Die E-Mobilität ist eine Community. Man grüßt sich (manchmal), man hilft sich (oft) – und man geht sich gegenseitig auf die Nerven (leider immer öfter). Damit du an der Ladesäule nicht zum Staatsfeind Nr. 1 wirst, gibt es ungeschriebene Gesetze.
Hier sind die 7 Todsünden an der Ladesäule – und wie du es besser machst.
1. Die „100-Prozent-Blockierer“ (Der Klassiker)

Du stehst am Schnelllader (HPC). Dein Akku ist bei 80%. Die Ladekurve fällt in den Keller, dein Auto lädt nur noch so schnell wie eine Kaffeemaschine. Trotzdem bleibst du stehen, bis die 100% voll sind, während hinter dir schon eine Schlange steht.
Die Regel: Am Schnelllader gilt: Laden bis 80% reicht! Danach dauert es ewig. Wer für die letzten paar Elektronen eine 300-kW-Säule blockiert, handelt unsozial – vor allem, wenn man einmal verstanden hat, warum kW beim Laden die Leistung und kWh die Energiemenge beschreibt.
2. Der „Hybrid-Schnorrer“ am Schnelllader
Du fährst einen Plug-in-Hybrid, der maximal mit 3,7 kW laden kann. Trotzdem steckst du ihn an den riesigen DC-Hypercharger, weil der Stecker halt passt (CCS).
Die Regel: Schnelllader sind für Autos, die schnell laden können und müssen (Reisende). Wenn dein Auto nur langsam nuckelt, such dir bitte eine normale AC-Säule. Einen Hypercharger mit einem Schnarchlader zu blockieren, ist wie mit einem vollen Einkaufswagen an die Express-Kasse zu gehen.
3. „Ghost-Charging“ (Parken ohne Laden)
Das Kabel steckt, aber der Ladevorgang ist längst beendet. Oder noch schlimmer: Das Kabel steckt gar nicht, du nutzt den Parkplatz nur, weil er so schön nah am Eingang ist.
4. Kuschel-Laden (Wenn Platz ist)
Eine Ladestation hat vier Anschlüsse. Ein Auto steht ganz links. Du kommst an und stellst dich direkt daneben – obwohl zwei Plätze weiter alles frei ist.
Die Regel: Viele Ladesäulen teilen sich die Leistung („Load Sharing“). Wenn zwei Autos an derselben Säule hängen, halbiert sich oft die Geschwindigkeit für beide. Wenn möglich: Lass eine Lücke, damit jeder die volle Power bekommt.
5. Kabel-Salat hinterlassen
Du bist fertig, reißt das Kabel raus, wirfst es auf den Boden und fährst weg. Der nächste darf es dann aus der Pfütze fischen.
Die Regel: Häng den Stecker wieder ordentlich in die Halterung. Ein verdreckter Stecker kann zudem zu Ladefehlern führen.
6. Der „Not-Aus“-Drücker

Der Ladevorgang bricht ab oder startet nicht. Aus Frust haust du auf den roten Not-Aus-Knopf an der Säule.
7. Kommunikation ist King
Du musst dein Auto kurz stehen lassen, obwohl es voll ist? Oder du brauchst dringend Strom?
Die Regel: Nutze Ladescheiben oder leg einen Zettel mit deiner Handynummer ins Fenster. „Bin in 10 Min zurück“ entschärft 90% aller Konflikte.
Positiv
- Ab 80% Platz für den Nächsten machen
- Ladescheibe / Zettel nutzen
- Stecker sauber zurückhängen
- AC-Säulen für Hybride nutzen
Negativ
- Säule als Parkplatz missbrauchen
- Not-Aus aus Frust drücken
- Kuschel-Laden (Leistung teilen) ohne Not
- Kabel im Dreck liegen lassen
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