900 Kilometer WLTP. Vierhundert Kilowatt Ladeleistung. Vierhundert Kilometer Reichweite in zehn Minuten. Falls du gerade noch einmal nachlesen musstest – ja, das sind die Zahlen des neuen BMW i3. Die Design-Premiere fand heute, am 18. März 2026, statt, und München hat damit sein zweites Modell der Neuen Klasse enthüllt. Der erste elektrische 3er in der 50-jährigen Geschichte der Baureihe ist kein Experiment, er ist eine Kampfansage.
Mit dem iX3 legte BMW 2025 den Grundstein für die Neue Klasse – und die starke Nachfrage ist schon jetzt ein Ausrufezeichen: In der Branche ist von rund 50.000 Bestellungen in den ersten sechs Monaten die Rede. Nun folgt der i3 als Limousine, das Herzstück der Marke. Intern trägt das Fahrzeug das Kürzel NA0, und es übernimmt nahezu die gesamte Technologie-Architektur des iX3: dieselbe sechste eDrive-Generation, dieselbe 800-Volt-Plattform, denselben Hochleistungsrechner Heart of Joy. Nur eben in einer deutlich aerodynamischeren, flacheren Karosserie – was der Reichweite sichtlich zugutekommt.
Zum Marktstart gibt es zunächst eine einzige Variante: den BMW i3 50 xDrive. Allradantrieb, zwei Elektromotoren – eine Asynchronmaschine vorn, eine stromerregte Synchronmaschine (SSM) hinten. Systemleistung: 345 kW (469 PS), maximales Drehmoment: 645 Nm. Später sollen schwächere und preisgünstigere Varianten folgen, ein i3 40 eDrive mit Hinterradantrieb ist für 2027 angekündigt.
Abmessungen: Größer als der G20, aber kein Wachstumsmonster
Der i3 ist 4,76 Meter lang, 1,86 Meter breit und misst 1,48 Meter in der Höhe – das macht ihn knapp fünf Zentimeter länger als den bisherigen G20-Dreier, aber auch etwas breiter und flacher. Der Radstand wächst auf 2,90 Meter, was dem Fond-Raumangebot direkt zugutekommen soll. Wer die Proportionen eher quadratisch findet: Die Batterie unter dem Boden will untergebracht werden. BMW hat das dank der Pack-to-open-Body-Bauweise gut im Griff – der Akku übernimmt strukturelle Aufgaben und schließt den offenen Fahrzeugboden, was die Torsionssteifigkeit verbessert.
900 Kilometer WLTP: Wie macht BMW das?
Die kurze Antwort: vor allem durch den großen Akku und eine bessere Effizienz. Die längere Antwort lautet: BMW verbaut Rundzellen in Cell-to-Pack-Bauweise, was eine höhere Energiedichte auf Pack-Ebene erlaubt. Gegenüber der fünften eDrive-Generation steigt die Reichweite um rund 30 Prozent. Beim iX3 sind es bereits 678 bis 805 km WLTP – der i3 soll dank besserer Aerodynamik noch weiter kommen und erreicht laut BMW bis zu 900 Kilometer.
Die Akkukapazität nennt BMW noch nicht offiziell, aber Hinweise verdichten sich auf rund 108,7 kWh – identisch zum iX3. Ein kleinerer Akku für die günstigeren Versionen (geschätzt 82,6 kWh) dürfte folgen.
BMW setzt bei der Neuen Klasse konsequent auf das Motto „Licht ist das neue Chrom“. Die markentypische Doppelniere ist beim i3 nicht mehr als erhabene Plastikstruktur vorhanden – stattdessen zeichnen dünne Lichtlinien ihre Silhouette in die Front und betonen dabei die Breite des Fahrzeugs. Das Vier-Augen-Gesicht bleibt, wirkt aber neu interpretiert. Das optionale „Iconic Glow“ verstärkt die Tiefenwirkung durch beleuchtete Effekte.
In der Seitenansicht dominiert das klassische 2,5-Box-Design: Vorderwagen (Box 1), Kabine (Box 2), Stummelheck (halbe Box). Die Gürtellinie steigt von vorn nach hinten an und erzeugt eine Keilform, die Radhäuser sind prominent hervorgehoben. Bündig integrierte Türgriffe und ein nach hinten gezogenes Greenhouse runden das Bild ab. Das Heck übernimmt eine durchgehende rote Lichtlinie, flankiert von roten Dreiecken außen – unverkennbar modern, aber deutlich konventioneller als das futuristische Heck des iX3.
Elf Außenfarben stehen zum Start bereit, neu darunter „M Le Castellet Blau metallic“. Optional ist ein M Sportpaket erhältlich, das unter anderem M-Aerodynamik, 21-Zoll-M-Räder (Styling 1067 M), blaue Bremssättel und ein M-Sportlenkrad umfasst.
Innenraum: Panoramic iDrive und vier „Superbrains“
Das Cockpit des i3 übernimmt das BMW Panoramic iDrive aus dem iX3 – mit einer kleinen, aber feinen Anpassung: Der 17,9-Zoll-Touchscreen ist im i3 um drei Grad stärker in Richtung Fahrer geneigt. Darunter spannt sich die „Panoramic Vision“ über die gesamte Cockpitbreite und zeigt frei konfigurierbare Informationen – klassisches Kombiinstrument braucht es dafür nicht mehr. Ergänzt wird das System optional durch ein 3D-Head-up-Display.
Das Lenkrad mit seinen vertikal angeordneten Speichen kennt man vom iX3 – wer damit nicht warm wird, greift zum alternativ erhältlichen konventionellen Volant. Beleuchtete Oberflächen und hinterleuchtetes Armaturenbrett (optional „Bicolour Digital White“) sorgen für ein futuristisches Ambiente, das sich optionalen Angeboten wie einem Panoramaglasdach öffnet. Die Serienausstattung beinhaltet elektrisch verstellbare Sitze inklusive Travel & Comfort System.
Darunter werken vier Hochleistungsrechner, die BMW „Superbrains“ nennt. Einer davon ist der Heart of Joy, der ausschließlich für Antrieb, Bremsen, Rekuperation und Lenkfunktionen zuständig ist – zehnmal schneller als bisherige Systeme. Zusammen mit der BMW Dynamic Performance Control soll er in bis zu 98 % aller Verzögerungssituationen ausschließlich über Rekuperation bremsen, ohne die Reibebremse anzufordern. Dass das ohne Ruckeln beim Stillstand gelingt, ist die eigentliche technische Herausforderung – BMW behauptet, sie gelöst zu haben.
Einen Kofferraumwert hat BMW noch nicht kommuniziert. Was bereits bekannt ist: Unter der Fronthaube warten 31 Liter Frunk auf Ladekabel und kleines Gepäck.
BMW nennt sein Assistenzsystem-Konzept „Symbiotic Drive“ – und die Idee dahinter ist so simpel wie sinnvoll: Statt beim kleinsten Fahreingriff sofort abzuschalten, bleibt das System aktiv. Wer bei eingeschaltetem Tempomat leicht bremst, deaktiviert den Assistenten nicht. Wer das Lenkrad bei aktivierter Spurführung kurz nachlenkt, schaltet sie ebenfalls nicht ab. Das optionale Highway/Motorway Assistant erlaubt Fahren auf Autobahnen bis 130 km/h mit permanentem Loslassen der Hände – bei gleichzeitig aktiver Aufmerksamkeit des Fahrers. Level 2+ also, nicht robotisches Level-4-Träumen, sondern eine durchdachte Kooperation.
Fahrwerk und Antrieb
Vorn läuft der i3 auf einer Zweigelenk-Federbein-Achse, hinten auf einer Fünflenkerachse. Die Stabilisatoren sind mit vorgespannten Lagern versehen. Serienmäßig gibt es hubabhängige Stoßdämpfer, optional das bewährte adaptive M-Fahrwerk. Die primäre Antriebsachse ist die Hinterachse – die SSM dort dreht bis zu 21.000 U/min und kann ihr Magnetfeld flexibel regeln: bei Teillast effizienter, bei Volllast mit maximalem Drehmoment bis zur Höchstdrehzahl.
Preis: Noch keine Zahlen, aber ein klarer Korridor
Offizielle Preise nennt BMW nicht. Der Markt gibt aber Orientierung: Der iX3 50 xDrive kostet mindestens 70.900 Euro – bei einigen Medien zuletzt sogar 74.700 Euro nach einer Preiserhöhung. Die historische Differenz zwischen 3er und X3 in der Verbrenner-Welt lag bei rund 4.400 Euro. Das würde den i3 50 xDrive in einem Korridor von ca. 65.000 bis 68.000 Euro verorten. Günstigere Einstiegsvarianten (i3 40 eDrive, RWD) sind für 2027 angekündigt und könnten laut Schätzungen bei rund 45.000 bis 50.000 Euro starten.
Wettbewerber: Wer hat hier eigentlich noch eine Chance?
Der direkteste Rivale sollte der Tesla Model 3 Performance sein – kommt aber nur auf 571 km WLTP, also 329 km weniger. Der neue Mercedes CLA EQ schafft bis zu 800 km, liegt damit aber 100 km zurück und wartet selbst noch auf seinen Marktstart. Die kommende elektrische Mercedes C-Klasse ist ebenfalls für 2026 angekündigt – BMW und Mercedes liefern sich also ein direktes Duell im Mittelklasse-Segment. Der Audi A4 e-tron folgt als dritter Anwärter.
Dass BMW den Atem für 900 km hat, dürfte das Thema Reichweitenangst in dieser Klasse endgültig begraben.
Produktion: Made in Munich – wirklich
Der i3 wird ausschließlich im BMW Stammwerk München in Milbertshofen produziert – einem Werk, das in den vergangenen vier Jahren für mehr als eine Milliarde Euro modernisiert wurde. Ab August 2026 startet die Serienproduktion, ein Jahr später soll das gesamte Münchner Portfolio auf rein elektrische Fahrzeuge der Neuen Klasse umgestellt sein. Parallel produziert BMW den iX3 weiterhin im ungarischen Werk Debrecen. Dass das Premium-Elektroauto damit buchstäblich im Herzen der Marke entsteht, ist für BMW kein Zufall – es ist ein Statement.
Panoramic iDrive + Heart of Joy – Technologievorsprung spürbar
Produktion im Stammwerk München
i3 Touring bereits angekündigt (2027)
Software-Updates over-the-air nach Kauf
Preis noch offen – wahrscheinlich ab 65.000 €
Kofferraumvolumen noch nicht kommuniziert
WLTP-Werte nur vorläufig, keine verbindlichen Zahlen
Günstigere Einstiegsvarianten erst 2027
Heckpartie polarisiert im Vergleich zum iX3
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FAZIT
Fazit
Der neue BMW i3 ist der Beweis, dass die Elektromobilität in der Mittelklasse endgültig erwachsen geworden ist. 900 km Reichweite, 400 kW Laden, 469 PS Allrad – das sind keine Marketingversprechen für eine ferne Zukunft, das ist ein Serienfahrzeug, das im Herbst 2026 zu den Händlern rollt.
Die technologische Basis der Neuen Klasse hat sich bereits im iX3 bewährt. Der i3 schärft das Konzept für die wichtigste Baureihe der Marke und liefert dabei eine überzeugende Antwort auf Tesla, Mercedes und alle, die noch immer glauben, ein Verbrenner sei im Alltag praktischer.
Stand: 18. März 2026 – Design-Premiere. Alle Leistungs- und Reichweitenangaben vorläufig gemäß BMW-Pressemitteilung. Preise sind Schätzwerte der Fachpresse. Offizielle Bestellmöglichkeit ab Herbst 2026.
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