Drücke ESC zum Schließen oder Enter zum Suchen
E-Auto Ladeindex Deutschland Schaubild
E-Mobilität

Wo E-Autos locker laden – und wo’s eng wird: Der Deutschland Ladeindex

Robert Maximiuk 22. April 2026 💬 2 Kommentare

Mehr als zwei Millionen reine Elektroautos, knapp 196.000 öffentliche Ladepunkte – und ein massives regionales Gefälle. Unser Deutschland Ladeindex zeigt auf Landkreisebene, wie viele E-Autos sich statistisch einen öffentlichen Ladepunkt teilen. Das Ergebnis überrascht.

Bundesweite Zahlen sind beruhigend. Regionalzahlen können es sein – oder eben nicht. Wer in Euskirchen ein E-Auto fährt, schaut auf einen Ladeindex von 31,5. Wer im Landkreis Oder-Spree unterwegs ist, auf 3,7. Der Unterschied zwischen bestem und schlechtestem Kreis beträgt mehr als das Achtfache. Das ist kein kleines regionales Ungleichgewicht – das ist strukturell.

Für diesen Artikel haben wir das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur (Stand: März 2026) mit dem PKW-Bestand nach Kraftstoffarten des Kraftfahrt-Bundesamts (FZ 1.2, Stand: 1. Januar 2026) auf Ebene der Zulassungsbezirke zusammengeführt. Das Ergebnis: der Deutschland Ladeindex – für 376 von 400 Landkreisen und kreisfreien Städten.

⚡ Daten-Tool

Deutschland Ladeindex

E-Autos pro öffentlichem Ladepunkt · Landkreisebene · Quellen: BNetzA & KBA

▇ Gut versorgt ≤10 ▇ Durchschnitt ≤20 ▇ Unterversorgt >20 E-Autos / Ladepunkt

Landkreis anklicken für Details.

PLZ eingeben und suchen

Der Ladeindex: Was er misst und was er nicht misst

Der Index berechnet sich einfach: Anzahl zugelassener BEV-Pkw geteilt durch die Zahl öffentlicher Ladepunkte im selben Landkreis. Je niedriger der Wert, desto besser das Verhältnis von Ladeinfrastruktur zu E-Auto-Bestand.

Was der Index nicht misst: Auslastung, Verfügbarkeit, Standortqualität oder die Zahl privater Wallboxen. Ein Landkreis mit niedrigem Index kann trotzdem überlastete Säulen haben – und umgekehrt. Er ist ein struktureller Vergleichswert, kein Echtzeit-Lagebild.

Drei Zonen:

Nicht ausgewertet wurden 24 Kreise, für die keine eindeutige Datenzuordnung möglich war. Sonderverwaltungsformen wie die Städteregion Aachen, die Region Hannover oder der Regionalverband Saarbrücken wurden manuell anhand ihrer amtlichen Gemeindeschlüssel ergänzt und sind im Index enthalten.

Bundesquotient: 10,4 – unser Datensatz-Mittel: 10,5

Laut KBA waren zum 1. Januar 2026 exakt 2.034.260 reine Elektroautos in Deutschland zugelassen. Die veröffentlichte BNetzA-Ladesäulenliste (Stand: 25. März 2026, nur abgeschlossene Anzeigeverfahren) umfasst 195.637 Ladepunkte. Daraus ergibt sich ein rechnerischer Bundesquotient von rund 10,4 E-Autos pro öffentlichem Ladepunkt.

Unser regionaler Datensatz – 376 auswertbare Kreise, BEV-Bestände aus FZ 1.2 je Zulassungsbezirk – ergibt einen aggregierten Mittelwert von 10,5. Die geringfügige Abweichung entsteht durch Aggregationszeilen im Quelldokument und beeinflusst die relativen Verhältnisse zwischen den Kreisen nicht.

Euskirchen, Wolfenbüttel, Trier-Saarburg: Die Schlusslichter

14 Kreise liegen mit einem Indexwert über 20 im roten Bereich – statistisch teilen sich dort mehr als 20 E-Autos einen öffentlichen Ladepunkt. Spitzenreiter ist der Kreis Euskirchen mit einem Wert von 31,5: 11.850 zugelassene BEV-Pkw, aber nur 376 öffentliche Ladepunkte.

Auffällig: Rheinland-Pfalz stellt sechs der zehn Schlusslichter – Trier-Saarburg, Kusel, Südwestpfalz, Altenkirchen (Westerwald), Germersheim und Kaiserslautern. Das Bundesland hat einen strukturellen Rückstand bei der öffentlichen Ladeinfrastruktur, der sich durch den gesamten Index zieht.

Karlsruhe auf Platz 5 fällt gesondert auf: Mit 12.864 E-Autos ist der Stadtkreis kein ländlicher Nachzügler, sondern eine Großstadt, deren Ladenetz mit der E-Auto-Nachfrage nicht mitgewachsen ist.

RangKreisE-AutosLadepunkteE-Autos je LP
1Kreis Euskirchen11.85037631,5
2Landkreis Wolfenbüttel3.39912227,9
3Landkreis Trier-Saarburg6.79926625,6
4Landkreis Kusel1.2625423,4
5Stadtkreis Karlsruhe12.86455123,3
6Landkreis Südwestpfalz2.0899123,0
7Landkreis Altenkirchen (Westerwald)3.20714022,9
8Landkreis Germersheim3.36414922,6
9Landkreis Hochtaunuskreis8.06536022,4
10Landkreis Kaiserslautern2.54611621,9

Oder-Spree, Saale-Orla-Kreis, Vorpommern-Rügen: Der Osten führt

An der Spitze der Auswertung dominieren ostdeutsche Landkreise – mit Indexwerten zwischen 3,7 und 4,2. Eine mögliche Erklärung: In diesen Regionen ist der E-Auto-Bestand noch vergleichsweise niedrig, während gleichzeitig früh in öffentliche Ladeinfrastruktur investiert wurde. Ob das auf Fördereffekte, touristische Standortstrategien oder andere Faktoren zurückgeht, lässt sich aus den vorliegenden Daten allein nicht ableiten.

Der Landkreis Oder-Spree erreicht mit 3,7 den bundesweit besten Wert: 829 Ladepunkte für 3.108 E-Autos. Der Saale-Orla-Kreis und Vorpommern-Rügen folgen unmittelbar. Auch Emden und Gera stechen heraus – beide mit einer verhältnismäßig hohen Ladepunktdichte gegenüber dem noch überschaubaren E-Auto-Bestand.

RangKreisE-AutosLadepunkteE-Autos je LP
1Landkreis Oder-Spree3.1088293,7
2Landkreis Saale-Orla-Kreis7902123,7
3Landkreis Vorpommern-Rügen2.4226433,8
4Kreisfreie Stadt Emden8742214,0
5Kreisfreie Stadt Gera9282294,1
6Landkreis Stendal1.1662764,2
7Kreisfreie Stadt Zweibrücken7681784,3
8Stadtkreis Heidelberg3.0767034,4
9Kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder)5421095,0
10Kreisfreie Stadt Salzgitter1.6563325,0

Metropolen: Viele Ladepunkte, aber auch viele E-Autos

Berlin (6.889 Ladepunkte), Hamburg (4.857) und Stuttgart (4.206) haben nach absoluten Zahlen die größten öffentlichen Ladenetze Deutschlands. Beim E-Auto-Bestand führen München (54.695 BEV), Berlin (48.888) und Hamburg (42.674). Ergebnis: Die Großstädte landen im Mittelfeld des Index – gut ausgebaut, aber auch stark nachgefragt.

Das zeigt die eigentliche Botschaft der Auswertung: Absolute Ladepunktzahlen sagen wenig. Entscheidend ist das Verhältnis zum lokalen E-Auto-Bestand.

Ladesäulen in deiner Nähe suchen

Im zweiten Tab des Daten-Tools oben kannst du direkt nach öffentlichen Ladepunkten in deiner Nähe suchen – per PLZ, mit einstellbarem Radius. Die Daten stammen direkt aus dem BNetzA-Ladesäulenregister und zeigen Betreiber, Adresse, Steckertypen, Ladeleistung und Entfernung.

Methodik

Datenquellen: Bundesnetzagentur Ladesäulenregister (Stand: 25. März 2026, nur abgeschlossene Anzeigeverfahren) und KBA FZ 1.2 „Personenkraftwagen nach Zulassungsbezirken und Kraftstoffarten“ (Stand: 1. Januar 2026). Berücksichtigt wurden ausschließlich reine Batterieelektrofahrzeuge (BEV) – keine Plug-in-Hybride, keine privaten Wallboxen.

Formel: Ladeindex = Anzahl BEV-Pkw im Zulassungsbezirk / Anzahl öffentlicher Ladepunkte im selben Kreis.

Abdeckung: Von 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten konnten 376 ausgewertet werden. Sonderverwaltungsformen (u. a. Städteregion Aachen, Region Hannover, Regionalverband Saarbrücken) wurden manuell anhand amtlicher Gemeindeschlüssel zugeordnet. 24 Kreise ohne belastbare Zuordnung sind nicht im Index enthalten.

Bundesbestand BEV: Laut offizieller KBA-Pressemitteilung (27. Februar 2026) waren zum 1. Januar 2026 exakt 2.034.260 reine Elektroautos in Deutschland zugelassen. Die regionale Summe aus FZ 1.2 weicht davon geringfügig ab; maßgeblich ist der amtliche Gesamtwert des KBA.

Schwellenwerte (gut/durchschnitt/unterversorgt) sind redaktionelle Einordnungen von automobile-news.de – keine amtliche Klassifikation.

Fazit: Der Ausbau hält nicht überall Schritt

FAZIT
Deutschland hat in den letzten Jahren massiv in öffentliche Ladeinfrastruktur investiert. Die Auswertung zeigt aber: Der Fortschritt kommt regional sehr unterschiedlich an. Während ostdeutsche Landkreise oft mehr Ladepunkte haben als ihr aktueller E-Auto-Bestand erfordern würde, haben Regionen wie Euskirchen, die Pfalz oder Wolfenbüttel strukturellen Nachholbedarf.
Für Laternenparker, Pendler ohne eigene Wallbox und alle, die auf öffentliches Laden angewiesen sind, ist der Ladeindex kein akademischer Vergleichswert.
Er entscheidet im Alltag darüber, ob das E-Auto eine entspannte oder frustrierende Erfahrung ist. In 14 deutschen Kreisen ist die Antwort aktuell zu häufig: frustrierend.
Was ist der Deutschland Ladeindex?

Der Deutschland Ladeindex zeigt, wie viele reine Elektroautos sich statistisch einen öffentlichen Ladepunkt teilen. So wird sichtbar, in welchen Regionen die Ladeinfrastruktur gut ausgebaut ist und wo sie vergleichsweise knapp ist.

Wie wird der Ladeindex berechnet?

Die Formel ist simpel: Bestand reiner E-Autos geteilt durch die Zahl öffentlicher Ladepunkte. Je niedriger der Wert, desto besser ist die Versorgung im jeweiligen Kreis oder in der jeweiligen Stadt.

Warum ist ein niedriger Ladeindex besser?

Ein niedriger Wert bedeutet, dass weniger E-Autos auf einen Ladepunkt kommen. Das spricht für eine bessere Verfügbarkeit und geringeren Druck auf die öffentliche Ladeinfrastruktur.

Welche Daten nutzt der Deutschland Ladeindex?

Grundlage sind öffentlich verfügbare Daten der Bundesnetzagentur zu öffentlichen Ladepunkten und Bestandszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes zu batterieelektrischen Pkw.

Sind private Wallboxen im Ladeindex enthalten?

Nein. Der Ladeindex berücksichtigt nur öffentliche Ladepunkte. Private Wallboxen auf dem eigenen Grundstück oder in Firmenflotten fließen nicht in die Auswertung ein.

Warum schneiden manche Regionen besser ab als andere?

Das hängt vom Verhältnis zwischen E-Auto-Bestand und Ladepunktausbau ab. Manche Kreise haben früh und stark in öffentliche Ladeinfrastruktur investiert, während in anderen Regionen der Fahrzeugbestand schneller gewachsen ist als das Ladenetz.

Haben große Städte automatisch die beste Ladeinfrastruktur?

Nicht unbedingt. Große Städte haben zwar oft viele Ladepunkte, gleichzeitig aber auch besonders viele E-Autos. Entscheidend ist deshalb nicht die absolute Zahl, sondern das Verhältnis von Fahrzeugen zu Ladepunkten.

Kann sich der Ladeindex schnell verändern?

Ja. Der Wert kann sich ändern, wenn neue Ladepunkte hinzukommen oder der Bestand an E-Autos stark wächst. Deshalb ist der Ladeindex immer eine Momentaufnahme auf Basis des jeweiligen Datenstands.

Warum ist der Ladeindex für Laternenparker besonders wichtig?

Wer nicht zuhause laden kann, ist stärker auf öffentliche Infrastruktur angewiesen. Für diese Fahrer ist die Ladepunktdichte vor Ort ein entscheidender Faktor für Alltagstauglichkeit und Komfort.

Empfehlung der Redaktion

Gebrauchtwagen Report

Vom Lamborghini Gallardo bis zum Peugeot 307 – check jetzt die Mängelquoten deiner Favoriten und finde heraus, ob dein Traumwagen ein treuer Begleiter oder ein Werkstatt-Dauergast ist!

Zum Report →

Editorial

Verantwortlich: Robert Maximiuk
Automobile News liefert den ungeschminkten Blick unter die Haube. Statt nur Hochglanz-Prospekte zu zitieren, analysieren wir die Realität: Wir graben tief in TÜV-Reports, Pannenstatistiken und tausenden Nutzererfahrungen aus Fachforen. So finden wir die Schwachstellen, die im Verkaufsprospekt nicht stehen. Ehrlich, kritisch und mit der nötigen Portion Humor – erstellt mit modernster KI-Datenanalyse und persönlich kuratiert von einem echten Auto-Enthusiasten.

2 Kommentare

  1. Avatar-Foto
    Luca

    Hallo Robert,

    könntest du in naher Zukunft mal einen Gebrauchtwagen Report für die Giulia (Alfa Romeo) machen?
    Finde das Auto super und spiele schon seit Jahren mit dem Gedanken mir das Auto zuzulegen.

    Antworten
    1. Cropped Cropped Robert Maximiuk1
      Robert Maximiuk ⭐ REDAKTION

      Hallo Luca,
      ist in Arbeit. Kleiner Spoiler: Bei einem Kauf kannst du nicht viel falsch machen 😉
      Herzliche Grüße Robert

      Antworten

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du hast noch keinen Account? Registriere dich hier und werde Teil der Community!