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Bugatti Veyron SS blau
Supercars

Bugatti Veyron Super Sport im Detail: Der Urvater aller Hypercars, der die Physik neu schrieb

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Man muss sich das mal vorstellen: Anfang der 2000er Jahre galt ein Ferrari Enzo mit 660 PS als das absolute Maß der Dinge.

Und dann kam Volkswagen, warf Milliarden an Entwicklungskosten auf das Problem und sagte: „Haltet mal unser Bier.“

Der ursprüngliche Veyron 16.4 war schon ein Schock für das System – und die direkte Umsetzung des wahnwitzigen Traums von VW-Patriarch Ferdinand Piëch. Aber der 2010 vorgestellte Super Sport war die absolute Krönung dieses Traums.

Er war die Antwort auf die nervigen Amerikaner (SSC), die kurzzeitig den Rekord geklaut hatten. Bugatti schlug zurück, und zwar hart. Mit offiziell gemessenen 431,072 km/h setzte der Super Sport eine Marke, die jahrelang unerreicht blieb.

Bugatti Veyron SS blau
Mit dem Veyron SS hat sich Ferdinand Piëch ein Denkmal gesetzt .© Bugatti Automobiles S.A.S.

Der Vibe-Check: Eine Concorde für die Straße

Einen Veyron Super Sport zu fahren, ist nicht wie Autofahren. Es ist eher, als würde man auf einer startenden Rakete sitzen, die mit feinstem Leder bezogen ist. Er ist schwer, er ist massiv, und er vermittelt ein Gefühl von unaufhaltsamer Gewalt.

Das gefällt uns

Die Ingenieurskunst: 16 Zylinder, vier Turbolader, zehn Kühler. Der Veyron ist ein mechanisches Wunderwerk, gebaut mit einem Budget, das wahrscheinlich das BIP kleinerer Staaten überstieg.

Die Verarbeitung: Selbst bei 400 km/h klappert nichts. Die Qualität der Materialien ist absolut makellos. Es ist Luxus am Limit.

Der „Speed Key“: Das Ritual ist legendär. Um schneller als 375 km/h zu fahren, musst du einen zweiten, speziellen Schlüssel links neben dem Fahrersitz drehen. Das Auto senkt sich ab, der Heckflügel justiert sich – das Auto geht in den Angriffsmodus.

Das nervt uns

Die Unterhaltskosten: Sie sind astronomisch. Ein Satz Spezialreifen (die alle 4.000 km gewechselt werden sollten) kostet locker 30.000 Euro. Eine große Inspektion? Denk gar nicht erst drüber nach.

Das Gewicht: Mit fast 2 Tonnen ist der Veyron ein schwerer Brocken. Er ist ein König der Geraden, kein kurvenräubernder Lotus Elise.

Das Turboloch: Die vier riesigen Lader brauchen eine Gedenksekunde, bevor sie den vollen Ladedruck aufbauen. Aber wenn sie da sind, verschwimmt die Welt.

Das Herzstück: Der W16-Gigant

Das Herz des Super Sport ist der legendäre 8,0-Liter-W16-Motor. Stell dir zwei V8-Motoren vor, die nebeneinander verschmolzen wurden. Für den Super Sport spendierte Bugatti größere Turbolader und Ladeluftkühler.

Das Ergebnis: Die Leistung stieg von 1.001 auf 1.200 PS. Das Drehmoment kletterte auf brachiale 1.500 Nm. Um diese Kraft auf die Straße zu bringen, nutzt der Veyron einen permanenten Allradantrieb und ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das von Ricardo speziell für dieses Drehmoment entwickelt wurde.

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Ein Kunstwerk auch von oben, es zeigt die brachiale Gewalt des Veyron © Bugatti Automobiles S.A.S.

Die Aerodynamik: Form follows Speed

Äußerlich erkennt man den Super Sport sofort an den fehlenden Lufthutzen auf dem Dach. Stattdessen saugt der Motor die Luft über zwei bündig eingelassene NACA-Einlässe an. Das verbessert die Anströmung des riesigen Heckflügels.

Die Karosserie besteht komplett aus Kohlefaser, oft in Sichtcarbon ausgeführt (wie bei der berühmten schwarz-orangenen „World Record Edition“). Das Fahrwerk wurde versteift, um bei über 400 km/h mehr Stabilität zu bieten.

Technische Daten: Bugatti Veyron 16.4 Super Sport

Motor 8,0-Liter W16 mit vier Turboladern
Leistung 883 kW / 1.200 PS
Drehmoment 1.500 Nm
0-100 km/h 2,5 Sekunden
0-300 km/h 14,6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 431,07 km/h (Rekord) / 415 km/h (Kundenbegrenzung)
Getriebe 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG)
Antrieb Permanenter Allradantrieb
Gewicht (leer) ca. 1.838 kg
Stückzahl 30 Exemplare (davon 5 World Record Edition)
Preis (damals) ca. 1,65 Millionen Euro (netto)

Unser Fazit

Der Bugatti Veyron Super Sport ist mehr als nur ein Auto. Er ist ein historischer Meilenstein. Er hat bewiesen, dass man die Grenzen der Physik verschieben kann, wenn man genug Geld und Ingenieurskunst auf das Problem wirft.

Natürlich ist der Nachfolger Chiron schneller, moderner und einfacher zu fahren. Aber der Veyron war der Pionier. Er hat die Tür zur 400-km/h-Welt aufgetreten. Er ist der „Concorde-Moment“ der Automobilindustrie. Ein Auto von einer Arroganz und Macht, die wir in der elektrifizierten Zukunft wohl nie wieder sehen werden.

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Bugatti Veyron Super Sport Galerie

Editorial

Verantwortlich: Robert Maximiuk
Automobile News liefert den ungeschminkten Blick unter die Haube. Statt nur Hochglanz-Prospekte zu zitieren, analysieren wir die Realität: Wir graben tief in TÜV-Reports, Pannenstatistiken und tausenden Nutzererfahrungen aus Fachforen. So finden wir die Schwachstellen, die im Verkaufsprospekt nicht stehen. Ehrlich, kritisch und mit der nötigen Portion Humor – erstellt mit modernster KI-Datenanalyse und persönlich kuratiert von einem echten Auto-Enthusiasten.

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