Ab 105.200 Euro. Bis zu 1.139 PS. Und trotzdem kein Heilsbringer.
Der Cayenne ist Porsches Geldmaschine. Das weiß jeder. Und das ist das Problem.

Mit weltweit über 100.000 verkauften Einheiten im Jahr 2024 ist der Cayenne das meistverkaufte Modell der Marke — und damit das Rückgrat, das die 911-Romantik finanziert. Das Coupé ist die schärfere, teurere Variante davon: eine stärker nach hinten abfallende Dachlinie und ein ausfahrbarer Heckspoiler verpassen dem Coupé einen sportlicheren Look. Panoramadach serienmäßig. Wer’s braucht.
Was steckt drin?
Basismotor: Dreiliter-V6-Turbo mit 353 PS. Systemleistung beim E-Hybrid: 470 PS. Der GTS kommt mit V8-Biturbo und jetzt 500 PS — ein Plus von 40 PS gegenüber dem Vorgänger. Und dann, frisch angekündigt: das Cayenne Coupé Electric — Turbo-Version mit 1.139 PS und 0–100 in 2,4 Sekunden. Die 113-kWh-Batterie lädt bei 400 kW von 10 auf 80 Prozent in unter 16 Minuten.
Preislich startet der Verbrenner-Cayenne bei 101.500 Euro — die Coupé-Versionen kosten noch einmal 3.000 bis 5.000 Euro mehr. Beim Coupé Electric beginnt das Einstiegsmodell bei 109.000 Euro — das Turbo-Topmodell bei 168.500 Euro.
Kann das Porsche retten?
Kurze Antwort: Nein. Und die lange Antwort ist nur geringfügig komplizierter.
Porsche braucht nicht gerettet zu werden — im betriebswirtschaftlichen Sinne. Porsche verdient weiterhin viel Geld — aber nicht mehr mit der Selbstverständlichkeit früherer Jahre. Das Problem ist ein anderes: Die Identitätskrise eines Unternehmens, das sich als Sportwagenhersteller versteht, aber als Luxus-SUV-Konzern überlebt.

Und genau hier wird’s unbequem. Denn der Porsche Cayenne Coupé bekommt gerade Konkurrenz, gegen die seine Preise wirken wie faire Bürgerlichkeit. Der Denza Z9 GT — von BYD, designt von Ex-Audi-Chef Wolfgang Egger — kostet in Europa geschätzte 100.000 Euro. 965 PS. Krabbengang. 630 km Reichweite. Direkter Angriff auf den Turbo-Cayenne, zu deutlich unter Porsche-Preisen.
Die technische Antwort ist der Cayenne Turbo Coupé Electric mit 1.139 PS. Imposant. Aber Porsche muss sich dabei etwas fragen: Wer kauft ein 168.500-Euro-SUV von einer Marke, die vor 25 Jahren noch Puristen entsetzt hat, indem sie überhaupt einen SUV gebaut hat?
Der Cayenne Coupé ist ein exzellentes Auto. Keine Frage. Das Spektrum reicht vom Basismodell mit 353 PS bis zur Topversion mit 739 PS Systemleistung, die in 3,6 Sekunden auf 100 beschleunigt. Die Verarbeitungsqualität ist unerreicht. Das Fahrwerk ist das Maß aller Dinge in der Klasse — der GTS kommt serienmäßig mit adaptivem Luftfahrwerk und Tieferlegung um zehn Millimeter inklusive Porsche Torque Vectoring Plus.

Aber „retten“? Porsche braucht keinen Retter. Die Marke braucht eine Antwort auf eine einfachere Frage: Was ist Porsche, wenn der Cayenne sich nicht mehr von der chinesischen Konkurrenz absetzt — weder durch Technik noch durch Preis?
Der Porsche Cayenne Coupé Electric mit 1.139 PS ist ein Statement. Ob es das richtige ist, entscheiden die Kunden ab Sommer 2026.





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