In Hollywood-Filmen explodiert jedes Auto, sobald es schief angeguckt wird. In der Realität braucht es dafür meistens einen technischen Defekt – oder italienischen Kleber. Wir stellen die Modelle vor, bei denen „Sitzheizung“ manchmal wörtlich genommen wird.
1. Der Dauerbrenner: BMW Diesel (Die AGR-Saga)
Wenn du einen BMW Diesel (Baujahre ca. 2010–2017/2022) fährst und Post vom Kraftfahrt-Bundesamt bekommst, wirf sie nicht weg. BMW kämpft seit Jahren mit dem sogenannten AGR-Kühler (Abgasrückführung). Der wird undicht, Glykol tropft auf heiße Teile, und zusammen mit Rußablagerungen entsteht ein wunderbares kleines Lagerfeuer im Motorraum.
- Der Vibe: „Freude am Fahren“ – bis Rauch aus der Niere kommt.
- Status: Es gab riesige Rückrufaktionen. Wenn dein BMW gecheckt wurde, ist alles cool (buchstäblich). Wenn nicht: Ab in die Werkstatt.
2. Der „Heißkleber“-Ferrari: 458 Italia
Kein Witz: Als der wunderschöne Ferrari 458 Italia 2010 rauskam, fingen plötzlich mehrere Exemplare Feuer. Einfach so. Der Grund war so banal wie peinlich: Ein Klebstoff im hinteren Radkasten war nicht hitzebeständig genug. Wenn man den Ferrari so bewegte, wie man einen Ferrari bewegen soll (schnell), wurde der Auspuff heiß, der Kleber schmolz, tropfte auf den Auspuff und Wusch – 200.000 Euro Asche.
- Die Lösung: Ferrari rief die Autos zurück und – halte dich fest – schraubte die Verkleidung einfach fest, statt sie zu kleben. High-Tech vom Feinsten.
3. Der Elektro-Schreck: Hyundai Kona (und Chevrolet Bolt)
Hier haben wir Futter für die E-Auto-Skeptiker. Der Hyundai Kona Elektro (eines der meistverkauften E-Autos) hatte eine Phase, in der er sich gerne mal selbst entzündete – und zwar im Stand, in der Garage. Grund war ein Produktionsfehler bei den Batteriezellen von LG. Das war so kritisch, dass Hyundai den Besitzern riet, nicht mehr in der Garage zu parken, bis die komplette Batterie (teuer!) getauscht wurde.
- Status: Inzwischen behoben, aber der Image-Schaden („Park das Ding nicht neben meinem Haus!“) blieb.
4. Der historische King of Fire: Ford Pinto
Wenn wir über brennende Autos reden, müssen wir den Großvater aller Desaster ehren. Der Ford Pinto (70er Jahre) ist legendär. Ford hatte den Tank so ungünstig im Heck platziert, dass bei einem Auffahrunfall der Tankstutzen abreißen und das Benzin direkt auf den heißen Auspuff spritzen konnte. Das Auto verwandelte sich bei simplen Heck-Crashes in einen Feuerball.
- Das Böse daran: Ein internes Memo von Ford tauchte auf, in dem berechnet wurde, dass es billiger sei, die Schmerzensgelder für die Verbrennungsopfer zu zahlen, als alle Autos umzubauen (ca. 11 Dollar pro Auto). Das ist bis heute einer der größten Unternehmensskandale der Geschichte.
5. Der Opel Zafira B (Das Gebläse des Todes)
Ein Held der Familien-Vans. Leider neigte eine bestimmte Baureihe (vor allem in Großbritannien bekannt, aber auch hier ein Thema) dazu, im Bereich des Handschuhfachs Feuer zu fangen. Grund: Ein korrodierender Widerstand im Gebläsemotor der Lüftung/Heizung. Wenn die Lüftung auf Stufe 1-3 lief, wurde das Ding so heiß, dass das Plastik schmolz und brannte.
- Tipp: Wenn es in deinem alten Opel komisch riecht, mach lieber das Fenster auf statt die Lüftung an.
Fazit für dich:
Keine Panik. Dass dein Auto einfach so abfackelt, ist unwahrscheinlicher als ein Lottogewinn (leider ohne das Geld). Aber: Check Rückrufe! Egal ob du einen BMW, einen Ford Kuga PHEV (hatte auch Batterie-Probleme) oder einen alten Opel fährst – schau beim KBA oder beim Hersteller, ob noch eine „Maßnahme“ offen ist.
Ein brennendes Auto ist nämlich nur im Action-Film cool. Auf dem Standstreifen der A3 ist es einfach nur teuer.
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