Es gibt Autos, die sind vernünftig. Und dann gibt es den Mercedes-AMG ONE. Ein Fahrzeug, das so komplex ist, dass die Ingenieure in Affalterbach zwischendurch wahrscheinlich kurz davor waren, alles hinzuschmeißen und stattdessen eine Karriere als professionelle Häkler zu starten.

Warum? Weil es Mercedes tatsächlich gewagt hat, einen echten 1,6-Liter-V6-Hybrid aus der Formel 1 in ein Auto mit Straßenzulassung zu quetschen. Das ist so, als würde man versuchen, einen Blauwal in ein Goldfischglas zu stecken – und am Ende behaupten, der Wal fühle sich dort pudelwohl.
Die Diva unter den Motoren
Der Motor ist keine Maschine, er ist eine Diva. Wer morgens mal eben schnell Brötchen holen will, muss Geduld mitbringen. Bevor der V6 überhaupt husten darf, müssen die Katalysatoren vorgeheizt werden. Das dauert etwa 40 bis 50 Sekunden. Zeit genug, um den Nachbarn zu erklären, warum dein 3-Millionen-Euro-Auto gerade wie ein leise summender Kühlschrank klingt.

Aber wenn er dann anspringt? Dann klingt er bei niedrigen Drehzahlen laut Testern wie ein „Sack Nüsse“, nur um bei 11.000 Touren in eine Kreisch-Arie auszubrechen, die dir die Härchen an den Armen strammstehen lässt. Mit 1.063 PS Systemleistung schießt dich das Ding in 7 Sekunden auf 200 km/h. Das ist so schnell, dass dein Gehirn noch an der Ampel klebt, während dein Körper schon im nächsten Postleitzahlenbereich angekommen ist.
Der König der Nordschleife (schon wieder!)
Falls du dachtest, der Rekord von 2022 wäre das Ende der Fahnenstange gewesen: Denkste! Maro Engel hat im September 2024 noch mal einen rausgehauen und die Nordschleife in unfassbaren 6:29,090 Minuten umrundet. Damit ist der AMG ONE das erste Serienauto, das die 6:30er-Marke geknackt hat.
Das ist so schnell, dass man theoretisch die Zeit zurückdrehen könnte, wenn man noch ein bisschen fester aufs Gas drückt. Oder zumindest ist man schneller am Ziel, als die eigene Versicherung „Totalschaden“ buchstabieren kann.
Alltagstauglichkeit? Ein guter Witz!
Kommen wir zum praktischen Teil: Der Kofferraum. Oder wie Mercedes es nennt: „Der Ort, an dem du deine Kreditkarte aufbewahrst“. Viel mehr passt nämlich nicht rein. Wer mit dem AMG ONE zum Getränkemarkt fährt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren – oder einfach ein sehr schnelles Begleitfahrzeug für die Bierkisten.

Und nach 50.000 Kilometern? Da ist nicht nur ein Ölwechsel fällig, sondern der komplette Motor muss zur Revision nach England. Das kostet wahrscheinlich so viel wie ein Einfamilienhaus in bester Lage, aber hey: Wer 2,75 Millionen Euro (plus Steuern!) für ein Auto ausgibt, den schockt auch die Werkstattrechnung nicht mehr.
Das gefällt uns
- Echte Formel-1-Technik mit Straßenzulassung (James Bond wäre neidisch).
- Nordschleifen-Performance, die physikalische Gesetze als „unverbindliche Empfehlung“ betrachtet.
- 18 km rein elektrische Reichweite – perfekt, um sich lautlos an die Ex-Freundin heranzupirschen.
Das nervt uns
- Gepäckraum ist ein Gerücht; man muss die Zahnbürste in der Hosentasche tragen.
- Motor-Revision alle 50.000 km kostet ein Vermögen.
- Man braucht einen Notar und drei Ingenieure, um das Ding korrekt zu starten.
Die nackten Fakten: Mercedes-AMG ONE
| Merkmal | Daten |
| Motor | 1,6-Liter-V6-Turbo + 4 Elektromotoren |
| Systemleistung | 782 kW / 1.063 PS |
| 0-100 / 0-200 km/h | 2,9 s / 7,0 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 352 km/h (abgeregelt) |
| Leergewicht | ca. 1.695 kg |
| Nordschleife-Zeit | 6:29,090 min (Rekord) |
| Limitierung | 275 Exemplare (alle weg, sorry!) |
| Preis (neu) | ab 2,75 Mio. Euro (netto) |
Mercedes-AMG ONE Galerie





















































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