Stell dir vor, du baust wunderschöne, glänzende Autos, und plötzlich taucht ein junger Anwalt auf, der der Welt erzählt, dass deine Schöpfungen rollende Särge sind. Dieser Mann ist Ralph Nader, und er feiert heute seinen 92. Geburtstag. Ohne ihn würden wir heute wahrscheinlich immer noch ohne Sicherheitsgurte und mit Lenksäulen fahren, die sich bei einem Aufprall wie Speere in den Fahrer bohren.
Nader veröffentlichte 1965 das Buch „Unsafe at Any Speed“. Sein Hauptziel: Der Chevrolet Corvair. Er warf General Motors vor, die instabile Hinterachse aus Kostengründen nicht korrigiert zu haben. GM reagierte, wie man in den 60ern eben reagierte: Sie schickten Privatdetektive los, um Nader zu diskreditieren. Der Plan ging nach hinten los, Nader verklagte GM, gewann ein Vermögen und steckte alles in den Verbraucherschutz.
Naders Hartnäckigkeit zwang die US-Regierung zur Gründung der NHTSA. Plötzlich waren Sicherheitsgurte und knautschbare Frontpartien keine „Optionen“ mehr, sondern Gesetz. Die Industrie hasste ihn dafür, weil Sicherheit damals kein Verkaufsargument war. Ralph Nader hat wahrscheinlich mehr Menschenleben gerettet als jeder Airbag-Erfinder, einfach indem er Detroit das Fürchten lehrte.
Passend zu Naders Geburtstag schauen wir uns sein „Opfer“ an: den Chevrolet Corvair. Technisch war der Wagen eine Sensation: Sechszylinder-Boxer im Heck, Luftkühlung und eine elegante Karosserie. Er war Amerikas Antwort auf den Porsche — nur leider ohne dessen Fahrstabilität.
Das Problem war die Pendelachse hinten. Ohne den optionalen Stabilisator, der weggespart wurde, neigten die Hinterräder in Kurven zum Einklappen. Das Heck überholte die Front schneller, als der Fahrer „Oops“ sagen konnte. Heute ist der Corvair ein gesuchter Klassiker, besonders die Monza-Variante. Er ist das Mahnmal dafür, was passiert, wenn Controller über Ingenieure siegen.
Unser Urteil: Ein faszinierendes Stück Technikgeschichte. Wunderschönes Design, Boxermotor-Sound, echte Rarität. Aber Achtung: Das Fahrverhalten erfordert Aufmerksamkeit, der Ruf als „Witwenmacher“ schwingt immer mit.
Der Peel P50 ist mit 1,37 m Länge kürzer als so manches Sofa. Er hat keinen Rückwärtsgang — man steigt aus, packt den Griff am Heck und zieht die 59 kg Leergewicht einfach in die richtige Richtung. Ein echtes Workout für den Stadtverkehr.
Mit etwa 4,2 PS aus 49 ccm schafft er je nach Mut des Fahrers zwischen 45 und 60 km/h. Fühlt sich im Peel allerdings an wie der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Originale können auf Auktionen heute sechsstellige Preise erreichen. Für den Alltag gibt es immerhin moderne Nachbauten mit E-Antrieb.
In Estland gibt es für Raser eine besondere Option: den „Rahunemispeatus“ (Beruhigungs-Stopp). Wer nicht zu grob rast, kann wählen: Entweder ein klassisches Bußgeld zahlen oder eine 45-minütige Zwangspause am Straßenrand einlegen.
Die Idee ist psychologisch clever: Wer rast, hat es meistens eilig. Eine Geldstrafe wird oft einfach weggeklickt, aber 45 Minuten tatenlos auf den Standstreifen zu starren, während die anderen vorbeiziehen, ist eine echte Qual. Zeit ist eben die einzige Ressource, die man nicht nachkaufen kann. In Deutschland bleibt es beim Knöllchen — hier wird die Zeit nur durch den Papierkram verschwendet.
Die Frage: Darf man den Gegenverkehr per Lichthupe vor dem „Passfoto“ warnen?
Die Rechtslage: Nein. Die StVO (§ 16) erlaubt Lichtzeichen nur zur Überholabsicht außerorts oder als Warnung vor einer Gefahr. Ein Blitzer ist keine Gefahr für den Verkehr. Wer erwischt wird, zahlt meist ein Verwarnungsgeld von 5 bis 10 Euro.
Unser Tipp: Es ist eine kleine Sünde. Solange du niemanden blendest, ist es Teil der automobilen Solidarität. Pass aber auf, wer hinter dir fährt!
Wenn du einen elektrischen BMW startest, klingt das heute nach Hollywood. Oscar-Preisträger Hans Zimmer hat die „IconicSounds Electric“ komponiert, um die emotionale Lücke des fehlenden Motors zu schließen. Im Sportmodus wird es orchestral, im Comfort-Modus eher sphärisch. Es ist ein faszinierendes Experiment: Wir ersetzen Mechanik durch Komposition. Es klingt nicht mehr nach Benzin, aber wenn ich schon elektrisch fahre, dann darf es sich wenigstens so anfühlen, als würde ich gerade die Welt retten. Oder sie in einem Blockbuster zerstören.