Manchmal blickt man auf die neuesten Konzeptfahrzeuge der Automobilindustrie und fragt sich unweigerlich: Haben die Designer in der Mittagspause eine Kiste Geodreiecke geraucht? Das neue Peugeot Polygon Concept ist genau so ein Fall. Um es direkt und ohne PR-Gewäsch auf den Punkt zu bringen: Dieses Gefährt ist aus jedem erdenklichen Blickwinkel schlichtweg potthässlich – und das unmissverständlich von innen sowie von außen.

Es ist ein visueller Faustschlag, der uns hier aus Paris serviert wird. Ein Design, das nicht einfach nur auffallen, sondern mit brachialer Absicht polarisieren soll. Doch während man bei vergangenen Studien noch eine gewisse „katzenhafte“ Eleganz erahnen konnte, wirkt der Polygon eher wie ein digitaler Robo-Panther, der beim Booten einen massiven Systemabsturz hatte.
Das Hypersquare-Lenkrad: Drive-in-Traum statt Fahrdynamik
Der absolute Höhepunkt der automobilen Verwirrung erwartet uns aber im Innenraum. Vergessen wir kurz die 3D-gedruckten Sitze, die aussehen wie ergonomisch geformte Bauschaum-Kunst. Sprechen wir über den Elefanten im Cockpit: das Lenkrad.
Peugeot nennt das Ganze ehrfürchtig „Hypersquare“. Wenn man ganz ehrlich ist, sieht dieses eckige Steer-by-Wire-Bauteil mit seinen vier markanten Aussparungen aber eher so aus, als wäre es exklusiv für die ausgedehnte Ladepause an der Raststätte designt worden. Man wartet förmlich darauf, das gesamte Konstrukt mit einem lässigen Handgriff umzuklappen, um die vier Löcher als gigantische Becher- oder Flaschenhalter zu nutzen. Für den tropffreien Drive-in-Besuch mag das ein brillanter Schachzug der Ingenieurskunst sein – für die haptische Rückmeldung auf einer kurvigen Landstraße ist es eher ein Albtraum.
Ein Lenkrad sollte sich schließlich auch im tiefsten Winter noch wie ein klassisches Bedienelement anfühlen und nicht wie ein umfunktionierter Getränketräger aus dem Fast-Food-Restaurant.

Der automobile Kulturclash
Warum baut man so etwas? Die Antwort liegt nicht in Europa, sondern blickt stramm nach Osten. Die asiatischen Märkte, allen voran die chinesische Kundschaft, werden auf diesen rollenden Geometrie-Kasten vermutlich völlig abfahren. Dort gelten Autos zunehmend als gigantische, fahrbare Gadgets. Was bei uns als heillos überladen, unruhig oder schlichtweg absurd eckig empfunden wird, feiert man dort als den Gipfel der technologischen Innovation. Ein Lenkrad, das wie das Zubehör einer Spielkonsole aussieht, ist dort kein Bug, sondern ein massives Verkaufsargument.
Wir Europäer hingegen kratzen uns bei diesem Anblick eher am Kopf. Der hiesige Käufer schätzt die sanfte Evolution, eine intuitive Bedienung und vor allem Formen, bei denen das Auge nicht an jeder zweiten Kante blutet.
Unser Fazit
Das Peugeot Polygon Concept ist ein mutiges Experiment, aber eben auch ein radikaler Angriff auf die klassischen Sehgewohnheiten. Es ist der fahrende Beweis dafür, wie weit die Designvorlieben der globalen Automobilmärkte mittlerweile auseinanderdriften. Während Asien voraussichtlich jubeln wird, hoffen wir hierzulande inständig, dass die Buchhaltung vor dem Serienstart noch rechtzeitig eingreift und zumindest den klappbaren Getränkehalter wieder durch ein richtiges Lenkrad ersetzt.









Nichts mehr unter den Teppich kehren lassen
Neue Rückrufe, Schwachstellen-Checks und wichtige Auto-News direkt im Postfach.
Kommentare
0Jetzt bist du dran
Wie siehst du das – Zustimmung, Gegenargument oder eigene Erfahrung?
Zustimmung, Widerspruch oder eigene Erfahrung: Hier darf es gern konkret werden.