Die E-Klasse W213 (2016–2023) ist das, wofür Mercedes jahrzehntelang stand: gediegene Mittelklasse mit echter Substanz. Der Kombi S213 ist unter deutschen Familien nahezu unschlagbar, die Limousine gibt auch nach 100.000 Kilometern den Seriositätsdarsteller. Das hat seinen Preis – in der Anschaffung, im Werkstattbesuch und bei den Schwachstellen, die du vor dem Kauf kennen musst. Wer weiß, worauf er achten muss, bekommt hier ein herausragendes Stück Gebrauchtwagen.

Wichtige Fakten
Die E-Klasse W213 umfasst vier Karosserievarianten auf einer Plattform: Limousine (W213), Kombi (S213), Coupé (C238) und Cabriolet (A238). Alle teilen Motoren, Getriebe und die meisten Schwachstellen. Das Facelift 2020/2021 brachte MBUX, überarbeitete Optik und neue Motorkennungen – beim Kauf eine wichtige Zäsur.Modellvarianten: Vier Karosserien, eine Plattform
Die W213-Familie ist größer als viele denken. Limousine und Kombi sind die Volumenträger, Coupé und Cabriolet Nischenmodelle mit eigenem Publikum.
| Karosserie | Kürzel | Produktionszeitraum | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Limousine | W213 | 2016–2023 | Häufigste Variante, 540 Liter Kofferraum |
| Kombi (T-Modell) | S213 | 2016–2023 | 640 bis 1.820 Liter, Klassenreferenz |
| All-Terrain | X213 | 2017-2023 | höhere Bodenfreiheit, größere Räder und serienmäßig 4MATIC |
| Coupé | C238 | 2017–2023 | Rahmenlose Türen, weniger Fond-Platz |
| Cabriolet | A238 | 2017–2023 | Nische, Kofferraum mit Verdeck stark reduziert |
Das Facelift: 2020 (Limousine/Kombi) bzw. 2021 (Coupé/Cabrio) überarbeitete Mercedes Front und Heck dezent, tauschte aber das veraltete COMAND-Online-System gegen eine vereinfachte MBUX-Version aus. Wer viel Wert auf das Infotainment legt, kauft Facelift. Alle anderen: kein Dogma.

Motoren im Überblick
Benzinmotoren
| Modell | Motor | Leistung | 0–100 km/h | Verbrauch (real) |
|---|---|---|---|---|
| E 200 | M274 / M264 (ab ca. 2020) | 184 PS → 197 PS | 7,7 s | 7,2–7,8 l |
| E 300 | M274 / M264 (ab Facelift) | 245–258 PS | 6,2 s | 8,0–8,5 l |
| E 400 / E 450 | M276 / M256 | 333–367 PS | 4,8–5,0 s | 9,0–10,5 l |
| AMG E 53 | M256 + EQ Boost | 435 PS | 4,4 s | 10,5–12,0 l |
| AMG E 63 / E 63 S | M177 V8 Biturbo | 571 / 612 PS | 3,4 s | 12,0–15,0 l |
Dieselmotoren
| Modell | Motor | Leistung | 0–100 km/h | Verbrauch realistisch |
|---|---|---|---|---|
| E 200 d | OM654 R4 | 150 PS | ca. 8,3 s | 5,8–6,2 l |
| E 220 d | OM654 R4 | 194 PS | ca. 7,3 s | 6,0–6,5 l |
| E 300 d | OM654 R4 | 245 PS | ca. 5,9 s | 6,5–7,0 l |
| E 350 d frühe Baujahre | OM642 V6 | 258 PS | ca. 5,9 s | 7,0–8,5 l |
| E 350 d spätere Baujahre | OM656 R6 | 286 PS | ca. 5,7 s | 7,0–8,5 l |
| E 400 d / E 400 d 4MATIC | OM656 R6 | ca. 330–340 PS | ca. 4,9–5,1 s | 7,5–9,0 l |
Diese Motorisierungen sind die richtige Wahl
Der E 220 d mit OM654 ist die klare Empfehlung. Mercedes’ moderner Vierzylinder-Diesel wurde mit dem W213 eingeführt und zählt zu den besten Dieselmotoren seiner Klasse: leise, sparsam, kräftig genug und im Alltag sehr passend für die E-Klasse. Bei sehr frühen Exemplaren aus 2016 sollte man Rückrufe, Servicehistorie und Softwarestände besonders gründlich prüfen – ab 2017, besser ab 2018, wirkt der Motor im Gebrauchtwagenbild deutlich ausgereifter.

Wer mehr Leistung will, schaut zum E 300 d. Wichtig: Das ist kein großer Sechszylinder, sondern ebenfalls ein OM654-Vierzylinder mit 1.950 cm³, 180 kW/245 PS und 500 Nm. Er fährt spürbar souveräner als der E 220 d, bleibt aber technisch näher an der vernünftigen Diesel-Basis als an den großen Langstrecken-Gleitern. Für Vielfahrer mit Leistungswunsch ist er interessant – beim Kauf aber teurer und seltener als der E 220 d.
Wer den großen Diesel-Sechszylinder will, landet beim E 350 d oder E 400 d. Dabei genau hinschauen: Frühe E 350 d nutzen noch den älteren V6-Diesel mit 258 PS, spätere E 350 d und der E 400 d setzen auf den moderneren OM656-Reihensechszylinder. Das sind die souveränen Gleiter der Baureihe: ideal für Langstrecke, hohe Autobahntempi und Anhängerbetrieb – aber deutlich teurer im Unterhalt als der vernünftige E 220 d.
Bei den Benzinern lohnt der E 200 bzw. E 300 mit M264, also vor allem spätere Baujahre und Facelift-Modelle. Der ältere M274 aus den ersten Baujahren kann im Schadensfall mit Steuerkettenproblemen auffallen – deshalb beim Kauf auf Kaltstartgeräusche, Servicehistorie und dokumentierte Reparaturen achten.
Diese Varianten meiden
E 200 mit M274 aus 2016–2019: Steuerkette auf Verschleiß prüfen lassen – sonst drohen Reparaturkosten von 2.000–4.000 Euro.
Plug-in-Hybride (E 300 e / E 300 de): Nur kaufen, wenn die Akkuzustand-Diagnose vorliegt und du regelmäßig lädst. Ohne Lademöglichkeit fährst du mit einem schweren Auto auf Verbrenner-Wirkungsgrad. Außerdem: Die Hochvoltbatterie kann nach 6–8 Jahren erheblich an Kapazität verloren haben.
AMG E 63 im Alltag: Kein schlechter Motor – aber Versicherung, Reifenverschleiß und Unterhalt machen ihn zum Budgetvernichter. Wer das nicht einkalkuliert hat, ist nach dem ersten Jahr ernüchtert.

TÜV-Bilanz: Der W213 altert erstaunlich souverän
Zahlen lügen nicht – sie müssen nur sauber gelesen werden. Die Mercedes E-Klasse W213/S213 schlägt sich beim TÜV sehr ordentlich und liegt in den relevanten Altersklassen jeweils über dem Durchschnitt. Bei den 2- bis 3-jährigen Fahrzeugen kommen 92,3 Prozent der E-Klassen ohne Mängel durch, bei den 4- bis 5-jährigen sind es 87,4 Prozent. Der Anteil erheblicher Mängel liegt in diesen Altersgruppen bei 4,9 beziehungsweise 7,5 Prozent – besser als der jeweilige Klassendurchschnitt.
Besonders interessant wird der Blick auf die 6- bis 7-jährigen Exemplare. Hier bestehen 80,0 Prozent der E-Klassen die HU ohne Mängel, 13,2 Prozent fallen mit erheblichen Mängeln auf. Das ist kein Sensationswert, aber ein solides Ergebnis – zumal viele E-Klassen als Dienstwagen, Taxi oder Langstreckenfahrzeug hohe Kilometerleistungen sammeln. Gegenüber dem BMW 5er/6er steht die E-Klasse klar besser da: Der BMW kommt in dieser Altersklasse nur auf 70,5 Prozent ohne Mängel und 22,3 Prozent erhebliche Mängel.
Der Audi A6/A7 relativiert die Mercedes-Dominanz allerdings: Er liegt im aktuellen TÜV-Bild sogar leicht vor der E-Klasse, etwa mit 90,1 Prozent mängelfreien Fahrzeugen bei 4 bis 5 Jahren und 81,3 Prozent bei 6 bis 7 Jahren. Die korrekte Einordnung lautet deshalb nicht: Der W213 schlägt alle. Sondern: Der W213 ist deutlich besser als der BMW 5er, liegt solide über Durchschnitt und bleibt zusammen mit dem Audi A6 eine der robusteren Langstrecken-Limousinen dieser Klasse.
Wichtig: Die TÜV-Bilanz ersetzt keinen technischen Kaufcheck. Getrieberuckeln der frühen 9G-Tronic, AdBlue-/SCR-Themen, Injektor- oder Softwareprobleme sieht man in der HU-Statistik nur begrenzt. Die ADAC-Pannenwerte zeigen zudem, dass frühe Baujahre kritischer sind als spätere: E-Klassen mit Erstzulassung 2016 liegen bei 18,0 Pannen pro 1.000 Fahrzeuge, 2015er sogar bei 19,5. Ab 2018 wird das Bild spürbar freundlicher.

Britische MOT (ähnlich TÜV) Hauptuntersuchung Daten:
Die Schwachstellen des W213 – was du wirklich wissen musst
Der W213 ist im Kern ein Dauerläufer. Aber er reagiert auf schlechte Pflege wie eine Diva auf billigen Kaffee: Wenn man seine Schwachstellen ignoriert oder einfach vom Pech verfolgt wird, wird es an der Werkstattkasse richtig ungemütlich.
9G-Tronic: Kritischster Kaufpunkt
Das 9-Gang-Automatikgetriebe ist in nahezu allen W213-Varianten verbaut und war in den frühen Baujahren 2016–2018 die häufigste Beschwerdeursache. Typisches Symptom: Ruckeln und unsanftes Schalten bei niedrigen Drehzahlen, besonders im Stadtverkehr. Mercedes hat mehrere Software-Updates herausgegeben, die das Verhalten deutlich verbessern – aber nicht in jedem Fall vollständig beheben. Pflicht bei der Probefahrt: mindestens 30 Minuten Stadt mit vielen Anfahrvorgängen. Ein 9G-Tronic-Austausch ist fünfstellig.
OM654 frühe Exemplare (2016–2017): Fast makellos – fast
Der OM654 ist grundsätzlich einer der besten modernen Vierzylinder-Diesel von Mercedes: leise, sparsam, kräftig und deutlich kultivierter als der alte OM651.
Zu beachten bei frühen OM654-Exemplaren: Saubere Servicehistorie, kurze Ölwechselintervalle, Kaltstartgeräusche, Ventiltrieb, Steuerkette, SCR-/AdBlue-System und erledigte Rückrufe. Besonders wichtig: Der Rückrufstatus lässt sich nicht zuverlässig über Modell- oder Motorbezeichnung ableiten, sondern nur über FIN-Prüfung beim Mercedes-Servicepartner oder im offiziellen Rückrufsystem. Darüber hinaus gilt für alle Exemplare: Der AdBlue-Dosierer und die SCR-Katalysator-Sensorik können nach 80.000–120.000 Kilometern Servicebedarf entwickeln. Kein Beinbruch, aber rechne mit 400–900 Euro.
Der Profi-Tipp
DPF-Zustand immer prüfen lassen. Wer seinen E 220 d überwiegend im Stadtverkehr bewegt hat, ohne regelmäßige Autobahnfahrten zur Regeneration, riskiert einen verstopften Partikelfilter. Neuer DPF: 1.200–2.500 Euro.Air Body Control: Das teuerste Ausstattungsmerkmal
Die optionale Luftfederung (Air Body Control) macht den W213 zu einem außergewöhnlich komfortablen Fahrzeug. Sie macht ihn auch zu einem außergewöhnlich teuren Reparaturfall: Eine defekte Luftfederung schlägt mit 3.000 bis 6.000 Euro zu Buche. Bei Gebrauchten über 80.000 Kilometern immer den Niveauzustand im Stillstand beobachten – hängt eine Ecke durch, ist das Signal eindeutig.
Empfehlung: Exemplare mit konventionellem Stahlfederfahrwerk bevorzugen, sofern kein expliziter Wunsch nach Luftfederung besteht.

Elektronik und Assistenzsysteme
Der W213 ist vollgestopft mit Technik. Das bedeutet: mehr potenzielle Fehlerquellen. Häufige Forenmeldungen betreffen defekte Parksensoren (Ultraschall), Ausfälle der 360-Grad-Kamera und gelegentliche Resets des COMAND-/MBUX-Systems. Dachsteuereinheit und Keyless-Go-Schlösser (Coupé/Cabrio) tauchen ebenfalls in Nutzererfahrungen auf. Beim Kauf alles durchklicken: Kamera, Lüftung, Sitzverstellung, Ambientebeleuchtung.

M274-Benziner und Steuerkette
Der ältere M274 (E 200, E 250 aus 2016–2019) teilt das Steuerkettenproblem, das auch den W176 A-Klasse-Käufern bekannt ist. Rasseln beim Kaltstart ist das Warnsignal. Vor dem Kauf: Serviceheft auf dokumentierten Kettenwechsel oder Werkstattbericht prüfen lassen.
Karosserie: Klavierlack und Unterbodenschutz
Die glänzenden Klavierlack-Blenden im Innenraum sind nach wenigen Jahren meist zerkratzt – kein Defekt, aber optisch störend. Außen: Bei frühen Baujahren (2016–2018) den Unterboden auf Rostansätze prüfen, besonders an den Bremsleitungen. Der S213 Kombi zeigt im Bereich der Heckklappe-Mechanik vereinzelt Geräusche durch Verschleiß an Führungsschienen.

Sicherheit: Euro NCAP – 5 Sterne
Auch beim Thema Sicherheit gehört der W213 zu den starken Gebrauchtwagen dieser Klasse. Im Euro-NCAP-Crashtest 2016 holte die E-Klasse fünf Sterne und überzeugte besonders beim Insassenschutz mit 95 Prozent sowie beim Kinderschutz mit 90 Prozent. Beim Fußgängerschutz kam sie auf 77 Prozent, die Assistenzsysteme wurden mit 62 Prozent bewertet – nach damaligem Maßstab ein gutes Ergebnis, auch wenn moderne Systeme heute deutlich umfangreicher geprüft werden.
Rückrufe: Diese Maßnahmen musst du prüfen
Der W213 hat keine kleine Rückrufakte, sondern einen dicken Ordner. Über die Baureihe hinweg kommen zahlreiche KBA- und Herstellermaßnahmen zusammen – je nach Datenbankzählung sogar im dreistelligen Bereich. Für Käufer heißt das: Nicht diskutieren, nicht glauben, sondern FIN prüfen und erledigte Maßnahmen schriftlich belegen lassen. Die wichtigsten:
- Takata-Airbag : Betrifft viele Fahrzeuge dieser Ära – unbedingt FIN-Check beim KBA durchführen
- Software-Update Emissionssteuerung Diesel (diverse Baujahre): AdBlue-Dosierung und SCR-Steuerung
- Kühlmittelpumpe / Unterdrucksystem / Brandgefahr (2017 – 2021): Für OM654 und OM656 gab es den großen Rückruf wegen möglicher Undichtigkeit an der unterdruckgesteuerten Kühlmittelpumpe. Dabei konnte Kühlmittel in den Unterdruckkreislauf gelangen; Mercedes nannte als Maßnahme unter anderem Softwareupdate und Tausch des Umschaltventils.
- Getriebeleitungssatz (2017-2022): nicht ordnungsgemäß verlegt, wodurch es zu Wassereintritt und in der Folge zu einer erhöhten Brandgefahr kommen kann.
- Nicht der Spezifikation entsprechende Befestigung der 48V-Massestelle im Motorraum kann sich lösen und zu einer Brandgefahr führen. (2021 – 2023)
- Steuerkette (2016 – 2021): Für die E-Klasse Baureihe 213 mit OM654 gab es einen Rückruf, Produktionszeitraum Januar 2016 bis Februar 2021. Grund: mögliche verschlissene Bolzen oder Kettenglieder der Steuerkette; Maßnahme: Ersatz der Steuerkette. Aktionscode 0591016.

ACHTUNG
FIN-Nummer vor dem Kauf zwingend beim KBA (kba.de) oder über den ADAC prüfen lassen. Bei W213-Baujahren 2016–2019 ist die Wahrscheinlichkeit offener oder nicht dokumentierter Rückrufe real.Was kostet der W213 auf dem Gebrauchtmarkt?
Preisstand Mai 2026, Basis E 220 d / E 200 Benziner Limousine/Kombi (häufigste Variante):
| Baujahr | Laufleistung | E 220 d | E 200 Benziner |
|---|---|---|---|
| 2016–2017 | 100.000–150.000 km | 18.000–26.000 € | 18.000–24.000 € |
| 2018–2019 | 70.000–110.000 km | 23.000–31.000 € | 22.000–30.000 € |
| 2020–2021 (Facelift) | 40.000–80.000 km | 28.000–38.000 € | 28.000–38.000 € |
| 2022–2023 | 20.000–50.000 km | 34.000–44.000 € | 32.000–46.000 € |
Coupé und Cabriolet kosten je nach Baujahr 3.000–8.000 Euro Aufpreis gegenüber der Limousine. Der S213 Kombi liegt preislich nahe an der Limousine, teils sogar günstiger wegen schlechterer Restwertentwicklung.

Kaufcheckliste: Was du bei der Probefahrt prüfen musst
- 9G-Tronic: Mindestens 20 Anfahrvorgänge testen, davon 15 Minuten Stop-and-Go-Stadtverkehr
- Ruckeln bei 1.200–1.800 U/min? Auf Drehmomentwandel bei niedrigen Geschwindigkeiten achten
- 9G-Tronic Software-Update im Serviceheft dokumentiert?
- M274 Benziner: Steuerkette bei Kaltstart auf Rasseln prüfen
- Luftfederung (falls verbaut): Im Stand 5 Minuten beobachten, sinkt eine Ecke?
- DPF-Zustand: Diagnose auslesen lassen (OBD)
- AdBlue-Stand und Dosierpumpe unauffällig?
- FIN-Nummer beim KBA auf offene Rückrufe prüfen (kba.de)
- Takata-Airbag-Rückruf dokumentiert?
- COMAND/MBUX vollständig durchklicken: Abstürze, Kamera, Navigation
- Ambientebeleuchtung, Sitzverstellung, Dachsteuerung testen
- Klimaanlage: Fußraum auf Feuchtigkeit kontrollieren
- Klavierlack-Zustand im Innenraum (optisch, kein Defekt)
- Unterboden: Rostansätze an Bremsleitungen (Frühbaujahre)?
- S213 Kombi: Heckklappe-Mechanik auf Geräusche prüfen
- Serviceheft vollständig und lückenlos – kein Heft, kein Kauf
Unsere Bewertung
Unsere Bewertungen folgen einem festen, gewichteten System mit sechs Kategorien – das für jedes Fahrzeug identisch angewendet wird. Die Gewichtung orientiert sich daran, was beim Gebrauchtwagenkauf wirklich zählt:
- Zuverlässigkeit (25 %) – Primärquelle: TÜV-Report-Mängelquote. Ergänzt durch ADAC-Pannenstatistik und Auswertung von Nutzererfahrungen.
- Sicherheit (20 %) – Basis: Euro-NCAP-Gesamtbewertung zum Testzeitpunkt. Modifikator für serienmäßige Assistenzsysteme.
- Unterhaltskosten (20 %) – GDV-Typklassen, realer ADAC-Testverbrauch (kein WLTP), Werkstattintervalle, Kfz-Steuer.
- Platzangebot & Alltag (15 %) – Kofferraumvolumen, Radstand, Fond-Beinfreiheit, ADAC- und Fachpresse-Konsens.
- Infotainment & Bedienung (10 %) – Konsens aus mindestens drei unabhängigen Fachmedien (ADAC, auto motor und sport, Auto Bild u. a.).
- Preis-Leistung (10 %) – Aktuelle Marktpreise (mobile.de / AutoScout24 Median) im Vergleich zur Fahrzeugklasse.
Der Gesamtscore ergibt sich als gewichteter Durchschnitt der sechs Kategorien. Alle Daten werden manuell recherchiert und geprüft – kein Wert entsteht vollautomatisch.

Positiv
- Platzangebot: Limousine 540 Liter, S213 Kombi mit 670 Litern Klassenreferenz
- OM654 Diesel: Einer der besten modernen Vierzylinder-Diesel, ab 2018 weitgehend problemlos
- Komfort: Auch ohne Luftfederung hervorragende Geräuschdämmung und Federungskomfort
- TÜV-Bilanz: Solide für die Klasse, keine systematischen Strukturmängel
- Ausstattung: Selbst Basisvarianten bieten umfangreiche Sicherheitssysteme
Negativ
- 9G-Tronic Frühbaujahre: Ruckeln und Schaltunsanftheit bei 2016–2018 ohne Update-Nachweis
- Unterhaltskosten: Mercedes-Werkstattpreise und Ersatzteile deutlich über Klassenschnitt
- Air Body Control: Im Defektfall 3.000–6.000 Euro – nur mit voller Wartungshistorie kaufen
- Pre-Facelift hat kein MBUX: Smartphone-Integration je nach Ausstattung/VIN prüfen. Kabelloses CarPlay/Android Auto nicht pauschal voraussetzen.
- Frühbaujahre 2016–2017: OM654-Kühlmittelpumpe und M274-Steuerkette als Kaufrisiko

Fazit: Für wen lohnt sich der W213?

Die Kombination aus ausgewachsenem Raumangebot (besonders S213), hervorragenden Diesel-Motoren ab Baujahr 2018 und solidem TÜV-Bild macht ihn zu einer ernsthaften Alternative zu 5er BMW und A6.
Das 9G-Tronic-Getriebe bleibt der kritische Punkt: ausgiebig testen, Software-History prüfen. Wer das beherzigt und auf Air Body Control sowie M274-Frühjahrgänge verzichtet, bekommt ein überzeugendes Stück Premium-Mittelklasse zu einem fairen Preis.
Fahrdynamik und Federung: Mercedes-Benz E-Klasse (Baureihe 213/238)
Die drei Fahrwerksstufen
Die Mercedes-Benz E-Klasse der Baureihe 213 bot – je nach Markt, Modelljahr, Karosserieform, Ausstattungslinie und Motorisierung – verschiedene Fahrwerksoptionen vom passiven Stahlfahrwerk bis zur aufwendigen Mehrkammer-Luftfederung.
AGILITY CONTROL
Das Stahlfahrwerk mit selektivem, passivem Dämpfungssystem. Bei kleinen Anregungen arbeitet es komfortorientierter, bei stärkeren Stößen stellt es mehr Dämpfung bereit. Je nach Line und Variante war eine Tieferlegung möglich.
DYNAMIC BODY CONTROL
Ein Stahlfahrwerk mit elektronisch verstellbarer Dämpfung. Über DYNAMIC SELECT kann der Fahrer die Charakteristik zwischen Comfort, Sport und Sport+ variieren. Die Verfügbarkeit hing stark von Modelljahr, Variante und Markt ab.
AIR BODY CONTROL
Das High-End-System mit Mehrkammer-Luftfederung und elektronisch geregelter, radindividueller Verstelldämpfung. Vorn arbeiten zwei Luftkammern je Federbein, hinten drei. Dazu kommt eine automatische Niveauregulierung.
Mythos vs. Realität: Magic Body Control
Bei der Recherche nach E-Klasse-Fahrwerken taucht häufig der Begriff MAGIC BODY CONTROL auf. Genau hier ist eine fachliche Trennung wichtig.
Leistungsvergleich der Systeme
Wie unterscheiden sich die drei in der E-Klasse verfügbaren Systeme in ihren Kernkompetenzen? Das Radar-Diagramm visualisiert eine redaktionelle Einordnung, keine Messwerte.
Systemcharakteristika
-
■
AGILITY CONTROL: Solides, robustes Fundament mit gutem Alltagskomfort.
-
■
DYNAMIC BODY CONTROL: Spürbare Spreizung zwischen Komfort und Sportlichkeit, aber ohne echte Niveauregulierung.
-
■
AIR BODY CONTROL: Höchster Abrollkomfort, Niveauregulierung und mehr technische Raffinesse – aber auch mehr Komplexität.
Hinweis: Die Werte sind eine redaktionelle, schematische Einordnung und keine Messwerte.
Verfügbarkeit nach Karosserievariante
Die Verfügbarkeit der Fahrwerkssysteme variiert zwischen W213 Limousine, S213 T-Modell, C238 Coupé und A238 Cabriolet. Besonders wichtig: Die Hinterachs-Niveauregulierung beim T-Modell bedeutet nicht automatisch AIR BODY CONTROL rundum.
Hinweis: Schematische Einordnung, keine amtliche Ausstattungsstatistik. Die tatsächliche Verfügbarkeit hängt von Markt, Modelljahr, Motorisierung, Ausstattungslinie und Sonderausstattungscode ab.
Prozessarchitektur: AIR BODY CONTROL
Das AIR-BODY-CONTROL-System arbeitet fortlaufend mit Sensordaten. Die Sensorik erfasst Fahrzustand, Aufbau- und Niveaubewegungen, während ein Steuergerät die Dämpfungskraft für jedes einzelne Rad laufend neu anpasst.
Elektronisches Fahrwerks-Steuergerät
Verarbeitet laufend Sensordaten und passt radindividuelle Dämpfung sowie Luftfeder-Abstimmung an Fahrprogramm, Beladung und Straßenbeschaffenheit an.
Dämpfungskraft über die Zeit
Das Linien-Diagramm zeigt schematisch, wie unterschiedlich die Fahrwerke beim Überfahren einer Bodenwelle reagieren können. Es handelt sich um eine illustrative Darstellung, nicht um echte Messdaten.
Gebrauchtwagen Report
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