Dacia baut keinen Kombi. Das war jahrelang Konsens. Der Jogger? Kein Kombi, eher ein hochbeiniger Familientransporter. Der Bigster? SUV. Und jetzt das: Der Dacia Striker ist ein ausgewachsener Lifestyle-Kombi im C-Segment, 4,62 Meter lang, mit Hybrid-Antrieb und Allrad-Option — für unter 25.000 Euro. Das ist keine kleine Ansage. Das ist ein Frontalangriff auf VW, Skoda und Co.

Was der Striker ist — und was er nicht ist
Der Name verrät die Ambition: „Striker“ wie beim Bowling einen Strike landen, ins Schwarze treffen. Dacia ist sich bewusst, dass das ein gewagter Auftritt ist für eine Marke, die bis vor wenigen Jahren noch als Billigauto-Schmiede belächelt wurde. Aber die Rumänen haben bewiesen, dass sie es ernst meinen — Bigster, neuer Sandero, Duster 3. Der Striker ist die logische Fortsetzung.
Technisch basiert der Striker auf der CMF-B-Plattform der Renault Group — dieselbe Architektur, die Bigster, Duster, Clio und Captur trägt. Das bedeutet Skaleneffekte in Millionenstückzahl, bewährte Technik und günstige Ersatzteile. Genau die Grundlage, auf der Dacia seine Preisstrategie aufbaut.

Mit 4,62 Metern Länge ist der Striker sogar fünf Zentimeter länger als der Bigster — damit aktuell das längste Modell der Marke. Das Kofferraumvolumen wird auf über 700 Liter geschätzt. Zum Vergleich: Ein VW Golf Variant kommt auf 611 Liter, ein Skoda Octavia Combi auf 640 Liter. Wenn die Schätzungen stimmen, gewinnt der Striker dieses Duell — für deutlich weniger Geld.
Design: Kein Kompromiss-Kombi, sondern echte Handschrift
Dacia hat beim Striker nicht einfach einen Bigster mit längerem Heck gebaut. Die Silhouette ist eigenständig: aerodynamisch abfallende Dachlinie, gestreckte Proportionen, erhöhte Bodenfreiheit. Der Vergleich mit einem Shooting Brake ist nicht weit hergeholt. Vorn dominiert die markentypische vertikale Front mit neuer Tagfahrlicht-Signatur im T-Design. Hinten verbindet ein schwarzes Glanzband die T-förmigen Rückleuchten — das kennt man von anderen modernen Kompaktkombis, und es funktioniert hier genauso gut.
Die schwarzen Kunststoff-Kontrastelemente verleihen dem Striker einen robusten Crossover-Charakter ohne ihn zum SUV-Imitat zu machen. Beobachter verglichen das Design mit dem Kia K4 Sportswagon und dem Skoda Vision O-Konzept — was nichts Schlechtes ist. Beide sind attraktive Autos. Dacia kostet nur halb so viel.

Antriebe: Hybrid, Allrad, LPG — kein Verbrenner ohne Elektrohilfe
Dacia bietet den Striker in drei Varianten an, alle mit Elektrifizierung. Die Leistungswerte sind noch nicht offiziell bestätigt — als Basis dienen die bekannten Antriebe des Bigster:
| Antrieb | Leistung (aus Bigster abgeleitet) | Besonderheit |
|---|---|---|
| Hybrid | ~155 PS (Vollhybrid) | 1,8-l-Atkinson + 2 E-Motoren, Automatik |
| Hybrid 4×4 | ~150 PS | E-Motor hinten ohne mech. Kardanwelle |
| LPG-Hybrid | ~140 PS (Mildhybrid) | Autogas, günstigste Betriebskosten |
Der Vollhybrid dürfte das meistverkaufte Modell werden. Dacia setzt im Bigster und Jogger auf einen 1,8-Liter-Vierzylinder im Atkinson-Zyklus mit zwei Elektromotoren und 1,4-kWh-Puffer-Akku — für den Striker ist ein identisches oder sehr ähnliches System zu erwarten.
Die Hybrid-4×4-Variante funktioniert wie beim Duster: Verbrenner treibt die Vorderachse an, ein separater Elektromotor übernimmt die Hinterachse — ohne mechanische Verbindung zwischen den Achsen. Simpel, bewährt, günstig in der Herstellung.
Die LPG-Variante ist Dacias Nischenangebot für preisbewusste Vielfahrer. Autogas kostet rund die Hälfte von Benzin, der Antrieb selbst ist wartungsfreundlich. Wer viel Kilometer macht und keinen Allrad braucht: das könnte der Sweet Spot sein.

Gegen wen tritt der Striker an?
Der Kombi-Markt hat sich ausgedünnt. Viele Hersteller haben ihre Kombis still beerdigt. Übrig geblieben sind die Stabilen: VW Golf Variant, Skoda Octavia Combi, Opel Astra Sportstourer. Alle kosten deutlich über 30.000 Euro in der Vollhybrid-Ausführung — sofern sie eine anbieten. Der Striker kommt für unter 25.000 Euro. Das ist ein Preisunterschied von mindestens 5.000 bis 10.000 Euro gegenüber direkten Konkurrenten.
Positiv
- Unter 25.000 Euro Einstiegspreis im C-Segment
- 4,62 m Länge — größter Dacia überhaupt
- Kofferraum geschätzt über 700 Liter
- Drei elektrifizierte Antriebe inklusive Allrad
- CMF-B-Plattform: bewährt, günstige Ersatzteile
Negativ
- Innenraum noch nicht enthüllt — Ausstattung unklar
- Langzeitzuverlässigkeit erst ab 2028/2029 bewertbar
- Händlernetz für Service muss mit dem Modell wachsen
- Kofferraumangaben noch Schätzwerte — keine offiziellen Daten

Marktstart und Preise: Was bisher bekannt ist
Dacia hat einen Einstiegspreis von unter 25.000 Euro bestätigt. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass der Striker sogar günstiger als der Bigster starten könnte — der beginnt bei 23.990 Euro. Ein Einstiegspreis um die 23.000 Euro wäre damit realistisch. Die finale Weltpremiere mit vollständigen Daten, Preisliste und Innenraum-Enthüllung ist für Juni 2026 angekündigt. Der Marktstart in Deutschland folgt wahrscheinlich Ende 2026.


Kommentare
0Jetzt bist du dran
Wie siehst du das – Zustimmung, Gegenargument oder eigene Erfahrung?
Zustimmung, Widerspruch oder eigene Erfahrung: Hier darf es gern konkret werden.
Du hast noch keinen Account? Registriere dich hier und werde Teil der Community!