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Gebrauchtwagen-Kaufberatung

Maserati Levante: Wenn der Dreizack aufs SUV-Pflaster trifft

Von

Maseratis erster SUV – zwischen Ferrari-Sound und Horror-Werkstattrechnungen

Wenn ein Sportwagenhersteller mit über 100 Jahren Renn-DNA plötzlich einen SUV baut, kann das eigentlich nur schiefgehen. Oder? Der Maserati Levante beweist seit 2016: Es geht beides. Einerseits bekommst du einen italienischen Luxus-SUV mit Ferrari-Motor, der klingt wie die Apokalypse und fährt wie ein Gran Turismo auf Stelzen. Andererseits kann dich dieses Ding finanziell so ruinieren, dass du am Ende froh bist, wenn du noch einen Fiat Panda fahren darfst.

Wir nehmen den Levante auseinander – mit allem, was die Foren hergeben. Spoiler: Es wird blutig.


Die Entstehungsgeschichte: Vom Grand Cherokee zum Dreizack-SUV

Als Maserati 2016 den Levante vorstellte, war die Skepsis groß. Ein SUV? Von Maserati? Die Puristen heulten auf. Aber der Markt verlangte nach SUVs, und Maserati brauchte Geld. Also wurde der Levante auf Basis der Quattroporte/Ghibli-Plattform entwickelt – nicht, wie ursprünglich geplant, auf dem Jeep Grand Cherokee.

Maserati Levante Hybrid © Maserati

Der Name „Levante“ kommt vom mediterranen Wind, der sich blitzschnell von mild zu stürmisch wandeln kann. Passend. Denn genau so fühlt sich auch die Werkstattrechnung an.

Wichtige Meilensteine

2016

Der Dreizack sticht zu

Ein Raunen geht durch Genf: Weltpremiere im März, und schon im Frühjahr rollen die ersten Exemplare zu den Kunden. Maserati baut ein SUV – Puristen weinen, Genießer jubeln.

2018

Ein Ferrari im SUV-Pelz

In New York lassen die Italiener die Muskeln spielen: Der Levante Trofeo kommt mit einem 580 PS starken V8. Ein Familienauto, das Sportwagen zum Frühstück verspeist.

20/21

Zeitenwende

Erst heißt es 2020 „Ciao, Diesel!“, dann wird es 2021 elektrisch: Das Facelift bringt den GT Hybrid. Mildhybrid für das grüne Gewissen, aber immer noch mit italienischem Temperament.

23/24

Das große Finale

Mit dem auf 206 Stück limitierten „V8 Ultima“ feiert Maserati im Mai 2023 den Abschied des Achtzylinders. 2024 fällt der Vorhang dann endgültig: Die Produktion endet, der Levante wird zur Legende.

Verkaufszahlen Deutschland: 4.129 Levante bis Dezember 2024. Bestes Jahr: 2017 mit 1.031 Einheiten. Danach ging’s bergab.


Die Motorisierungen: Von Alfa-Vierzylinder bis Ferrari-V8

Der Levante bietet eine wilde Bandbreite an Antrieben – vom braven Mildhybrid bis zum 580-PS-Monster.

Benzinmotoren

ModellMotorLeistung0-100 km/hVmaxHerkunft
GT Hybrid2,0L Turbo (Mildhybrid)330 PS6,0 s245 km/hAlfa Romeo
Modena3,0L V6 Biturbo350 PS6,0 s251 km/hFerrari
Modena S3,0L V6 Biturbo430 PS5,2 s264 km/hFerrari
GTS3,8L V8 Biturbo530 PS4,3 s291 km/hFerrari
Trofeo3,8L V8 Biturbo580 PS4,1 s302 km/hFerrari

Fun Fact: Der V8 wird bei Ferrari in Maranello gebaut. Ja, richtig gelesen – im Levante Trofeo steckt quasi ein Ferrari-Motor. Der klingt auch so. Vierflutige Klappenanlage, die bei Vollgas die Nachbarschaft aufweckt.

Dieselmotoren (bis 2020)

ModellMotorLeistung0-100 km/hVmax
Diesel3,0L V6 Turbodiesel275 PS6,9 s230 km/h

Der Diesel kommt von VM Motori (Fiat-Konzern), nicht von Ferrari. War auch besser so. Seit 2020 gibt’s ihn nicht mehr – zu dreckig, zu uncool.


Design: Elegant oder „hässlich vom Heck“?

Hier scheiden sich die Geister.

Die Front: Markant, aggressiv, mit dem riesigen Dreizack-Grill. Gefällt. Keine Frage.

Die Seite: Coupéhafte Linie, muskulös, sportlich. Funktioniert.

Das Heck: Oh boy. „Bieder“ sagen die einen. „Grotesk“ die anderen. Es sieht aus, als hätte jemand die Heckpartie vergessen zu designen und schnell noch was draufgeworfen. Die vierflutigen Auspuffendrohre retten es ein bisschen, aber das Heck bleibt der Schwachpunkt.

Maße:


Innenraum: Luxus mit Schwächen

Der Innenraum ist echt schick – wenn alles funktioniert.

Das gefällt uns

  • Edles Nappaleder (optional in Cognac, Rosso, Sabbia)
  • Zegna-Seide-Akzente (ja, echt!)
  • Holz- und Klavierlack-Elemente
  • Elektrisch verstellbare Sitze (alle)
  • Komfortables Raumgefühl

Das nervt uns

  • Infotainment ist Steinzeit (2016er-System)
  • Verarbeitung nicht auf deutschem Premium-Niveau
  • Rücksitze wenig konturiert
  • Startknopf links vom Lenkrad (Le-Mans-Tradition, aber unpraktisch)

Das Infotainment war 2016 schon veraltet. Touchscreen? Lahm. Navigation? Mittelmäßig. Bedienung? Umständlich.

Ab 2021 gab’s mit dem Facelift ein Update: MIA (Maserati Intelligent Assistant) auf Android Automotive Basis. Aber auch das ist nicht gerade State-of-the-Art im Vergleich zu Mercedes MBUX oder BMWs iDrive.


Die hässliche Wahrheit: Probleme & Schwachstellen

Jetzt wird’s ernst. Der Levante ist kein zuverlässiges Auto. Nicht mal annähernd. Die Foren quillen über vor Horror-Stories.

1. Bremsen: Das Milliarden-Euro-Problem

Das häufigste Problem überhaupt: Die Bremsanlage ist Schrott.

Problem: Maserati hat mit Brembo billige Bremsen verbaut, die viel zu schnell verschleißen. Betrifft alle Modelle ab 2016 (auch Ghibli, Quattroporte).

Garantie: Nur 12 Monate oder 10.000 km auf Bremsscheiben. Danach zahlst du.

Lösung: Aftermarket-Teile. EBC-Scheiben mit Brembo-Belägen halten 40.000 km, kosten 410 € statt 1.200 €.


2. Motorschäden: Die Lotterie

Ja, du hast richtig gelesen. Motorschäden bei einem Luxus-SUV für 80.000–200.000 €.

Betroffene Modelle: Vor allem 2017er Diesel und frühe Benziner (2016–2018).

Ursachen: Ölpumpenprobleme, Lager, unklare Defekte.

Garantie: 3 Jahre. Danach bist du auf Kulanz angewiesen – die gibt’s selten.


3. Elektronik-Chaos: Softwareprobleme ohne Ende

Der Levante ist elektronisch ein Albtraum.

Häufige Elektronikprobleme:


4. Fahrwerk & Luftfederung

Problem: Luftfederung macht Geräusche, ruppiges Fahren auf unebenen Straßen.

Kritik aus Foren:

Das Fahrwerk ist ein Kompromiss, der niemandem wirklich gefällt.


5. Getriebe (ZF 8-Gang)

Grundsätzlich ist die ZF 8HP ein solides Getriebe – aber Maserati hat’s verbockt.

Probleme:


6. Qualitätsmängel im Innenraum


Rückrufe: Die größten Aktionen

Der Levante wurde zigfach zurückgerufen. Hier die wichtigsten:

ZeitraumProblem
Produktionsstart bis 08.10.2021Allgemeiner Rückruf
24.07. bis 18.12.2017Spezifischer Defekt (unklar)
Modelljahr 2017 (nur Diesel)Diesel-spezifisches Problem
2014–2017Sicherheitsrelevant

TÜV & ADAC: Keine Daten

Problem: Der Levante ist zu selten für den TÜV Report und die ADAC Pannenstatistik. Beide Statistiken erfassen nur Modelle mit mindestens 10.000 Neuzulassungen pro Jahr. Der Levante schaffte das nie.

Was bedeutet das? Keine offiziellen Zuverlässigkeitsdaten. Du musst dich auf Foren-Berichte verlassen.


Gebrauchtwagenpreise (Stand Dezember 2025)

Der Levante verliert brutal an Wert. Wertverlust liegt bei ~70 % in 5 Jahren.

BaujahrLaufleistungDieselBenziner V6Trofeo V8
2016–201770.000–130.000 km25.000–35.000 €30.000–45.000 €
2018–201950.000–80.000 km35.000–50.000 €40.000–60.000 €70.000–95.000 €
2020–202130.000–60.000 km– (Produktion 2020 eingestellt)40.000–65.000 €75.000–120.000 €
2022–202320.000–40.000 km55.000–85.000 €90.000–140.000 €
202410.000–25.000 km65.000–100.000 €125.000–200.000 €

Mobile.de Durchschnitt (alle Baujahre): 35.000–60.000 €

Konkrete Preisbeispiele (Dezember 2025):


Kaufberatung: Lohnt sich der Levante?

Die ehrliche Antwort: Nur wenn du weißt, worauf du dich einlässt. Der Levante ist kein Auto für Menschen, die ein zuverlässiges Arbeitstier suchen. Er ist ein Leidenschafts-Kauf mit hohen Folgekosten.


Empfohlene Motorisierungen

BEST PICK: Modena S (3,0L V6 mit 430 PS)

Warum?

Preis gebraucht: 40.000–65.000 €


WENN GELD EGAL IST: Trofeo (3,8L V8 mit 580 PS)

Warum?

Preis gebraucht: 90.000–200.000 €

Aber: Verbrauch 14–16 L/100 km, Steuer absurd, Versicherung auch.


VERGISS DEN DIESEL

Der 3,0L Diesel (275 PS) ist zwar sparsam, aber:

Fazit: Finger weg.


VERGISS DEN HYBRID

Der GT Hybrid (2,0L Mildhybrid, 330 PS) ist der Alfa Romeo Vierzylinder. Klingt wie ein Golf GTI, nicht wie ein Maserati.

Warum Maserati kaufen, wenn’s nicht klingt? Genau.


Was kostet der Unterhalt?


Die besten Alternativen

Wenn dir der Levante zu riskant ist:

ModellVorteilPreis gebraucht
Porsche CayenneZuverlässiger, bessere Qualität40.000–80.000 €
BMW X5/X6Deutscher Standard, viel Auswahl35.000–70.000 €
Mercedes GLEKomfort-König, solide Technik40.000–75.000 €
Audi Q7/Q8Bestes Infotainment, gute Verarbeitung40.000–80.000 €
Range Rover SportMehr Prestige, aber auch anfällig40.000–90.000 €
Alfa Romeo Stelvio QuadrifoglioGleiche Plattform, 510 PS, günstiger40.000–65.000 €

Maserati Levante Hybrid © Maserati

Unser Fazit: Herz oder Verstand?

Der Maserati Levante ist ein Auto für Enthusiasten, nicht für Vernunft-Menschen.

Unser Fazit

FÜR WEN LOHNT SICH DER LEVANTE?

✅ Du willst einen exklusiven SUV mit Ferrari-Sound
✅ Du hast Budget für Reparaturen (3.000–5.000 €/Jahr einplanen)
✅ Du kannst selbst schrauben oder hast einen günstigen Mechaniker
✅ Dir ist der Dreizack mehr wert als Zuverlässigkeit
✅ Du kaufst jung (2020+) mit Garantieverlängerung

FÜR WEN NICHT?

❌ Du brauchst ein zuverlässiges Alltagsauto
❌ Du willst niedrige Unterhaltskosten
❌ Du fährst viel (>20.000 km/Jahr)
❌ Du hast keine Reserve für Reparaturen
❌ Du kaufst ohne Garantie


Was der Levante kann:

Was der Levante nicht kann:

Die Wahrheit: Der Levante ist ein Leidenschafts-Kauf. Wenn du einen haben willst, kauf ihn – aber geh mit offenen Augen rein. Budget 5.000 € pro Jahr für Reparaturen ein. Kauf möglichst jung (2020+) und MIT Garantieverlängerung.

Und wenn du nachts nicht schlafen kannst, weil du Angst vor der nächsten Werkstattrechnung hast? Kauf den Porsche Cayenne. Der ist langweilig, aber er läuft.


Unterm Strich: Der Levante ist das automobile Äquivalent einer turbulenten Beziehung. Aufregend, leidenschaftlich, teuer – und irgendwann bereust du’s vielleicht. Aber verdammt, der Sound ist geil.


Artikel basiert auf Recherchen, Foren-Berichten (motor-talk.de, maseratilife.com, carpassion.com) und aktuellen Marktdaten. Stand: Dezember 2025.

Jedes Fahrzeug vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen prüfen lassen!

Maserati Levante Hybrid -Dreizack © Maserati

Maserati Levante Hybrid – Leder Vordersitze © Maserati

Maserati Levante Hybrid © Maserati
Maserati Levante Hybrid © Maserati
Maserati Levante Hybrid, Cockpit © Maserati
Maserati Levante Hybrid – Leder Rücksitze © Maserati
Maserati Levante Hybrid – Einstiegsleiste Beleuchtung © Maserati
Maserati Levante Hybrid – Kühlergrill © Maserati
Maserati Levante Hybrid GT © Maserati
Maserati Levante Hybrid © Maserati
Maserati Levante Hybrid © Maserati
Maserati Levante Hybrid © Maserati
Maserati Levante Hybrid Heckleuchte © Maserati
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Editorial

Verantwortlich: Robert Maximiuk
Automobile News liefert den ungeschminkten Blick unter die Haube. Statt nur Hochglanz-Prospekte zu zitieren, analysieren wir die Realität: Wir graben tief in TÜV-Reports, Pannenstatistiken und tausenden Nutzererfahrungen aus Fachforen. So finden wir die Schwachstellen, die im Verkaufsprospekt nicht stehen. Ehrlich, kritisch und mit der nötigen Portion Humor – erstellt mit modernster KI-Datenanalyse und persönlich kuratiert von einem echten Auto-Enthusiasten.

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