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Modernes Elektroauto in einem futuristischen Labor vor holografischen Diagrammen, Batterie-Visualisierungen und technischen Analysegrafiken

EV Analyzer Methodik


EV Analyzer · Methodik v0.5.2

Warum wir lieber eine Lücke zeigen als eine Zahl erfinden.

Der EV Analyzer soll persönliche Langzeitdaten verständlich machen, ohne unterschiedliche Messgrenzen zu vermischen oder Beobachtungen zu Ursachen umzudeuten. Diese Seite dokumentiert, was berechnet wird, welche Voraussetzungen gelten und wo das Werkzeug bewusst schweigt.

1. Was der Analyzer auswertet

Aktuell unterstützt der Import den unveränderten Spritmonitor-Betankungs-Export und optional den Spritmonitor-Kosten-/Notizen-Export. Bei Elektrofahrzeugen wird die Spalte „Spritmenge“ als nachgeladene Energie in Kilowattstunden interpretiert. Die Dateien werden lokal im Browser gelesen.

Direkt aus dem ExportDatum, Kilometerstand, Teilstrecke, nachgeladene Energie, Kosten, Ladezustand, Bordcomputerwert und vorhandene Kategorien.
Nicht im Export enthaltenMesspunkt der Energie, AC oder DC, Ladeverluste, Ladedauer, Ladeleistung, nutzbare Akkukapazität und Batteriezustand.
Die wichtigste GrenzeEin Spritmonitor-Export beweist nicht, ob die eingetragene Energie an der Steckdose, an der Wallbox, am Fahrzeuganschluss oder innerhalb der Batterie gemessen wurde. Der Bericht bezeichnet den Primärwert deshalb als nachgeladene Netzenergie, wenn die Nutzerangaben dieser Messgrenze entsprechen.

2. Der Primärwert: nachgeladene Energie pro 100 km

Der zentrale Verbrauchswert wird nicht aus einem einfachen Mittel aller angezeigten Einzelverbräuche gebildet. Der Analyzer sucht ein möglichst langes Intervall mit guter Kilometerbasis und möglichst ähnlichem Ladezustand am Anfang und am Ende.

Verbrauch = korrigierte Energie ÷ Strecke × 100

Die Strecke ergibt sich aus den Kilometerständen beziehungsweise den plausiblen Teilstrecken. Die Energie ist die Summe der nachgeladenen Kilowattstunden innerhalb des gewählten Fensters, ergänzt um eine kleine Ladezustandskorrektur, falls Anfang und Ende nicht exakt gleich sind.

Warum ein langes Fenster?Kurzfristige Schwankungen durch einzelne Fahrten, Wetterlagen, Ladezustände oder unvollständige Ladungen verlieren über eine große Strecke an Gewicht. Das Ergebnis wird dadurch nicht perfekt, aber robuster.

3. SOC-Korrektur ohne angenommene Ladeeffizienz

Ein höherer Ladezustand am Ende bedeutet, dass ein Teil der nachgeladenen Energie noch im Akku steckt. Ein niedrigerer Endstand bedeutet, dass zusätzlich gespeicherte Energie verbraucht wurde. Der Analyzer berücksichtigt diese Differenz mit der vom Nutzer bestätigten nutzbaren Akkukapazität.

korrigierte Energie = geladene Energie + (SOC Start − SOC Ende) × nutzbare Akkukapazität

Die Korrektur wird transparent ausgewiesen. Bevorzugt wird das längste belastbare Intervall mit einem sehr kleinen Korrekturanteil.

Keine Ladeeffizienz wird angenommenDie SOC-Differenz liegt auf der Batterieseite, die eingetragene Ladeenergie kann auf der Netzseite liegen. Diese Systemgrenzen sind nicht identisch. Der Analyzer nutzt die SOC-Korrektur zur Bilanzierung des Fensters, behauptet daraus aber weder Ladeverluste noch Batterieenergie oder Akkureichweite.

4. Bordcomputer und Netzenergie sind keine Konkurrenten

Der Bordcomputer misst typischerweise fahrzeugseitigen Energieverbrauch. Die nachgeladene Energie kann zusätzlich Ladeverluste, Vorkonditionierung oder andere Verbraucher außerhalb der fahrzeugseitigen Anzeige enthalten. Eine Differenz ist deshalb nicht automatisch ein Fehler.

WertSystemgrenzeWas er aussagt
Nachgeladene Energieabhängig vom ErfassungsortKilowattstunden, die laut Historie nachgeladen wurden
BordcomputerfahrzeugseitigVom Fahrzeug berechneter Fahrverbrauch
Differenzgemischte GrenzenBeobachtete Lücke, aber keine isolierte Verlustmessung

Verglichen werden nur deckungsgleiche Streckenabschnitte mit ausreichend vorhandenen Bordcomputer- und Ladezustandswerten.

5. Sommer und Winter: Beschreibung statt Monokausalität

Der Saisonvergleich gruppiert ausreichend belegte Monate in Sommer und Winter und berechnet jeweils einen streckengewichteten Verbrauch. Das Ergebnis beschreibt deine persönliche Historie.

Was die Spreizung bedeutet„Winter +28 Prozent“ bedeutet, dass der ausgewertete Winterwert in dieser Datenbasis 28 Prozent über dem Sommerwert lag. Es bedeutet nicht, dass Temperatur allein exakt 28 Prozent verursacht hat.

Heizung, Batterievorwärmung, Reifen, Fahrprofil, Geschwindigkeit, Wind, Niederschlag, Streckenlänge und Ladeverhalten können gleichzeitig variieren. Diese Einflüsse werden nicht künstlich auseinandergerechnet, wenn die Daten das nicht hergeben.

6. Klimakontext: regional offline, historisch freiwillig

Ohne Wetterabruf

Standardmäßig verwendet der Analyzer ein vereinfachtes regionales Monatsprofil als Kontext für die Saisonkarte. Für den Langzeitvergleich bleibt die Referenz jedoch der gleiche Kalendermonat des Vorjahres. Eine gewählte Region verwandelt einen Kalendervergleich nicht in eine Temperaturbereinigung.

Mit historischen Wetterdaten

Nur nach einer freiwilligen Ortssuche werden historische Monatsmittel für den Analysezeitraum von Open-Meteo geladen. Dann kann der Vorjahresvergleich um die beobachtete Temperaturdifferenz und die aus den eigenen Monatsdaten geschätzte Verbrauchssteigung ergänzt werden.

Auch dann keine isolierte TemperaturwirkungDie geschätzte Steigung bleibt ein Modell aus Monatsdaten. Andere saisonal mitlaufende Faktoren sind nicht vollständig getrennt. Sie dient zur Anpassung der Referenz, nicht als universelle Fahrzeugeigenschaft.

7. Der Langzeitdetektor

Der Detektor sucht keine einzelnen Ausreißer. Er prüft, ob gleiche Kalendermonate gegenüber dem Vorjahr über mehrere aufeinanderfolgende Monate dauerhaft höher oder niedriger liegen.

MindesthistorieMindestens 18 auswertbare Monatswerte, eine Zeitspanne von mindestens 20 Monaten und mindestens sechs belastbare Vorjahrespaare.
MonatsbasisJeder verglichene Monat und sein Vorjahresmonat benötigen jeweils mindestens 400 Kilometer Datenbasis.
PersistenzMindestens drei direkt aufeinanderfolgende Monatsvergleiche müssen in dieselbe Richtung zeigen.
StreckenbasisDas Kandidatenfenster benötigt sowohl aktuell als auch im Vorjahr jeweils mindestens 1.800 Kilometer.

Die notwendige Abweichung wird nicht als starrer Prozentwert festgelegt. Der Schwellenwert orientiert sich an der bisherigen persönlichen Streuung und beträgt mindestens fünf Prozent. So soll ein ruhiger Datensatz empfindlicher behandelt werden als eine stark schwankende Historie, ohne Kleinstabweichungen aufzublasen.

Kalender- oder wetterangepasster VergleichOhne historische Wetterdaten lautet die Aussage: „gegenüber denselben Kalendermonaten des Vorjahres“. Nur mit echtem Wetterabruf darf der Bericht von temperaturangepassten Monatswerten sprechen.
Veränderung ohne UrsachenzuweisungEine persistente Abweichung kann viele Ursachen haben: anderes Fahrprofil, Reifen, Software, Wetter, Nutzung, Messpraxis oder ein technischer Effekt. Der Analyzer meldet die Veränderung und diagnostiziert keine Batteriealterung oder einen Defekt.

8. Kosten und Preis-Szenarien

Fahrstromkosten werden aus dokumentierter Energie und dokumentierten Preisen berechnet. Fehlt ein großer Teil der Kostenangaben, sinkt die Belastbarkeit oder die Kennzahl wird nicht angezeigt.

Teures Energiefünftel

Die bepreiste Energie wird nach Euro je Kilowattstunde sortiert. Das teuerste Energiefünftel wird mit dem persönlichen, energiemengengewichteten Medianpreis verglichen. Die Differenz ist ein Kontrafakt:

Was hätte dieselbe Energiemenge zum persönlichen Medianpreis gekostet?

Das ist keine Behauptung, dass günstigere Ladung an jedem Ort und zu jeder Zeit verfügbar war.

Zuhause gegen öffentlich

Der Vergleich wird nur gezeigt, wenn genügend Energie und mehrere Ladevorgänge in beiden Gruppen vorhanden sind und ein ausreichender Anteil der bepreisten Energie klassifiziert ist. Automatische Zuordnungen können lokal korrigiert werden.

Verbrenner-Zwilling

Verbrauch, Kraftstoffpreis und Fahrzeugbezeichnung setzt der Nutzer selbst. Verglichen werden ausschließlich Energiekosten auf derselben analysierten Strecke. Kaufpreis, Wartung, Versicherung, Steuer und Wertverlust sind nicht enthalten.

9. Datenqualität und Provenienz

Jede Ausgabe wird einer Herkunft zugeordnet:

KennzeichnungBedeutung
gemessendirekt aus den importierten Angaben
berechnetdeterministisch aus gemessenen Werten abgeleitet
geschätztGruppen-, Modell- oder Szenariowert mit sichtbaren Annahmen
externfreiwillig geladener Kontext, beispielsweise historische Wetterdaten
nicht verfügbarDatenbasis reicht für eine vertretbare Aussage nicht aus

Zusätzlich bewertet der Analyzer unter anderem die Abdeckung mit Ladezuständen, Kostenangaben und Bordcomputerwerten sowie die Länge und Streckenbasis auswertbarer Zeiträume.

10. Lokale Analyse und freiwillige Datenspende

Die CSV-Dateien werden im Browser verarbeitet. Das Plugin überträgt sie nicht an den Server. Nach der Analyse kann der Nutzer separat zur Realverbrauchsdatenbank beitragen.

Bleibt auf dem GerätRohdateien, einzelne Ladezeitpunkte, genaue Kilometerstände, Ladestationen, Orte, Notizen, Wetterort und lokale Zuordnungen.
Nur nach EinwilligungNormalisierte Fahrzeug-ID, Analysemonate, gerundete Streckenbasis, aggregierte Verbrauchswerte, Qualitätskennzahlen und methodische Version.

Vor dem Senden wird das vollständige Datenpaket angezeigt. Die Zustimmung ist nicht vorausgewählt. Beiträge werden zunächst geprüft und nicht automatisch als öffentlicher Modellvergleich verwendet.

11. Was der EV Analyzer nicht leisten kann

  • keine Diagnose des Batteriegesundheitszustands
  • keine exakte Ladeverlustmessung ohne eindeutig bekannte Messpunkte
  • keine physikalisch saubere Reichweite aus Netzenergie
  • keine Trennung aller Wetter-, Fahrstil- und Streckeneinflüsse
  • keine technische Ferndiagnose eines Fahrzeugs
  • keine repräsentative Modellstatistik aus einem einzelnen Fahrzeug
Der Bericht ist eine Datenauswertung, kein Werkstattbefund.Eine auffällige Veränderung kann ein Anlass sein, Datenqualität, Nutzung oder Fahrzeug prüfen zu lassen. Sie ersetzt keine technische Untersuchung.

12. Kontrolltest, Versionierung und Änderungen

Die Analyse-Engine trägt eine eigene Methodikversion. Der öffentliche Kontrolltest enthält eine saubere Zweijahresvariante und eine ansonsten identische Variante mit kontrolliert eingebauter Niveauverschiebung. Erwartetes Verhalten:

  • Die saubere Variante erzeugt keine Langzeitwarnung.
  • Die veränderte Variante erkennt das definierte Fenster.
  • Der Bericht nennt die Größenordnung und den Zeitraum, aber keine Ursache.

Änderungen an Schwellenwerten, Datenanforderungen oder Systemgrenzen müssen mit einer neuen Methodikversion dokumentiert werden. Dadurch bleiben später gespendete Aggregate nachvollziehbar.

Methodik gelesen? Dann prüfe deine eigene Historie.

Der Analyzer startet mit dem lokalen Upload und zeigt erst danach Fahrzeugmaske, Analyse und freiwillige Datenspende.

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