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Mechaniker prüft die Lenkung eines Volkswagen auf einer Hebebühne
Rückrufe

VW-Rückruf wegen Lenkungsausfall: Ist dein Golf, Tiguan, Touran oder Caddy betroffen?

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Fast 900.000 Volkswagen allein in Deutschland müssen wegen einer unscheinbaren Schraube überprüft werden. Im schlimmsten Fall kann die Lenkung ausfallen. Auch Audi Q3 sowie Seat Ateca und Tarraco sind von vergleichbaren Rückrufen betroffen. Was Besitzer jetzt wissen müssen – und wie du nach deinem Fahrzeug suchen kannst.

Es ist die Art von Bauteil, über die man beim Autokauf ungefähr so lange nachdenkt wie über die Schrauben unter dem Küchentisch.

Bis sie bricht.

Volkswagen ruft derzeit 895.832 Fahrzeuge in Deutschland zurück. Weltweit umfasst die Aktion mehr als 2,15 Millionen Autos. Betroffen sind einige der meistverkauften Modelle des Konzerns: Golf, Golf Variant, Tiguan, Touran und Caddy.

Das Problem sitzt ausgerechnet dort, wo man es überhaupt nicht gebrauchen kann: an der Befestigung des Lenkgetriebes.

Eine Schraube kann korrodieren und im ungünstigsten Fall abreißen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt kann daraus ein Ausfall der Lenkung entstehen. Die Behörde führt die Volkswagen-Aktion unter der Referenznummer 17016R, Volkswagen selbst unter dem Rückrufcode 48VS.

Und damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende.

Diese Volkswagen sind vom Rückruf betroffen

Volkswagen nennt folgende Baureihen:

Modellangegebener Produktionszeitraum
VW Golfinnerhalb 24.09.2013 bis 01.07.2024
VW Golf Variantinnerhalb 24.09.2013 bis 01.07.2024
VW Tiguaninnerhalb 24.09.2013 bis 01.07.2024
VW Touraninnerhalb 24.09.2013 bis 01.07.2024
VW Caddyinnerhalb 24.09.2013 bis 01.07.2024

Wichtig ist allerdings ein Detail, das bei großen Rückrufmeldungen schnell untergeht:

Ein Golf aus diesem Zeitraum ist nicht automatisch betroffen.

Der vom KBA veröffentlichte Produktionszeitraum umfasst die gesamte Rückrufaktion über mehrere Baureihen. Er bedeutet nicht, dass ausnahmslos jedes Fahrzeug zwischen September 2013 und Juli 2024 zurückgerufen wird.

Genau deshalb lohnt sich die Prüfung des konkreten Modells.

Dein Auto könnte betroffen sein?

Im Automobile-News Rückruf-Checker kannst du nach Hersteller und Modell suchen und vorhandene Rückrufaktionen prüfen.

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Für eine verbindliche Aussage zu einem einzelnen Fahrzeug ist anschließend die Fahrgestellnummer (FIN) beim Hersteller oder einem Vertragspartner entscheidend.

Was passiert mit der Lenkung?

Der technische Auslöser klingt zunächst geradezu banal.

An der Befestigung des Lenkgetriebes kann eine Schraube korrodieren. Nach bisher veröffentlichten Informationen kann Feuchtigkeit dabei eine Rolle spielen. Wird die Schraube über die Jahre ausreichend geschwächt, kann sie schließlich brechen.

Damit verliert das Lenkgetriebe einen Teil seiner Befestigung.

Unter Belastung kann das erhebliche Folgen haben. Das KBA beschreibt das mögliche Schadensbild unmissverständlich: Schraubenabriss – möglicher Lenkungsausfall.

Das bedeutet allerdings nicht, dass bei hunderttausenden Fahrzeugen kurz vor der nächsten Kurve die Lenkung auseinanderfällt. Ein Rückruf dieser Größenordnung umfasst Fahrzeuge mit einem potenziellen Defekt.

Dennoch gehört ein Problem an der Lenkung eindeutig in die Kategorie: nicht auf die lange Bank schieben.

Was macht die Werkstatt?

Die Lösung ist vergleichsweise unspektakulär.

Die bisherige Verschraubung wird durch eine korrosionsbeständigere Schraube ersetzt. Für betroffene Halter ist die Rückrufmaßnahme kostenlos.

Eine große Operation am Auto ist das also nicht.

Bemerkenswert ist vielmehr, welche Dimension eine einzige kleine Komponente erreichen kann, wenn sie über Jahre hinweg in Millionen Großserienfahrzeugen verwendet wird.

Auch der Audi Q3 ist betroffen

Dass die Geschichte nicht an der VW-Werkstatt endet, überrascht angesichts gemeinsam genutzter Konzerntechnik kaum.

Audi ruft den Q3 zurück.

Betroffen sind laut veröffentlichten KBA-Daten Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum

31. Oktober 2017 bis 23. Mai 2024.

Die Zahlen:

Damit liegen Volkswagen und Audi zusammen bereits bei rund 954.000 potenziell betroffenen Fahrzeugen in Deutschland.

Und dann gibt es noch Seat

Besonders interessant: Einige Schlagzeilen sprechen derzeit lediglich von Volkswagen und Audi.

Tatsächlich existiert bereits eine weitere KBA-Aktion mit praktisch identischem Fehlerbild für Seat Ateca und Seat Tarraco.

Hier lautet die Beschreibung ebenfalls, dass ein Schraubenabriss zum Ausfall der Lenkung führen kann. Als Abhilfe wird auch hier die Befestigungsschraube gegen eine Ausführung mit höherer Korrosionsbeständigkeit ersetzt.

Betroffen sind:

Rechnet man die derzeit dokumentierten Aktionen von VW, Audi und Seat zusammen, landet man bei 997.961 Fahrzeugen in Deutschland.

Also praktisch einer Million Autos.

Weltweit sind es rund 2,92 Millionen.

Golf von 2018? Tiguan von 2021? Nicht in Panik geraten

Gerade bei derartigen Zahlen entsteht schnell ein falscher Eindruck.

Wer einen Golf, Tiguan oder Caddy aus dem genannten Zeitraum besitzt, muss daraus nicht schließen, dass sein Fahrzeug den Defekt tatsächlich hat.

Rückrufe werden häufig über Produktionschargen, Bauteilstände und konkrete Fahrzeug-Identifizierungsnummern eingegrenzt. Deshalb ist der Bauzeitraum zunächst nur ein Warnsignal.

Das sinnvolle Vorgehen:

  1. Modell und Baujahr im Rückruf-Checker prüfen.
  2. Auf die Rückrufnummer 48VS, 48LG beziehungsweise 48T7 achten.
  3. Bei einem möglichen Treffer Volkswagen, Audi oder Seat beziehungsweise einen Vertragspartner kontaktieren.
  4. Dort anhand der FIN verbindlich prüfen lassen, ob das eigene Fahrzeug zur Aktion gehört.

Keine Rückrufpost bekommen? Das ist keine Entwarnung

Und hier wird die Sache gerade für Gebrauchtwagenbesitzer interessant.

Ein fehlender Brief ist kein zuverlässiger Beweis dafür, dass ein Fahrzeug nicht von einer Rückrufaktion betroffen ist.

Autos wechseln Besitzer, Adressen ändern sich und Rückrufaktionen können lange nach Produktionsende eines Modells gestartet werden. Der jetzt betroffene VW-Zeitraum reicht immerhin mehr als zehn Jahre zurück.

Ein 2014 gebauter Golf kann inzwischen beim zweiten, dritten oder vierten Besitzer stehen.

Deshalb sollte die Frage nicht lauten:

„Habe ich einen Brief bekommen?“

Sondern:

„Gibt es für mein Auto einen offenen Rückruf?“

Genau dafür haben wir unseren Rückruf-Checker aufgebaut.

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Gib Hersteller und Modell ein und sieh nach, welche Rückrufaktionen für dein Fahrzeug bekannt sind.

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Die endgültige Zuordnung eines konkreten Fahrzeugs erfolgt anschließend anhand der Fahrgestellnummer beim Hersteller.

Eine Schraube – und fast eine Million deutsche Autos

Der aktuelle Rückruf zeigt ziemlich eindrucksvoll, wie moderne Großserie funktioniert.

Golf, Tiguan, Touran, Caddy, Audi Q3, Ateca und Tarraco sehen völlig unterschiedlich aus und bedienen teilweise völlig andere Käufer.

Tief unter dem Blech können sie dennoch technische Lösungen und Komponenten teilen.

Und dann reicht im ungünstigsten Fall eine einzige Schraube, um aus einem Bauteilproblem einen Rückruf für Millionen Fahrzeuge zu machen.

Für Besitzer ist die Konsequenz wesentlich einfacher:

Prüfen, ob das eigene Auto betroffen ist – und einen vorhandenen Rückruf erledigen lassen.

Denn eine korrodierende Schraube mag nach Kleinkram klingen.

An der Lenkung ist sie das nicht.


Die wichtigsten Rückrufnummern

MarkeModelleHerstellercodeKBA
VolkswagenGolf, Golf Variant, Tiguan, Touran, Caddy48VS17016R
AudiQ348LG17014R
SeatAteca, Tarraco48T717017R

Stand: 25. September 2026. Die Rückrufaktionen werden vom KBA derzeit als in Untersuchung geführt.

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Editorial

Verantwortlich: Robert Maximiuk
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