Alle jubeln. Die EU-Zulassungszahlen 2025 sind raus, und die Schlagzeilen überschlagen sich: Elektroautos auf dem Vormarsch, 17,4 Prozent Marktanteil, Rekord. Der Verbrenner auf dem Rückzug. Die Energiewende läuft.
Stimmt alles. Und ist trotzdem kompletter Unsinn.
Denn wer genauer hinschaut, sieht: Hybrid-Autos haben 2025 satte 34,5 Prozent des EU-Marktes eingesackt. PHEVs noch mal 9,4 Prozent. Und beide haben einen Verbrennungsmotor unter der Haube. Addiert man das zusammen mit Benzinern und Dieseln, landet man bei einer ernüchternden Zahl: Knapp 80 Prozent aller neu zugelassenen Autos in Europa hatten 2025 einen Verbrennungsmotor.
Der Verbrenner stirbt nicht. Er trägt jetzt eine Batterie als Accessoire.
Das ist kein Zufall – das ist Strategie
Die Hersteller haben verstanden, wie das Spiel läuft. Ein bisschen Elektromotor dazu, ein paar Kilowattstunden Akku, schon sinkt der offizielle CO₂-Wert, und der Kunde kauft ein gutes Gewissen. Vor allem in Spanien (+111,7 Prozent beim PHEV), Italien (+86,6 Prozent) und Deutschland (+62,3 Prozent) boomt das Modell.
Die Nachfrage ist real. Ob ein PHEV in der Praxis tatsächlich nennenswert elektrisch fährt, steht auf einem anderen Blatt. Wer seinen Plug-in-Hybrid nie lädt – und Studien zeigen, dass das erschreckend viele tun – fährt schlicht ein schwereres Verbrennerauto durch die Gegend.
Was wirklich stirbt: der nackte Verbrenner
Den klassischen Benziner ohne elektrische Begleitung will kaum noch jemand neu kaufen. Nur noch 26,6 Prozent Marktanteil, nach 33,3 Prozent im Vorjahr. Beim Diesel ist es noch drastischer: unter 9 Prozent – ein freier Fall. Das ist die eigentliche Disruption.
Aber der Verbrennungsmotor als Technologie? Der läuft munter weiter. Eingewickelt in Hybridlogos und PHEV-Badges, EU-förderfähig und politisch korrekt. Der Kostümwechsel ist gelungen.
Fazit: Europa kauft immer noch Verbrennungsautos

Quelle: ACEA – European Automobile Manufacturers‘ Association, Volljahresdaten 2025.
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