 km | 15.000–22.000 € | 19.000–27.000 € |
| 2019–2020 | 80.000–130.000 km | 20.000–32.000 € | 27.000–38.000 € |
| 2021–2023 LCI | 30.000–80.000 km | 28.000–40.000 € | 36.000–50.000 € |
Der Touring G31 kostet meist 1.000 bis 3.000 Euro mehr als die gleichwertige Limousine. xDrive-Allrad bringt weiteren Aufpreis. Finger weg von Angeboten deutlich unter diesen Preisen ohne nachgewiesene Servicehistorie – ein 5er, der zu günstig ist, hat fast immer einen Grund dafür.

Kaufcheckliste: Das musst du beim Besichtigungstermin prüfen
- Serviceheft vollständig, lückenlos und mit Belegen – kein Serviceheft = kein Kauf
- FIN-Nummer beim KBA auf offene und erledigte Rückrufe prüfen (kba.de)
- OBD-Software-Rückruf durchgeführt? (Baujahre 2016–2022 Diesel-Vierzylinder)
- Motorraum und Unterboden auf Ölspuren prüfen – besonders bei Jahrgängen 2017–2020
- Probefahrt: Getriebe, Lenkung, alle Assistenzsysteme aktivieren und testen
- Alle Displays und Monitore auf Fehler, Abstürze, Einfrieren prüfen
- RDKS-Anzeige: leuchtet ein Warnsymbol? Auf Funktion prüfen
- Spurhalteassistent und Abstandstempomat: reagieren sie korrekt?
- Fahrwerk ab 100.000 km professionell prüfen lassen (Federn, Dämpfer, Lenkgelenke)
- Bei 530e: Ladehistorie und Batteriezustand dokumentiert? Hochvolt-Diagnose verlangen
- iDrive vollständig durchklicken: Navigation, CarPlay, Sprachsteuerung, Klimaautomatik
- Klimaanlage auf Funktion und Gerüche prüfen
Unsere Bewertung
Wie wir diese Bewertung ermitteln
Unsere Bewertungen folgen einem festen, gewichteten System mit sechs Kategorien – das für jedes Fahrzeug identisch angewendet wird. Die Gewichtung orientiert sich daran, was beim Gebrauchtwagenkauf wirklich zählt:
- Zuverlässigkeit (25 %) – Primärquelle: TÜV-Report-Mängelquote; liegen keine deutschen Prüfdaten vor, greifen wir auf britische MOT-Daten zurück. Ergänzt durch ADAC-Pannenstatistik und Auswertung von Nutzererfahrungen.
- Sicherheit (20 %) – Basis: Euro-NCAP-Gesamtbewertung zum Testzeitpunkt. Modifikator für serienmäßige Assistenzsysteme.
- Unterhaltskosten (20 %) – GDV-Typklassen, realer Testverbrauch (kein WLTP), Werkstattintervalle, Kfz-Steuer.
- Platzangebot & Alltag (15 %) – Kofferraumvolumen, Radstand, Fond-Beinfreiheit, Fachpresse-Konsens.
- Infotainment & Bedienung (10 %) – Konsens aus mindestens drei unabhängigen Fachmedien.
- Preis-Leistung (10 %) – Aktuelles Marktpreisniveau gängiger Gebrauchtwagenbörsen im Vergleich zur Fahrzeugklasse.
Der Gesamtscore ergibt sich als gewichteter Durchschnitt der sechs Kategorien. Alle Daten werden manuell recherchiert und geprüft.
Empfehlung: 520d Touring LCI – und mit diesen Abstrichen
Die beste Gebrauchtkaufkonfiguration ist ein 520d Touring (G31) mit LCI-Facelift (ab 2020), mit der 8-Gang-Steptronic-Automatik, Baujahr 2020 oder 2021, Laufleistung unter 100.000 km, vollständigem BMW-Serviceheft. Das kostet rund 28.000 bis 36.000 Euro – nicht wenig, aber gerechtfertigt. Du bekommst dafür einen der praktischsten und komfortabelsten Kombis, die jemals in dieser Klasse gebaut wurden, mit zuverlässigem Motor, sehr gutem Infotainment und für BMW-Verhältnisse überschaubaren Folgekosten.
Wer mehr Leistung will und ein entsprechendes Budget hat: ein 530d Touring mit B57-Sechszylinder ist eine der großen Freuden dieser Baureihe. Vernünftig gepflegt ein Langstreckengerät ohnegleichen. Den 540i xDrive nur kaufen, wenn die Versicherungskosten kein Problem sind – die Typklassen-Einstufung ist hoch. Den M550i oder M5 als Dienstwagen-Schnäppchen: nur wenn die Werkstattkosten egal sind.
Positiv
- Motoren: B47 und B57 gehören zur Creme de la Creme – robust, sparsam, langlebig
- Platzangebot: G31 Touring mit 570 Litern und 1.700 Litern umgeklappt ist Klassenmaßstab
- Fahrkomfort: Auch nach 150.000 km noch auf hohem Niveau
- iDrive: Eines der besten Infotainmentsysteme seiner Zeit, LCI mit kabellosem CarPlay
- Marktangebot: Riesiger Gebrauchtmarkt, viele gut dokumentierte Ex-Dienstwagen
- Heckfenster: Der G31 ist das letzte 5er-Touring-Modell mit separat zu öffnender Heckscheibe
Negativ
- TÜV-Bilanz: Erhebliche Mängelquote mehr als doppelt so hoch wie der Klassendurchschnitt
- Unterhaltskosten: BMW-Werkstatt, hohe Typklassen, teure Ersatzteile
- Dienstwagen-Vorgeschichte: Hohe Laufleistungen, Wartungsrückstände ohne lückenloses Serviceheft häufig
- 530e ohne Ladeinfrastruktur: Teure Fehlinvestition
- Elektronik-Komplexität: Viele Assistenzsysteme = viele potenzielle Fehlerquellen

Fazit: Guter Wagen, schlechte Vorbesitzer-Lotterie

Wer hier kauft, kauft also nicht in erster Linie ein Modell – er kauft eine Wartungshistorie. Mit lückenlosem Serviceheft, sauberem Unterboden und bestandener FIN-Prüfung ist der 520d Touring oder 530d Touring einer der besten Gebrauchten seiner Klasse: komfortabel, kultiviert, alltagstauglich. Ohne diese Nachweise wird aus dem Schnäppchen schnell ein Fass ohne Boden – Fahrwerk, Ölverlust und Elektronik-Macken kommen selten einzeln.
Kurz gesagt: Kauf das Serviceheft, nicht das Auto. Wenn beides stimmt, ist der 5er eine klare Empfehlung. Wenn nur das Auto glänzt, lass die Finger davon.
Galerie BMW 5 – G30/G31























Häufige Fragen zum BMW 5er G30/G31 Gebrauchtkauf
Klare Empfehlung: Der 520d Touring mit 8-Gang-Automatik ist das Sweet Spot. Der B47-Vierzylinder mit 190 PS gilt als ausgesprochen robust, der Realverbrauch liegt bei rund 6,5 Litern. Wer mehr Leistung will und eine lückenlose Servicehistorie vorfindet, greift zum 530d mit B57-Sechszylinder – einer der besten Dieselmotoren, die BMW je gebaut hat. Benziner sind seltener und teurer im Unterhalt. Den 530e PHEV nur kaufen, wenn täglich Lademöglichkeit vorhanden ist – sonst einfach ein schlechter Benziner mit Übergewicht.
Ja, und das ist eine ernste Warnung. Laut aktuellem TÜV-Report zeigen 4 bis 7 Jahre alte G30/G31-Modelle eine erhebliche Mängelquote von rund 21 bis 22 Prozent – das ist mehr als doppelt so hoch wie der Klassendurchschnitt (10 bis 13 Prozent). Hauptursachen sind Ölverlust bei jüngeren Fahrzeugen und Achsfedern sowie Dämpfer bei älteren. Positiv: Die ADAC-Pannenstatistik gibt Bestnoten. Das typische Muster beim Dienstwagen-5er: viel Laufleistung, nicht immer sorgsam gewartet. Lückenloses Serviceheft ist Pflicht.
Die Preisspanne ist groß. Frühe Baujahre 2017–2018 mit 120.000 bis 180.000 km sind ab rund 15.000 bis 22.000 Euro (520d) verfügbar. Neuere Jahrgänge 2021–2023 mit 30.000 bis 80.000 km kosten 30.000 bis 45.000 Euro. Das LCI-Facelift ab 2020 bringt rund 5.000 bis 8.000 Euro Aufpreis. Finger weg von Schnäppchen unter 15.000 Euro ohne Servicenachweis – der Schuss geht fast immer nach hinten los.
Der G30 ist die Limousine (530 Liter Kofferraum), der G31 der Touring (Kombi, 560 bis 570 Liter, bis 1.700 Liter bei umgeklappter Rückbank). Technisch nahezu identisch. Am Gebrauchtmarkt ist der Touring der eindeutige Favorit – er macht über 60 Prozent der Angebote aus und ist alltagstauglicher. Die Limousine ist meist günstiger, aber auch weniger gefragt. Für Familien und Vielfahrer: Touring kaufen. Für Repräsentation ohne Kofferraumbedarf: Limousine reicht.
Das LCI-Facelift (Life Cycle Impulse, ab Frühjahr 2020) brachte eine breitere Niere, neue Scheinwerfer im Tagfahrlicht-Design, überarbeitete Stoßfänger und – wichtiger für den Käufer – das aktualisierte iDrive 7 mit optionalem kabellosen CarPlay und Android Auto. Außerdem wurde die Motorenpalette überarbeitet. LCI-Modelle sind erkennbar an der Optik und den Baujahren ab Frühjahr 2020. Sie gelten auch laut Nutzerfeedback als die ausgereifteren Fahrzeuge – wer kann, zahlt den Aufpreis.
Die wichtigsten Rückrufaktionen betreffen: (1) Abgasreinigung Diesel 2017 – unzureichende Abgasreinigung bei frühen Dieselmodellen. (2) OBD-Software Diesel-Vierzylinder (Produktionszeitraum August 2016 bis Februar 2022) – fehlerhaftes Software-Update konnte im Extremfall zum Motorausfall führen. Vor dem Kauf unbedingt die FIN-Nummer beim KBA auf offene Rückrufe prüfen – und Nachweis über durchgeführte Aktionen verlangen.
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