Der Jeep Compass II ist auf dem Gebrauchtmarkt eine dieser Anzeigen, bei denen der Finger kurz über dem Link stehen bleibt: markantes Jeep-Gesicht, solides Platzangebot, auf Wunsch echter Allrad oder Plug-in-Hybrid – und Preisschilder, neben denen ein vergleichbarer Tiguan, Karoq oder RAV4 überraschend teuer wirkt. Genau das macht ihn verlockend. Und genau das macht ihn gefährlich, wenn man sich nur von der Ausstattungsliste leiten lässt. Denn zwischen einem einfachen 1.3 T-GDI als Handschalter und einem komplexen 4xe liegen keine Nuancen, sondern technische Welten. Dazu kommen mehrere ernstzunehmende Rückrufe, teils zickige Software und eine Modellhistorie, bei der das Baujahr kein Detail ist, sondern die halbe Kaufentscheidung.

Kurzfassung vorweg
Der Compass II ist keineswegs ein Auto zum Aussortieren – ganz im Gegenteil. Als Facelift ab Frühjahr 2021 mit dem 130 PS starken 1.3 T-GDI, Sechsgang-Handschaltung und sauber geführtem Scheckheft gehört er zu den spannendsten Tipps der Baureihe. Wer unbedingt eine Automatik braucht, greift zum 150-PS-DDCT, muss das Doppelkupplungsgetriebe beim Anfahren und Rangieren aber penibel auf Ruckler testen. Der Plug-in 4xe lohnt sich dagegen nur mit eigener Lademöglichkeit und echtem Bedarf an der elektrischen Hinterachse – und das ausschließlich bei lückenlos geklärtem Rückrufstatus. Speziell beim e-Hybrid gehört die KBA-Aktion 59A zur Antriebsbatterie ganz oben auf die Prüfliste.
Zuletzt geprüft: 11. August 2026. KBA-Rückrufdaten: offizieller CSV-Export vom 11. August 2026. Marktpreise sind Angebotswerte und keine Fahrzeugbewertung. Die MOT-Auswertung basiert auf britischen DVSA-Prüfdaten und ist nicht mit der deutschen HU gleichzusetzen.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Unser Sweet Spot: Facelift ab 2021, 1.3 T-GDI 130 PS, Handschalter, Frontantrieb, vollständige Wartung und erledigte Rückrufe.
- Eigene Prüfdaten: 18.416 MOT-Prüfungen der Baujahre 2018–2022 ergeben gewichtet 82,1 % bestandene Prüfungen. Reifen, Sicht und Beleuchtung sind die häufigsten erfassten Prüfthemen.
- Elektronik: Für frühe europäische Compass existieren FCA/Jeep-Bulletins zu Uconnect-Aussetzern und Softwareupdates. Display, Kamera, Audio und Smartphone-Anbindung vollständig testen.
- Neungang-Automatik: Nicht pauschal schlecht, aber für bestimmte 2018er EMEA-Modelle ist ein TCM-Update zur Schaltqualität dokumentiert. Kalt und warm fahren.
- Hybrid: 4xe und e-Hybrid können attraktiv sein, erhöhen aber die technische Komplexität. Ladefunktion, 12-Volt-System, Fehlerspeicher und Rückrufstatus gehören vor Vertragsunterschrift geprüft.
- Rückrufe: Das KBA listet für die Baureihe unter anderem Aktionen zu Sitzlehnen, Querlenkern, Bremsen, Scheibenwischern, Hybridbatterie, Bremspedal und 12-Volt-Ladekabel.

Vier Bauphasen, die man vor dem Kauf kennen sollte
Der Compass II blieb acht Jahre am Markt, aber er blieb technisch keineswegs acht Jahre derselbe. Genau hier liegt einer der Schlüssel für einen guten Kauf.
| Bauphase | Was änderte sich? | Gebrauchtwagen-Einordnung |
|---|---|---|
| 2017–2019 | 1.4 MultiAir, 1.6/2.0 MultiJet, Front- oder Allrad, bis zu 9-Gang-Automatik | Heute günstig, aber älter und rückrufintensiver. Zustand schlägt Ausstattung. |
| ab 2020 | Europa-Produktion in Melfi, neue 1.3-T-GDI-Benziner mit 130/150 PS, DDCT; 4xe startet | Interessante Übergangsphase. 1.3 ist deutlich moderner als der 1.4. |
| ab April 2021 | Großes Facelift, komplett erneuerter Innenraum, Uconnect 5, digitale Instrumente, modernere Assistenz | Unser bevorzugter Bauabschnitt. |
| ab 2022 | 1.5 e-Hybrid mit 48 Volt und 7-Gang-Doppelkupplung ergänzt die Palette | Komfortabel und effizient, aber Rückrufstatus der Hybridbatterie unbedingt klären. |

Das 2021er Facelift ist ungewöhnlich wichtig, weil Jeep nicht nur ein paar Stoßfänger tauschte. Das Armaturenbrett wurde grundlegend neu gestaltet, Uconnect 5 zog mit 8,4- oder 10,1-Zoll-Display ein, der Prozessor wurde laut Jeep deutlich schneller und Apple CarPlay sowie Android Auto funktionieren kabellos. Wer zwischen einem sehr gut ausgestatteten 2020er und einem ähnlich teuren 2021/22er schwankt, sollte deshalb beide Innenräume direkt nacheinander ansehen. Der jüngere wirkt eine Fahrzeugklasse moderner.

Motoren: Vom einfachen Benziner bis zum 240-PS-4xe
Beim Compass ist „welcher Motor?“ gleichzeitig die Frage nach Getriebe, Antrieb und technischer Komplexität. Der frühe 1.4 MultiAir mit 140 PS fährt vorn und schaltet manuell, der 170-PS-Benziner kombiniert sich mit Allrad und Neungang-Automatik. Beim Diesel reicht die Palette vom 1.6 MultiJet mit Frontantrieb bis zum 2.0 MultiJet mit 4×4. Ab 2020 kamen die 1.3-T-GDI-Benziner, kurz darauf die 4xe-Plug-in-Hybride mit 190 oder 240 PS Systemleistung. 2022 folgte der 1.5 e-Hybrid mit 48-Volt-System.
1.3 T-GDI 130 PS
Benzin- Leistung
- 130 PS
- Drehmoment
- 270 Nm
- Getriebe
- 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb
- Realverbrauch
- 5,7 l/100 km nach RL 80/1268/EWG (2020); Facelift 6,6–7,2 l/100 km WLTP
- Gebrauchtpreis
- gebraucht stark nach Baujahr/Ausstattung; Facelift meist mittlerer fünfstelliger Bereich
- 0–100 km/h
- 10,3 s
- Vmax
- 192 km/h
Die technisch überschaubare jüngere Wahl: moderner 1.3er, Handschaltung, Frontantrieb – möglichst als Facelift ab 2021.
- Baujahre
- ab 2020, je nach Markt/Modelljahr
- Hubraum
- 1.332 cm³
- Zylinder
- 4 Zylinder
- Abgasnorm
- Euro 6d Final / modelljahrabhängig
- Steuertrieb
- Zahnriemen
- Reparaturrisiko
- niedrig bis mittel
Darauf achten
- Uconnect-/Elektronikfunktionen bei frühen Baujahren vollständig testen
- Rückrufstatus anhand FIN prüfen
- Wartung und Kaltstart dokumentieren
Für normale Alltagsnutzung unsere bevorzugte Variante. Weniger Antriebskomplexität als 4x4, 4xe oder e-Hybrid.
1.3 T-GDI 150 PS DDCT
Benzin- Leistung
- 150 PS
- Drehmoment
- 270 Nm
- Getriebe
- 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DDCT), Frontantrieb
- Realverbrauch
- 5,5 l/100 km nach RL 80/1268/EWG (2020); Facelift 6,6–7,1 l/100 km WLTP
- Gebrauchtpreis
- gebraucht häufig attraktiv, stark abhängig von Facelift und Laufleistung
- 0–100 km/h
- 9,1 s
- Vmax
- 199 km/h
Gute Wahl für Automatikfahrer. Rangieren, Anfahren und Schaltqualität kalt/warm gründlich testen.
- Baujahre
- ab 2020, je nach Markt/Modelljahr
- Hubraum
- 1.332 cm³
- Zylinder
- 4 Zylinder
- Abgasnorm
- Euro 6d Final / modelljahrabhängig
- Steuertrieb
- Zahnriemen
- Reparaturrisiko
- mittel
Darauf achten
- DDCT bei niedriger Geschwindigkeit und Rangieren testen
- Software-/Fehlerspeicher prüfen
- Rückrufstatus klären
Moderner und leichter als der alte 1.4 170 PS 4x4 mit 9-Gang-Automatik. Zustand ist entscheidend.
1.4 MultiAir2 140 PS
Benzin- Leistung
- 140 PS
- Drehmoment
- 230 Nm
- Getriebe
- 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb
- Realverbrauch
- 6,2 l/100 km NEFZ zum Start; später homologiert bis ca. 6,8 l/100 km; ADAC-Ecotest 7,9 l/100 km
- Gebrauchtpreis
- 11.300–18.490 € für 2018er Compass allgemein (AutoScout24, Stand 01.07.2026)
- 0–100 km/h
- 9,9 s
- Vmax
- 192 km/h
Technisch überschaubarer als die frühen 4x4-Automatikversionen, aber inzwischen älter. Wartung und Rückrufe sind wichtiger als Ausstattung.
- Baujahre
- 2017–2020
- Hubraum
- 1.368 cm³
- Zylinder
- 4 Zylinder
- Abgasnorm
- Euro 6 / modelljahrabhängig
- Steuertrieb
- Zahnriemen
- Reparaturrisiko
- mittel
Darauf achten
- Alter und Wartungsstau
- Uconnect-Software bei frühen Autos
- frühe Rückrufaktionen 2017/18 prüfen
Kann ein guter günstiger Compass sein, wenn die Historie stimmt. Kein Kauf allein wegen des niedrigen Preises.
1.4 MultiAir2 170 PS 4x4
Benzin- Leistung
- 170 PS
- Drehmoment
- 250 Nm
- Getriebe
- 9-Gang-Wandlerautomatik, Allrad
- Realverbrauch
- 6,9 l/100 km NEFZ zum Start; spätere Homologationen bis ca. 8,3 l/100 km
- Gebrauchtpreis
- gebraucht je nach Zustand/Ausstattung häufig im mittleren fünfstelligen Bereich
- 0–100 km/h
- 9,5 s
- Vmax
- 200 km/h
Allrad und Automatik sind attraktiv. Für bestimmte 2018er EMEA-Fahrzeuge existiert ein TCM-Update zur Schaltqualität.
- Baujahre
- 2017–2020
- Hubraum
- 1.368 cm³
- Zylinder
- 4 Zylinder
- Abgasnorm
- Euro 6 / modelljahrabhängig
- Steuertrieb
- Zahnriemen
- Reparaturrisiko
- mittel bis erhöht
Darauf achten
- 9HP48 kalt und warm auf Schaltqualität testen
- TSB 21-016-21 / Softwarestand bei passenden 2018ern prüfen
- höhere Antriebskomplexität als beim 140-PS-Fronttriebler
Nicht pauschal meiden, aber nur kaufen, wenn die Automatik überzeugend arbeitet und die Historie nachvollziehbar ist.
1.6 MultiJet II 120 PS
Diesel- Leistung
- 120 PS
- Drehmoment
- 320 Nm
- Getriebe
- 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb
- Realverbrauch
- 4,4 l/100 km NEFZ zum Start; spätere Homologationen etwa 5,0–5,1 l/100 km
- Gebrauchtpreis
- frühe Diesel oft günstig, Zustand und Laufleistung stark streuend
- 0–100 km/h
- 11,0 s
- Vmax
- 185 km/h
Sinnvoll bei regelmäßiger Strecke. Kurzstreckenhistorie und Abgasnachbehandlung kritisch prüfen.
- Baujahre
- 2017–2020
- Hubraum
- 1.598 cm³
- Zylinder
- 4 Zylinder
- Abgasnorm
- Euro 6 / modelljahrabhängig
- Steuertrieb
- Wartungsplan/FIN prüfen
- Reparaturrisiko
- mittel
Darauf achten
- DPF/Abgasnachbehandlung bei Kurzstrecke
- Fehlerspeicher und Regenerationsstatus prüfen
- Wartungsnachweise wichtiger als niedrige Kilometerzahl
Guter Pendler-Diesel, wenn das Nutzungsprofil passt. Für reine Stadtfahrer nicht unsere Wahl.
1.6 MultiJet II 130 PS
Diesel- Leistung
- 130 PS
- Drehmoment
- 320 Nm
- Getriebe
- 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb
- Realverbrauch
- 5,1–5,4 l/100 km WLTP je nach Ausstattung
- Gebrauchtpreis
- Facelift-Diesel seltenheits- und laufleistungsabhängig
- 0–100 km/h
- 10,6 s
- Vmax
- 194 km/h
Der modernere Diesel im Facelift. Nur kaufen, wenn regelmäßig längere Strecken zum Profil passen.
- Baujahre
- ab 2021, markt-/modelljahrabhängig
- Hubraum
- 1.598 cm³
- Zylinder
- 4 Zylinder
- Abgasnorm
- Euro 6d Final
- Steuertrieb
- Steuerkette
- Reparaturrisiko
- mittel
Darauf achten
- DPF und Abgasnachbehandlung
- Fehlerspeicher/Softwarestand
- Kurzstreckenhistorie vermeiden
Für hohe Jahresfahrleistungen sinnvoll, für urbane Kurzstrecke unnötige Komplexität.
2.0 MultiJet II 140 PS 4x4
Diesel- Leistung
- 140 PS
- Drehmoment
- 350 Nm
- Getriebe
- 6-Gang-Schaltgetriebe oder 9-Gang-Automatik, Allrad
- Realverbrauch
- 5,2–5,7 l/100 km NEFZ zum Start; später ca. 5,8–6,3 l/100 km je nach Getriebe/Modelljahr
- Gebrauchtpreis
- gebraucht stark nach Laufleistung, Getriebe und Ausstattung
- 0–100 km/h
- 9,9–10,1 s
- Vmax
- 190 km/h
Gute Zugkraft und echter Allrad, aber mehr Alter und Abgastechnik. Automatik zusätzlich gründlich testen.
- Baujahre
- 2017–2020
- Hubraum
- 1.956 cm³
- Zylinder
- 4 Zylinder
- Abgasnorm
- Euro 6 / modelljahrabhängig
- Steuertrieb
- Zahnriemen
- Reparaturrisiko
- mittel bis erhöht
Darauf achten
- DPF/Abgasnachbehandlung
- Allrad- und Automatikfunktion prüfen
- 2018er Rückrufstatus zu Fahrwerk/Bremse beachten
Interessant für Fahrer mit Allradbedarf und viel Strecke. Für Kurzstrecken überdimensioniert.
2.0 MultiJet II 170 PS 4x4
Diesel- Leistung
- 170 PS
- Drehmoment
- 350 Nm
- Getriebe
- 9-Gang-Wandlerautomatik, Allrad / Active Drive Low je nach Version
- Realverbrauch
- 5,7 l/100 km NEFZ zum Start; später ca. 6,3 l/100 km (Limited) bzw. höher beim Trailhawk
- Gebrauchtpreis
- Trailhawk/Topversionen oft teurer als normale frühe Compass
- 0–100 km/h
- 9,5 s Limited; ca. 10,1 s Trailhawk
- Vmax
- 196 km/h Limited; ca. 190 km/h Trailhawk
Kräftig und geländetauglich, aber die technisch komplexeste frühe Diesel-Kombination.
- Baujahre
- 2017–2020
- Hubraum
- 1.956 cm³
- Zylinder
- 4 Zylinder
- Abgasnorm
- Euro 6 / modelljahrabhängig
- Steuertrieb
- Zahnriemen
- Reparaturrisiko
- hoch
Darauf achten
- 9-Gang-Automatik und Allrad testen
- Diesel-Abgasnachbehandlung
- Offroad-/Unterbodenhistorie bei Trailhawk prüfen
Deutsche Homologations-/ADAC-Daten führen 350 Nm. Limited und Trailhawk unterscheiden sich bei Fahrleistungen und Verbrauch; deshalb die Werte nicht pauschal auf jede 170-PS-Version übertragen.
4xe 190 PS
Plug-in-Hybrid- Leistung
- 190 PS
- Drehmoment
- 520 Nm
- Getriebe
- 6-Gang-Wandlerautomatik, eAWD
- Realverbrauch
- 1,9–2,0 l/100 km + 22,9 kWh/100 km WLTP (gewichtet)
- Gebrauchtpreis
- stark abhängig von Baujahr, Batterie, Laufleistung und Ausstattung
- 0–100 km/h
- 7,9 s
- Vmax
- 183 km/h Hybrid / 130 km/h elektrisch
11,4-kWh-Batterie, 60-PS-E-Motor hinten. Rückrufe und Lade-/Hybridsystem vor Kauf vollständig prüfen.
- Baujahre
- 2020–2025
- Hubraum
- 1.332 cm³
- Zylinder
- 4 Zylinder
- Abgasnorm
- Euro 6d Final / PHEV
- Steuertrieb
- Zahnriemen
- Reparaturrisiko
- mittel bis erhöht
Darauf achten
- KBA 74B zum 12-V-Ladekabel prüfen
- frühe 4xe: Y27 Bremssystem je nach FIN
- Ladefunktion, EV-Modus, 12-V- und HV-System diagnostizieren
Offizielles technisches Datenblatt: 520 Nm Systemdrehmoment; Verbrenner 270 Nm, hinterer E-Motor 250 Nm. 11,4-kWh-Hochvoltbatterie, AC-Laden bis 7,2 kW.
4xe 240 PS
Plug-in-Hybrid- Leistung
- 240 PS
- Drehmoment
- 520 Nm
- Getriebe
- 6-Gang-Wandlerautomatik, eAWD
- Realverbrauch
- 2,0–2,1 l/100 km + 22,9 kWh/100 km WLTP (gewichtet)
- Gebrauchtpreis
- gebraucht häufig höher bei S/Trailhawk, Zustand entscheidend
- 0–100 km/h
- 7,3 s
- Vmax
- 200 km/h Hybrid / 130 km/h elektrisch
Die stärkste Compass-II-Variante. Technisch reizvoll, aber nur mit geklärtem Rückrufstatus und sauberem Hybridcheck.
- Baujahre
- 2020–2025
- Hubraum
- 1.332 cm³
- Zylinder
- 4 Zylinder
- Abgasnorm
- Euro 6d Final / PHEV
- Steuertrieb
- Zahnriemen
- Reparaturrisiko
- mittel bis erhöht
Darauf achten
- KBA 74B zum 12-V-Ladekabel prüfen
- Hybrid-/Ladesystem diagnostizieren
- bei Trailhawk Unterboden und Geländenutzung prüfen
Offizielles technisches Datenblatt: 520 Nm Systemdrehmoment; Verbrenner 270 Nm, hinterer E-Motor 250 Nm. Fahrleistungen unterscheiden sich deutlich vom 190-PS-4xe.
1.5 e-Hybrid 130 PS
48V-Hybrid- Leistung
- 130 PS
- Drehmoment
- 240 Nm
- Getriebe
- 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe 7HDT300, Frontantrieb
- Realverbrauch
- 5,6–6,0 l/100 km WLTP
- Gebrauchtpreis
- ca. 20.000–28.000 € gebraucht; stark abhängig von Baujahr, Laufleistung und Ausstattung
- 0–100 km/h
- 10,0 s
- Vmax
- 193 km/h
15-kW-E-Motor im Getriebe ermöglicht elektrisches Rangieren/Anfahren. Aktion 59A zur Hybrid-Antriebsbatterie unbedingt per FIN prüfen.
- Baujahre
- 2022–2025
- Hubraum
- 1.469 cm³
- Zylinder
- 4 Zylinder
- Abgasnorm
- Euro 6d Final
- Steuertrieb
- Zahnriemen
- Reparaturrisiko
- mittel bis erhöht
Darauf achten
- KBA 12858 / 59A Hybridbatterie
- DDCT bei Rangieren und Stop-and-Go testen
- Hybrid- und 12-V-Fehlerspeicher prüfen
Der Verbrenner liefert 240 Nm. Der 15-kW-E-Motor liefert 55 Nm bzw. 135 Nm am Getriebeeingang. Die 48-V-Batterie hat 0,8 kWh; das System ist nicht extern ladbar.
Unser Favorit: 1.3 T-GDI 130 PS mit Handschaltung
Der 130-PS-1.3er ist nicht der schnellste Compass und genau deshalb unser Tipp. Er kam 2020 mit der europäischen Produktion in Melfi, entwickelt 270 Nm, treibt die Vorderräder an und hängt an einem klassischen Sechsgang-Schaltgetriebe. Kein Hinterachsmotor, keine Hochvoltbatterie, kein Neungang-Wandler, kein Doppelkupplungsgetriebe. Für Käufer, die einfach einen komfortablen SUV wollen, ist diese Kombination die technisch nachvollziehbarste.
Ideal wäre für uns ein Facelift ab 2021, möglichst Limited, mit lückenloser Wartung und nachweislich abgearbeiteten Rückrufen. Auf der Probefahrt muss der Motor kalt sauber anspringen, gleichmäßig durchziehen und darf keine Warnmeldungen zeigen. Kupplung und Schaltung sollten ohne Rupfen oder hakelige Gänge arbeiten.

1.3 T-GDI 150 PS DDCT: die vernünftige Automatik
Wer Automatik möchte, landet bei den jüngeren reinen Benzinern meist beim 150-PS-1.3er mit Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Der ist im Alltag angenehmer als die alte Kombination aus 1.4 Turbo, Allrad und Neungang-Automatik, weil der Antriebsstrang leichter und moderner ist. Trotzdem gilt beim DDCT: rangieren, langsam anfahren, Stop-and-Go und eine zügige Beschleunigung testen. Rupfen, ungewöhnlich lange Gedenksekunden oder Fehlermeldungen sind kein „macht der halt so“, sondern Anlass für Diagnose.
1.6 und 2.0 MultiJet: gut für Strecke, schlecht für falsche Nutzung
Der 1.6 MultiJet mit 120 beziehungsweise später 130 PS ist für Langstreckenfahrer interessant. Der 2.0 MultiJet liefert zusätzlich Allrad und je nach Version 140 oder 170 PS. Wer regelmäßig Autobahn fährt, kann damit ein solides Paket bekommen. Wer dagegen fast nur fünf Kilometer zum Bäcker, Kindergarten und Büro fährt, sollte den Diesel nicht aus Preisgründen kaufen. Partikelfilter und Abgasnachbehandlung brauchen passende Betriebsbedingungen.
Für 2020er Compass mit 1.6 Diesel nennt ein Stellantis-Servicebulletin unter anderem die Fehlercodes P24D1 und P2002. Dabei ist die Unterscheidung wichtig: Das PCM-Softwareupdate soll P24D1 bei bestimmten Fahrzeugen vorbeugen; ist der Fehler bereits gesetzt, behebt das Update ihn laut Bulletin ausdrücklich nicht. Bei P2002 sieht das Bulletin den Austausch von Dieselpartikelfilter und Partikelsensor vor. Beim Gebrauchtkauf gehören deshalb Fehlerspeicher, Reparaturhistorie und Softwarestand geprüft.
4xe mit 190 oder 240 PS: spannend – wenn du ihn wirklich nutzt
Der 4xe ist technisch der interessanteste Compass II. Ein 1.3-Turbobenziner treibt die Vorderachse an, ein 60-PS-Elektromotor die Hinterachse. Die 11,4-kWh-Hochvoltbatterie machte je nach Version ursprünglich 47 bis 49 Kilometer elektrische Stadt-Reichweite nach WLTP möglich; die Systemleistung liegt bei 190 oder 240 PS. Das ergibt eAWD ohne mechanische Kardanwelle nach hinten.
Gebraucht ist das nur dann ein Vorteil, wenn das System vollständig funktioniert und der Käufer laden kann. Vor dem Kauf: Fahrzeug mit ausreichendem Ladezustand übernehmen, AC-Laden praktisch starten, rein elektrischen Betrieb prüfen, Hybridmodus testen, Fehlerspeicher auslesen und die 12-Volt-Batterie nicht vergessen. Ein PHEV, das nur mit leerem Akku fünf Minuten um den Block gefahren wird, ist nicht seriös geprüft.
1.5 e-Hybrid: komfortabel, aber Rückruf 59A ist Pflichtprogramm
Der 2022 eingeführte e-Hybrid kombiniert einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit 130 PS und 240 Nm mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Im Getriebe sitzt ein 15-kW-Elektromotor, der den Compass beim Anfahren, Rangieren und in bestimmten Niedriglastsituationen auch bei ausgeschaltetem Verbrenner bewegen kann. Das System ist kein Plug-in-Hybrid und wird nicht extern geladen.
Bei diesen Autos ist der Rückrufstatus besonders wichtig: KBA 12858 / Herstelleraktion 59A betrifft Compass und Renegade aus dem Produktionszeitraum 2022–2023. Ein Defekt an der Hybrid-Antriebsbatterie kann laut KBA zur Überhitzung und zum Brand führen; vorgesehen sind die Prüfung des PBU-Ventils und gegebenenfalls der Batterietausch. Ein Verkäufer, der dazu keine klare Antwort geben kann, liefert keinen ausreichenden Kaufnachweis.

18.416 MOT-Prüfungen: So schlägt sich der Compass II im echten Prüfleben
Für unseren Gebrauchtwagen-Report werten wir britische DVSA-MOT-Daten aus. Für den Compass II ziehen wir bewusst nur die Baujahre 2018 bis 2022 heran. 2017 enthält in unserem Datensatz lediglich 46 Prüfungen und ist für eine belastbare Einordnung zu klein. Die ausgewerteten fünf Baujahre kommen zusammen auf 18.416 Prüfungen. Gewichtet wurden 82,1 Prozent bestanden, 17,9 Prozent nicht bestanden.
| Modell | Prüfungen | Mängelquote | Einordnung | Häufigste Auffälligkeiten |
|---|---|---|---|---|
| Toyota RAV4 | 82.270 | 9,3 %3,7 Pkt. besser als Median | unter Median | Reifen & RäderSichtBeleuchtung & Elektrik |
| Skoda Karoq | 104.046 | 10,4 %2,6 Pkt. besser als Median | Mittelfeld | Reifen & RäderBeleuchtung & ElektrikFahrwerk |
| Seat Ateca | 69.892 | 10,9 %2,1 Pkt. besser als Median | Mittelfeld | Reifen & RäderBremsenBeleuchtung & Elektrik |
| VW Tiguan | 228.900 | 11,4 %1,6 Pkt. besser als Median | Mittelfeld | Reifen & RäderBremsenFahrwerk |
| Hyundai Tucson | 189.023 | 13,4 %0,4 Pkt. schlechter als Median | Mittelfeld | Reifen & RäderBremsenSicht |
| Jeep Compass | 18.416 | 17,9 %4,9 Pkt. schlechter als Median | erhöht | Reifen & RäderSichtBeleuchtung & Elektrik |
| Baujahr | Prüfungen | bestanden | nicht bestanden |
|---|---|---|---|
| 2018 | 4.993 | 78,9 % | 21,1 % |
| 2019 | 6.362 | 80,6 % | 19,4 % |
| 2020 | 3.116 | 85,2 % | 14,8 % |
| 2021 | 2.955 | 86,1 % | 13,9 % |
| 2022 | 990 | 86,1 % | 13,9 % |
Reifen, Sicht und Beleuchtung fallen zuerst auf
Die spannendere Frage ist nicht nur, ob ein Auto durchfällt, sondern womit. In den Baujahren 2018–2022 zählen wir 1.621 Mangelpositionen bei Reifen und Rädern; 1.147 Prüfungen waren davon betroffen. Das entspricht rund 62 betroffenen Prüfungen pro 1.000 Tests. Dahinter folgen Sicht mit rund 53, Beleuchtung/Elektrik mit 36, Fahrwerk mit 27, Bremsen mit 21 und Abgas/Emissionen mit 19 betroffenen Prüfungen pro 1.000 Tests.
| Mängelgruppe 2018–2022 | Mangelpositionen | Prüfungen betroffen | pro 1.000 Prüfungen |
|---|---|---|---|
| Reifen & Räder | 1.621 | 1.147 | 62,3 |
| Sicht | 1.248 | 968 | 52,6 |
| Beleuchtung & Elektrik | 946 | 665 | 36,1 |
| Fahrwerk | 675 | 493 | 26,8 |
| Bremsen | 576 | 384 | 20,9 |
| Abgas & Emissionen | 353 | 346 | 18,8 |
Das klingt zunächst unspektakulär – und genau das ist die gute Nachricht. In dieser Auswertung dominieren klassische Verschleiß- und Prüfpositionen. Daraus folgt aber keine Entwarnung für Antrieb oder Elektronik, weil die MOT solche Langzeitrisiken nur begrenzt abbildet. Für den konkreten Kauf heißt es: Reifen nicht nur am äußeren Profil ansehen, Scheibenwischer und Waschanlage testen, sämtliche Leuchten kontrollieren, Fahrwerk auf Geräusche prüfen und Bremsscheiben auch auf der Innenseite betrachten.

Die Schwachstellen: Was beim Compass II wirklich geprüft werden muss
Uconnect und Elektronik: nicht dramatisieren, aber nichts durchwinken
Für europäische Compass der frühen Bauphase existiert ein FCA/Jeep-Servicebulletin zu Uconnect-Software mit Fehlerbildern wie Neustarts, eingefrorenem Bildschirm oder Audio-Problemen. Vorgesehen ist ein Softwareupdate. Das ist wichtig, weil Internetberichte zu „Jeep-Elektronik“ sonst schnell aus Anekdoten zu einer vermeintlichen Serienkatastrophe werden. Ein Bulletin belegt ein bekanntes Fehlerbild und eine Reparaturroutine – keine Häufigkeit.
Beim Kauf ist die Konsequenz einfach: Radio nicht nur einschalten. Navigation, Bluetooth, CarPlay/Android Auto, Rückfahrkamera, Audio, Lenkradtasten, Parksensoren, Klimabedienung und bei Faceliftmodellen das digitale Kombiinstrument testen. Das kostet zehn Minuten und kann einen vierstelligen Hardwaretausch von einem simplen Softwarethema unterscheiden.

Neungang-Automatik: Schaltqualität ist der Test, nicht der Ruf im Internet
Die frühen Allradmodelle nutzen eine Neungang-Wandlerautomatik. Für bestimmte 2018er EMEA-Compass mit 1.4 Turbo und 9HP48 dokumentiert FCA in einem technischen Bulletin Verbesserungen der Schaltqualität durch eine Aktualisierung des Getriebesteuergeräts. Das ist ein sinnvoller Hinweis, aber kein Freibrief für die Behauptung, jede Neungang-Automatik gehe kaputt.
Probefahrt deshalb zweimal denken: zuerst kalt, dann nach mindestens 20 Minuten erneut. Rangieren, langsames Rollen, sanftes Beschleunigen, Kickdown und Schubbetrieb testen. Harte Schläge, ungewöhnlich langes Zögern oder dauerhaft unlogische Gangwechsel gehören diagnostiziert. Ein „Softwareupdate wird es schon richten“ ist vor dem Kauf keine Diagnose.
Fahrwerk, Bremsen und Reifen: die banal teuren Dinge
Der Compass ist kein Leichtgewicht, und bei 4×4 beziehungsweise 4xe kommt zusätzliche Technik hinzu. Die MOT-Daten machen Reifen, Fahrwerk und Bremsen zu klaren Sichtprüfpunkten. Unterschiedliche Reifenfabrikate oder stark abweichende Profiltiefen an einer Achse, Sägezahnbildung, beschädigte Flanken und schiefer Abrieb sind Warnsignale. Beim Fahrwerk auf Poltern über kurze Kanten und Spiel in der Lenkung achten.
Bei 2018er Fahrzeugen kommt ein besonderer Punkt hinzu: KBA 8145 / U42 betrifft unzureichende Verschweißungen an vorderen Querlenkern, die im Extremfall brechen und die Fahrstabilität beeinträchtigen können. Ebenfalls 2018 listet das KBA U86 zur Beschichtung von Bremskolben; dadurch kann Gas im Hydrauliksystem entstehen und die Hinterradbremse beeinträchtigt werden. Bei einem betroffenen Fahrzeug muss dokumentiert sein, dass die Maßnahme erledigt ist.
Hybrid und 12 Volt: beim 4xe nicht nur auf die Hochvoltbatterie starren
Beim Plug-in-Hybrid ist die Hochvoltbatterie verständlicherweise der Blickfang, aber mehrere reale Fehlerbilder hängen am Zusammenspiel der Systeme. Die KBA-Aktion 74B betrifft Compass und Renegade aus dem Produktionszeitraum 29. Juni 2020 bis 9. Mai 2024: Ein fehlerhaftes Anzugsmoment an Anschlüssen des 12-Volt-Batterie-Ladekabels kann laut KBA Startprobleme, ein Abstellen während der Fahrt und im ungünstigen Fall einen Brand verursachen. Die Maßnahme sieht Prüfung und gegebenenfalls Austausch des Anschlusses vor.
Bei frühen 4xe kommt außerdem Y27 hinzu: Ein mögliches Versagen von Bremskraftunterstützung beziehungsweise ABS machte den Austausch des hydraulischen Steuergeräts des integrierten Bremssystems erforderlich. Die Deutschland-Zahl war mit einem Fahrzeug winzig – für die konkrete FIN ist sie trotzdem entweder erledigt oder nicht.

Rückrufe: Beim Compass ist die FIN wichtiger als jede Pauschalliste
Der Compass II hat über seine lange Bauzeit mehrere sicherheitsrelevante Aktionen gesammelt. Das ist nicht automatisch ein Argument gegen das Auto – Rückrufe werden genau dafür veröffentlicht, bekannte Risiken zu beseitigen. Ein schlechtes Zeichen ist vielmehr ein Verkäufer, der den Status nicht belegen kann. Vor dem Kauf gehört die FIN deshalb in den Hersteller-/KBA-Check und anschließend auf die Rechnung oder schriftliche Bestätigung der Werkstatt.
| KBA / Code | Zeitraum | Problem | Deutschland |
|---|---|---|---|
| 7570 / T73 | 2017 | Befestigungsmuttern am Beifahrer-Airbag können sich bei Auslösung lösen | 2.512 |
| 8144 / U12 | 2017–2018 | Verriegelung der Rückenlehne kann im Unfall versagen | 7.399 |
| 8145 / U42 | 2018 | unzureichend verschweißter vorderer Querlenker | 69 |
| 8430 / U86 | 2018 | Bremskolben-Beschichtung kann Hinterradbremsfunktion beeinträchtigen | 2.056* |
| 9945 / W25 | 2019–2020 | Scheibenwischergelenk kann Funktion einschränken | 2.720 |
| 11005 / Y27 | 2020–2021 | Ausfall von Bremskraftunterstützung/ABS möglich | 1 |
| 12858 / 59A | 2022–2023 | Hybrid-Antriebsbatterie kann überhitzen und im Extremfall brennen | 584* |
| 14433R / B7B | 20.07.2023–30.09.2024 | fehlerhafte Bremspedalgruppe, Ausfall der Betriebsbremse möglich | 7.708* |
| 14120R / 74B | 29.06.2020–09.05.2024 | Anschluss des 12-V-Ladekabels: Start-/Abstellproblem, im ungünstigen Fall Brand | 500* |
| 14309R / 66B | 03.12.2020–23.10.2023 | Ausfall der Rückfahrkamera, Radiosoftware prüfen/aktualisieren | 201* |
* Bei mit Stern markierten KBA-Zahlen umfasst die offizielle Deutschland-Zahl mehrere in derselben Rückrufzeile genannte Jeep-Modelle und ist keine Compass-only-Stückzahl. Entscheidend ist immer die konkrete FIN.
Zusätzlich existieren weitere Aktionen etwa zu Tagfahrlicht, Kopfairbag-Steckverbindungen, Parkbremse und Reifendokumenten. Unsere Tabelle zeigt bewusst die Punkte, die beim Gebrauchtkauf am ehesten kaufentscheidend sind. Den vollständigen aktuellen Stand liefert unser Rückruf-Checker beziehungsweise die KBA-Datenbank.
Euro NCAP: fünf Sterne – aber nach dem 2017er Protokoll
Euro NCAP testete 2017 einen Jeep Compass 4×4 Limited 2.0 mit Linkslenkung. Das Ergebnis: fünf Sterne, 90 Prozent beim Erwachsenenschutz, 83 Prozent bei Kindern, 64 Prozent beim Schutz ungeschützter Verkehrsteilnehmer und 59 Prozent bei den Assistenzsystemen. Das Rating ist inzwischen als „Expired“ markiert. Das bedeutet nicht, dass der Compass plötzlich unsicher geworden wäre, sondern dass die Bewertung wegen des Alters nicht mehr mit heutigen Protokollen gleichgesetzt werden soll.
Was kostet ein Jeep Compass II gebraucht 2026?
Der Preis ist eine der stärksten Waffen des Compass. AutoScout24 nennt für Deutschland je nach Erstzulassungsjahr deutlich unterschiedliche Angebotskorridore. Die Werte sind Momentaufnahmen, keine Wertgutachten – Laufleistung, 4xe, Ausstattung, Händlergarantie und Unfallhistorie können ein einzelnes Auto weit aus der Spanne schieben.
| Erstzulassung | überwiegende Angebotspreise | Einordnung |
|---|---|---|
| 2018 | ca. 11.300–18.490 € | günstigster ernsthafter Einstieg, Zustand genau prüfen |
| 2020 | ca. 15.999–19.990 € | spannend durch 1.3 T-GDI und erste 4xe |
| 2021 | ca. 15.900–24.990 € | Facelift beginnt – große Streuung nach Antrieb |
| 2022 | ca. 21.490–27.690 € | viele 4xe/e-Hybrid, Technikstatus wichtiger |
| 2023 | ca. 21.990–26.990 € | junge Faceliftmodelle, oft gutes Preis-Leistungs-Verhältnis |
| 2024 | ca. 21.380–25.970 € | sehr jung, häufig e-Hybrid oder 4xe |
Die überraschende Überschneidung zwischen 2022, 2023 und 2024 zeigt, wie stark Antrieb, Kilometer und Ausstattung den Markt verzerren. Ein älterer Trailhawk 4xe kann teurer sein als ein jüngerer e-Hybrid. Deshalb nie nur nach Baujahr sortieren. Für unseren Sweet Spot – Facelift, 1.3 T-GDI, saubere Historie – ist der Zustand wichtiger als das letzte Ausstattungspaket.
Kaufcheck vor Ort: 15 Punkte, die wir wirklich abarbeiten würden
- FIN und Rückrufstatus vor dem Termin klären. Nicht erst nach dem Kauf.
- Kaltstart verlangen. Der Motor sollte bei Ankunft nicht bereits warm sein.
- Wartungsnachweise lesen, nicht nur Serviceheft anschauen. Rechnungen zeigen Öl, Bremsen, Software- und Rückrufarbeiten.
- Reifen komplett prüfen: DOT, Profiltiefe, Flanken, Fabrikat, Innenkante und gleichmäßiger Abrieb.
- Fahrwerk auf kurzen Kanten hören. Poltern, Knacken und Spiel nicht als SUV-Normalität abtun.
- Bremse mehrfach testen. Geradeauslauf, Pedalgefühl, Scheibenbild und Warnlampen.
- Automatik kalt und warm fahren. Rangieren, Schleichfahrt, Kickdown und Schubbetrieb gehören dazu.
- Uconnect vollständig testen: Display, Ton, Bluetooth, CarPlay/Android Auto, Navigation und Rückfahrkamera.
- Alle Assistenzsysteme beobachten. Keine dauerhaften Warnmeldungen oder deaktivierten Systeme akzeptieren.
- Diesel nur mit passender Historie kaufen. Fehlerspeicher und DPF-/Abgasstatus auslesen lassen.
- 4xe laden. Nicht nur Ladekabel im Kofferraum bewundern – Ladevorgang starten und elektrischen Fahrmodus prüfen.
- 4xe/e-Hybrid Fehlerspeicher auslesen. Hochvolt-, Lade- und 12-Volt-Systeme mit geeignetem Diagnosegerät prüfen.
- Unterboden ansehen. Besonders bei Trailhawk/4×4 auf Geländespuren, Beschädigungen und Undichtigkeiten.
- Rücksitzlehnen und Verriegelungen prüfen. Bei frühen Autos auch wegen U12 relevant.
- Unabhängige Hebebühnenprüfung machen. Bei Hybrid möglichst in einer Werkstatt mit entsprechender Qualifikation.
Positiv
- Preis-Leistung: Der Compass II ist gebraucht oft deutlich günstiger als viele etablierte C-SUV-Konkurrenten und bietet viel Ausstattung fürs Geld.
- Facelift ab 2021: Uconnect 5, modernes Cockpit und aufgewerteter Innenraum machen den jüngeren Compass spürbar attraktiver.
- Antriebsvielfalt: Vom einfachen Fronttriebler über Diesel-Allrad bis 4xe ist für sehr unterschiedliche Nutzerprofile etwas dabei.
- Alltag: Fünf Türen, ordentlich Platz und SUV-Sitzposition machen den Compass familientauglich.
- Eigene Prüfdaten: In 18.416 MOT-Prüfungen dominieren vor allem klassische Verschleiß- und Sichtthemen statt exotischer Strukturmängel.
Negativ
- Rückrufhistorie: Über die lange Bauzeit kamen mehrere sicherheitsrelevante Aktionen zusammen – ohne FIN-Prüfung kaufen wir keinen.
- Hybrid-Komplexität: 4xe und e-Hybrid können attraktiv sein, bringen aber Hochvolt-, Lade- und zusätzliche Elektroniksysteme ins Spiel.
- Frühe Elektronik: Für Uconnect sind bei europäischen Fahrzeugen Software-Fehlerbilder und Updates dokumentiert.
- Neungang-Automatik: Bei frühen Allrad-Benzinern muss die Schaltqualität sorgfältig geprüft werden; FCA dokumentiert TCM-Updates für bestimmte EMEA-Fahrzeuge.
- Diesel: Kurzstreckenbetrieb passt schlecht zu DPF und Abgasnachbehandlung – ein billiger Diesel ist für Stadtfahrer oft der falsche Compass.
Unsere Bewertung
Wie wir diese Bewertung ermitteln
Unsere Bewertungen folgen einem festen, gewichteten System mit sechs Kategorien – das für jedes Fahrzeug identisch angewendet wird. Die Gewichtung orientiert sich daran, was beim Gebrauchtwagenkauf wirklich zählt:
- Zuverlässigkeit (25 %) – Primärquelle: TÜV-Report-Mängelquote; liegen keine deutschen Prüfdaten vor, greifen wir auf britische MOT-Daten zurück. Ergänzt durch ADAC-Pannenstatistik und Auswertung von Nutzererfahrungen.
- Sicherheit (20 %) – Basis: Euro-NCAP-Gesamtbewertung zum Testzeitpunkt. Modifikator für serienmäßige Assistenzsysteme.
- Unterhaltskosten (20 %) – GDV-Typklassen, realer Testverbrauch (kein WLTP), Werkstattintervalle, Kfz-Steuer.
- Platzangebot & Alltag (15 %) – Kofferraumvolumen, Radstand, Fond-Beinfreiheit, Fachpresse-Konsens.
- Infotainment & Bedienung (10 %) – Konsens aus mindestens drei unabhängigen Fachmedien.
- Preis-Leistung (10 %) – Aktuelles Marktpreisniveau gängiger Gebrauchtwagenbörsen im Vergleich zur Fahrzeugklasse.
Der Gesamtscore ergibt sich als gewichteter Durchschnitt der sechs Kategorien. Alle Daten werden manuell recherchiert und geprüft.
Alternativen zum Jeep Compass II
| Alternative | Warum interessant? | Wo der Compass punktet |
|---|---|---|
| Skoda Karoq | sehr rational, viel Platz, breite Motorenauswahl | mehr Charakter, 4xe/eAWD und oft günstiger |
| VW Tiguan II | großes Angebot, vertraute Technik, sehr alltagstauglich | Jeep-Design und häufig attraktiverer Kaufpreis |
| Mazda CX-5 | hochwertiger Innenraum, gute Fahrkultur | kompaktere Außenmaße und elektrifizierte Varianten |
| Toyota RAV4 Hybrid | sehr etablierter Hybridantrieb, viel Platz | niedrigerer Einstiegspreis und echter Jeep-4×4-Charakter bei passenden Versionen |
Häufige Fragen zum Jeep Compass II gebraucht
Welches Baujahr ist beim Jeep Compass II am besten?
Für uns beginnt der Sweet Spot mit dem großen Facelift 2021. Der Innenraum ist deutlich moderner, Uconnect 5 ist ein großer Fortschritt und der 1.3 T-GDI bietet eine vernünftige Benzinerbasis. Ein gepflegter 2021/22er mit sauberem Rückrufstatus ist meist interessanter als ein maximal ausgestatteter, aber älterer Vorfacelift.
Ist der Jeep Compass 4xe gebraucht empfehlenswert?
Ja, wenn du laden kannst und das konkrete Auto technisch sauber ist. Der 4xe bietet viel Leistung und elektrischen Hinterachsantrieb. Vor dem Kauf müssen aber Ladevorgang, EV-Modus, 12-Volt-System, Fehlerspeicher und alle offenen Rückrufe geprüft werden. Ohne diese Prüfung würden wir den Preisvorteil nicht gegen die zusätzliche Komplexität tauschen.
Ist die Neungang-Automatik ein Grund, den Compass zu meiden?
Nein. Es gibt aber für bestimmte frühe EMEA-Modelle dokumentierte Softwareupdates zur Schaltqualität. Entscheidend ist, wie das konkrete Getriebe kalt und warm arbeitet. Ein sauber schaltendes, gewartetes Fahrzeug ist etwas anderes als ein Auto mit Schlägen, Verzögerungen und unbekannter Historie.
Benziner oder Diesel?
Für gemischten Alltag und normale Jahresfahrleistungen würden wir zum Benziner greifen, bevorzugt 1.3 T-GDI. Der Diesel ist sinnvoll, wenn das Auto regelmäßig längere Strecken fährt. Ein 1.6 oder 2.0 MultiJet, der jahrelang nur Kurzstrecke gesehen hat, ist kein vermeintliches Sparangebot, sondern ein zusätzlicher Prüfauftrag für DPF und Abgasnachbehandlung.
Wie viel Reparaturreserve sollte ich einplanen?
Bei einem frühen Compass würden wir nicht das gesamte Budget in den Kaufpreis stecken. Reifen, Bremsen, Service, Batterie und kleinere Elektronikarbeiten können schnell zusammenkommen. Bei 4xe/e-Hybrid ist eine saubere Diagnose vor dem Kauf wichtiger als eine pauschal hohe Reserve: Ein technisch ungeklärter Hybrid wird nicht dadurch gut, dass nach Vertragsabschluss noch Geld auf dem Konto liegt.

Der Jeep Compass II ist kein Geheimtipp, weil er alles besser kann als Tiguan, Karoq oder RAV4. Er ist interessant, weil er als Gebrauchtwagen oft erstaunlich viel Auto für sein Geld liefert. Genau diesen Preisvorteil darf man aber nicht durch einen technisch ungeklärten 4xe, einen Wartungsstau oder offene Rückrufe wieder verschenken.
Wenn wir mit eigenem Geld kaufen würden, nähmen wir lieber einen etwas schlichteren Facelift-Compass mit sauberer Akte als den billigsten Trailhawk oder 4xe mit maximaler Ausstattung. Beim Compass gewinnt nicht die spektakulärste Konfiguration, sondern die nachvollziehbarste.
Methodischer Hinweis: Technische Servicebulletins beschreiben mögliche Fehlerbilder und Reparaturverfahren für betroffene Fahrzeuge; sie sind keine Statistik darüber, wie häufig ein Defekt tatsächlich auftritt. KBA-Stückzahlen können mehrere Modelle umfassen, wenn diese gemeinsam in einer Rückrufzeile geführt werden. Ausstattung, Softwarestand und Rückrufstatus immer anhand der konkreten FIN prüfen.
Wichtige Dokumente & Quellen
Weitere Bilder des Jeep Compass II





















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