DS Automobiles traut sich was: Der Nachfolger des DS 7 heißt jetzt DS N°7 – gesprochen „DS Nummer Sieben“ – und soll alles besser machen, was den Vorgänger schon stark gemacht hat: französischer Komfort, Pariser Stil, eine Prise Exzentrik. Gleichzeitig bringt das neue Premium-SUV eine Plattform mit, die endlich das nötige technologische Fundament für echte Langstrecken-Elektromobilität legt. Weltpremiere war am 17. März 2026, in Deutschland ist der DS N°7 inzwischen bestellbar: Der Hybrid startet bei 47.700 Euro, die vollelektrischen E-Tense-Versionen beginnen bei 56.300 Euro, die ersten Auslieferungen sind für Herbst 2026 vorgesehen.

Aber lohnt er sich? Und wenn ja – welche der vier Antriebsvarianten passt zu wem? Das schauen wir uns an.
Was ist neu am DS N°7?
Äußerlich wächst der N°7 moderat: 4,66 Meter lang (sieben Zentimeter mehr als der DS 7), 190 cm breit, 163 cm hoch. Der Radstand wächst um fünf Zentimeter auf 2,79 Meter – das ist der entscheidende Wert für die Fondpassagiere. Wer hinten sitzt, wird das spüren.
Der Kofferraum legt ebenfalls zu: 500 bis 560 Liter je nach Antrieb und Soundsystem. Das ist für ein Kompakt-SUV ein ordentlicher Wert. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 40/20/40 umklappen, die Ladefläche wird dabei eben – gut gemacht.

Technisch trägt der N°7 die neue STLA-Medium-Plattform von Stellantis, die endlich Reichweiten ermöglicht, bei denen man nicht mehr ständig die Ladeapp vor Augen hat. Und das aktive Fahrwerk DS Active Scan Suspension – eine Kamera liest die Straße voraus und regelt die Dämpfer in Millisekunden – ist jetzt serienmäßig. Beim DS 7 war das noch ein teures Extra.
Die vier Antriebsvarianten – und für wen sie taugen
| Variante | Antrieb | Leistung | Reichweite | Für wen? | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| Hybrid | 1,2l Turbo + 48V-E-Motor, 6-Gang-DCT | 107 kW / 145 PS | ~1.040 km, 5,4 l/100 km | Vielfahrer ohne Lademöglichkeit, Langstrecke | 47.770€ |
| E-Tense FWD | Elektrisch, Vorderrad | 169 kW / 230 PS | bis 539 km (73,7 kWh) | Einsteiger ins E-Segment, Stadt/Pendler | 56.300€ |
| E-Tense FWD Long Range Empfehlung | Elektrisch, Vorderrad | 180 kW / 245 PS (Boost: 280 PS) | bis 734 km (97,2 kWh), 160 kW Laden | Allrounder: Stadt + Autobahn, 27 min auf 20–80% | 61.700€ |
| E-Tense AWD Long Range | Elektrisch, Allrad | 257 kW / 350 PS (Boost: 375 PS) | bis 679 km, 0–100 in 5,4 s | Dynamik-Käufer, Winterregionen, Anhängerlast | 66.600€ |
Der Hybrid: Für wen macht das noch Sinn?

Ein Mild-Hybrid mit 145 PS und 1,2-Liter-Dreizylinder – das klingt zunächst nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner. Aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache: 121 g CO₂/km, ein 55-Liter-Tank, und du kommst laut DS über 1.000 Kilometer weit. Wer keinen Stellplatz mit Lademöglichkeit hat, viel Landstraße und Autobahn fährt und keine Lust auf Ladepausen hat, bekommt hier das unkomplizierteste Paket.
Die Long-Range-Version: Der Sweet Spot

740 Kilometer Normreichweite, 160 kW Ladeleistung, eine bemerkenswert flache Ladekurve zwischen 20 und 55 Prozent – das ist das Paket, das diesen DS auf der Autobahn konkurrenzfähig macht. In zehn Minuten lädt man laut DS bis zu 200 km nach. Das ist keine Marketing-Übertreibung mehr, das ist alltagsnah. Die Batterie kommt aus der ACC-Gigafactory in Nordfrankreich – Made in Europe, wer das bei seiner Kaufentscheidung gewichtet.
Für die große Mehrheit der Käufer dürfte diese Variante die richtige sein: genug Reichweite für Langstrecken, keine Allrad-Aufpreispflicht, und der Boost-Modus liefert kurzzeitig 280 PS, wenn man mal flott auf der Auffahrt sein muss.
AWD: Nur wenn’s wirklich sein muss
350 PS, 0–100 in 5,4 Sekunden, Allrad – das klingt gut. Aber man erkauft sich die Dynamik mit rund 60 km weniger Reichweite gegenüber der FWD-Long-Range. Wer oft im alpinen Winter unterwegs ist oder Anhängerlast braucht, greift hier zu. Wer einfach nur zügig fahren will, ist mit der FWD-Version ehrlich gesagt gut bedient.

Technik-Highlights, die den Unterschied machen
DS Active Scan Suspension ist das entscheidende Komfort-Argument. Die Windschutzscheibenkamera liest Fahrbahnunebenheiten aus und regelt jeden Dämpfer in Millisekunden neu – wer schon mal in einem alten DS 7 mit dieser Option gesessen hat, weiß: Das macht einen echten Unterschied gegenüber einem konventionell gefederten Kompakt-SUV.
DS Drive Assist 2.0 bietet autonomes Fahren Stufe 2 inklusive automatischem Spurwechsel bei 70–140 km/h – Blinker setzen, System übernimmt. Für Pendler auf deutschen Autobahnen ein echtes Komfortargument.
DS Night Vision ist laut DS einzigartig im C-SUV-Segment: Eine Infrarotkamera erkennt Personen und Tiere bis 300 Meter. Wer regelmäßig nachts auf Landstraßen unterwegs ist, wird das zu schätzen wissen.
DS Iris 2.0 mit ChatGPT: 16-Zoll-Touchscreen, drahtloses CarPlay und Android Auto, KI-Sprachsteuerung. Die Integration von ChatGPT für natürliche Konversation klingt zumindest ambitionierter als „Hey Mercedes, spiel Musik“.

Stärken und Schwächen auf einen Blick
Positiv
- Bis 740 km Reichweite – einer der besten Werte im Segment
- DS Active Scan Suspension jetzt serienmäßig (war beim DS 7 teures Extra)
- 500–560 Liter Kofferraum – viel für ein Kompakt-SUV
- Europäische Fertigung: Batterie aus Frankreich, Endmontage in Melfi (Italien)
- Hybrid mit ~1.040 km Reichweite für Lademuffel
- Night Vision einzigartig im C-SUV-Segment
Negativ
- Mild-Hybrid mit nur 145 PS – kein PHEV mit echter E-Reichweite
- Händlernetz von DS in Deutschland überschaubar
- Dreizylinder im Hybrid: Langzeit-NVH bleibt abzuwarten
Sicherheit: Mit leichten Abstrichen
Der neue DS N°7 erreicht im aktuellen Euro-NCAP-Test nur vier Sterne und schneidet damit weniger glänzend ab als der frühere DS 7 Crossback. Die Grundstruktur zeigte sich zwar stabil, vorne wurden die Insassen gut geschützt und beim Kinderschutz sowie beim Schutz ungeschützter Verkehrsteilnehmer liefert der Franzose solide bis gute Werte. Abzüge gibt es jedoch unter anderem für den nur mäßigen Schutz des hinteren Brustbereichs im Frontalaufprall, die fehlende Gegenmaßnahme gegen Insassenkontakt beim seitlichen Aufprall, Schwächen beim automatischen Erkennen und Abbremsen vor Fußgängern hinter dem Fahrzeug sowie für Assistenzsysteme, die nach aktuellen Euro-NCAP-Maßstäben nicht ganz auf Topniveau liegen.
Kaufempfehlung: Welche Version?

Wer eine Lademöglichkeit hat und mehr als 30.000 Kilometer im Jahr fährt: E-Tense FWD Long Range. 740 km Normreichweite bedeuten in der Praxis, dass du Berlin–München–Berlin ohne nennenswerte Ladeangst fährst. Die flache Ladekurve und 160 kW DC-Ladeleistung machen Pausen kurz.
Wer keinen Stellplatz mit Stecker hat oder hauptsächlich Langstrecke ohne planbare Ladepausen fährt: Hybrid. Mit 5,4 Litern auf 100 km und 55-Liter-Tank ist das ein durchaus vernünftiges Paket – auch wenn der eine oder andere auf den angekündigten größeren Hybrid-Antrieb warten sollte.
AWD und E-Tense FWD Basis sind Nischenentscheidungen: der eine für echte Allrad-Bedürfnisse, der andere als günstigster Einstieg ins DS-Elektro-Universum.

Und der 48-Volt-Hybrid ist für alle, die nicht laden wollen oder können, die ehrlichere Variante: kein Alibi-Stecker, keine Ladedisziplin, aber immerhin ein elektrifizierter Benziner für den Alltag. Günstig wird der DS N°7 trotzdem nicht: Der Hybrid startet in Deutschland bei 47.700 Euro, die vollelektrischen E-Tense-Versionen beginnen bei 56.300 Euro, die Long-Range-Modelle noch einmal darüber. Damit bleibt die entscheidende Frage: Reichen Komfort, Design, Reichweite und französischer Premium-Anspruch aus, um diese Preise gegen starke Konzern- und Premium-Konkurrenz zu rechtfertigen?

DS N°7 Galerie







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